Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Monte dei Paschi Italien erwägt Staatshilfe für Problembank

Sie gilt als die älteste noch existierende Bank der Welt, doch seit Jahren befindet sich die italienische Monte dei Paschi in der Krise. Nun plant Italiens Regierung offenbar eine Rettungsaktion – zum wiederholten Mal.
Die Monte dei Paschi wurde 1472 gegründet und ist damit die wohl älteste noch existierende Bank der Welt. Quelle: AFP
Hauptsitz in Siena

Die Monte dei Paschi wurde 1472 gegründet und ist damit die wohl älteste noch existierende Bank der Welt.

(Foto: AFP)

Rom Die italienische Regierung bereitet sich einem Medienbericht zufolge auf eine neuerliche Rettungsaktion für die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) vor. Es würden bereits Gespräche mit den europäischen Bankaufsichtsbehörden geführt, um für neue staatliche Hilfsgelder grünes Licht zu bekommen, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag eine mit den Plänen vertraute Person. Die Regierung wolle eine Sonderregel nutzen, die Staatshilfe für den Fall erlaubt, falls bei Stresstests der Behörden Kapitallücken auftreten. Am 29. Juli wollen die EU-Bankenaufsicht Eba und die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse des diesjährigen Krisentests für die Branche vorlegen.

„Der Brexit hat die Schwankungen einer ohnehin schon unsicheren Welt noch einmal erhöht“, sagte der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan. „Die Aufgabe von Wirtschaftspolitik ist es, die kurzfristigen Instabilitäten zu minimieren.“ Laut der Zeitung „La Stampa“ sieht der Rettungsplan MPS den Verkauf von Wandelschuldverschreibungen an den Staat und eine Kapitalspritze von drei Milliarden Euro durch einen größtenteils von der Branche selbst gefüllten Rettungsfonds vor.

MPS leidet besonders stark unter einem Berg fauler Kredite. Am Montag wurde bekannt, dass die EZB-Bankenaufseher nun einen drastischen Abbau verlangen. Dieser dürfte ohne eine neuerliche Kapitalerhöhung kaum gelingen. Die 1472 gegründete MPS gilt als älteste Bank der Welt. Doch seit der Finanzkrise hat sie sich nicht wirklich erholt – trotz mehrerer Kapitalerhöhungen und zweier Rettungsaktionen durch den Staat. Die Aktien der Bank setzten am Dienstag ihre Talfahrt fort. Bis zum Nachmittag verloren sie weitere zehn Prozent und haben damit in diesem Jahr schon drei Viertel an Wert verloren.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
1 von 14

Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

(Foto: dpa)
Frankfurter Skyline
2 von 14

Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

(Foto: dpa)
Platz 15: Rothschild
3 von 14

Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

(Foto: PR)
Platz 12: UBS
4 von 14

Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

(Foto: dpa)
Platz 10: RBC Capital Markets
5 von 14

Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

(Foto: Imago)
Platz 9: Wells Fargo
6 von 14

Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

(Foto: dapd)
Platz 8: Deutsche Bank
7 von 14

Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

(Foto: dpa)
Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Monte dei Paschi - Italien erwägt Staatshilfe für Problembank