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Zentrale der Rückversicherung Munich Re

Skulptur vor der Zentrale der Rückversicherung Münchner Rück Munich Re an der Leopoldstrasse in München.

(Foto: picture alliance)

Munich-Re-Quartalszahlen Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Munich Re achten

Die Munich Re präsentiert am Mittwochmorgen die Bilanz fürs erste Quartal. Der Gewinn dürfte zwar weiter gestiegen sei, doch das gilt auch für die Erwartungen der Anleger.
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Der Terminkalender von Christoph Jurecka ist voll. Der neue Finanzvorstand der Munich Re kennt derzeit keine Pause. Erst vor einer Woche hat sich Jurecka erstmals den etwa 2.900 anwesenden Aktionären bei der Hauptversammlung des weltgrößten Rückversicherers gezeigt. Dort wurde das vergangene Jahr endgültig abgesegnet.

An diesem Mittwoch präsentiert Jurecka bereits die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres. Böse Überraschungen sind nicht zu erwarten. Dennoch sollten Anleger auf fünf Dinge besonders achten.

1. Gewinn:

Ein operatives Ergebnis von 827 Millionen Euro stand vor einem Jahr an dieser Stelle. Damals waren die Schäden gering, die Geschäfte entwickelten sich gut. Ganz ähnlich waren die Voraussetzungen auch für das Folgejahr. Dennoch erwarten die Experten diesmal mehr.

Grund dafür sind die steigenden Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr. Nach 2,275 Milliarden Euro sollen es diesmal 2,5 Milliarden Euro werden, im kommenden Jahr sogar 2,8 Milliarden Euro. Das hat Konzernchef Joachim Wenning erst in der vergangenen Woche noch einmal bestätigt.

Das erste Quartal trägt in der Regel überdurchschnittlich zur Entwicklung im Gesamtjahr bei. Deswegen lautet die Herausforderung für den Rückversicherer in dieser Zeit, bereits einen Gutteil der Strecke zurückzulegen, ehe dann in der zweiten Jahreshälfte Großschäden wie Hurrikans oder Waldbrände drohen.

2. Der Aktienkurs:

Die Entwicklung seit dem Jahresanfang zeigt, dass die Erwartungen der Anleger mittlerweile hoch sind. Um etwa 18 Prozent hatte der ansonsten eher behäbige Kurs der Munich-Re-Aktie seit Jahresanfang zugelegt, ehe es zuletzt mit der allgemeinen Unsicherheit am Markt wieder etwas nach unten ging. Vielen Analysten ging das fast zu schnell.

Der Konsens der Experten liegt derzeit bei einem durchschnittlichen Kursziel von 210,30 Euro. An diesem Dienstagvormittag notierte die Aktie sogar noch etwa zwei Euro höher. Luft nach oben billigen die Analysten dem Kurs damit nicht mehr zu. Nach den Daten des Informationsdienstes Bloomberg nehmen die meisten von ihnen eine neutrale Haltung ein.

Das birgt Gefahren. Werden die Erwartungen künftig nur leicht unterboten, könnten sich Anleger aus Enttäuschung über die zuletzt so gelobte Aktie in größerem Stil von ihr trennen. Der Druck der Märkte ist somit mittlerweile groß.

3. Die Anlagepolitik:

Seit Mitte März ist der Brite Nicolas Gartside für die neu geschaffene Position als Anlageexperte im Vorstand an Bord. Große Erwartungen darf man in der kurzen Zeit somit noch nicht an ihn stellen. Die versuchte er auch gleich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt vor einer Woche bei der Hauptversammlung zu dämpfen.

Das Zinsergebnis von 2,8 Prozent, das im vergangenen Jahr erreicht wurde, sei durchaus attraktiv in Zeiten der Nullzinspolitik, sagte er. Klar ist aber, dass die Erwartungen der Anleger in Zukunft wieder mindestens bei einer drei vor dem Komma liegen. Deswegen wurde vor seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr bereits das Portfolio diversifiziert.

Unternehmensanleihen und Papiere aus Schwellenländern nehmen nun einen größeren Stellenwert ein. In Zukunft soll es auch vermehrt um alternative Anlageklassen wie Infrastrukturprojekte gehen. Beispiele dafür sind Autobahnen, Energieversorgungssysteme oder öffentliche Einrichtungen.

4. Die Rückversicherung:

Von den erwarteten 2,5 Milliarden Euro an Gesamtgewinn sollen in diesem Jahr 2,1 Milliarden Euro aus der Rückversicherung kommen. Das wären mehr als zwölf Prozent mehr als im vergangenen Jahr, damals betrugt die Summe 1,864 Milliarden Euro. Das Ziel ist somit ambitioniert, besonders angesichts des weiterhin hohen Preisdrucks in der Branche. Daran hat sich auch durch die zahlreichen Unwetterschäden und Großfeuer in den vergangenen Jahren wenig geändert.

Deutlich angezogen haben die Preise nur sehr regional, wo die Schäden besonders hoch waren. Zudem ändert sich das Geschäft in der traditionsreichen Rückversicherung im Moment sehr stark. Künstliche Intelligenz, Algorithmen und Drohnen bestimmen inzwischen zunehmend die Aufarbeitung von Großschäden.

Die Art und die Schwere von Katastrophen lässt sich so sehr viel schneller und vor allem effektiver erkennen. Auch wenn die finanziellen Aufwendungen dafür hoch sind. Bei Hurrikan Michael im vergangenen Herbst waren so bereits nach einer Woche Schäden auf 85 000 qkm ausgewertet.

5. Die Erstversicherung:

Das Image als Sanierungsfall hat die Düsseldorfer Tochter Ergo mittlerweile endgültig hinter sich gelassen. Die 412 Millionen Euro, die im vergangenen Jahr als Gewinn erzielt wurden, hatten die Erwartungen deutlich übertroffen. Jetzt muss der Erstversicherer beweisen, dass er auch in Zukunft sein Schadenmanagement weiter verbessern kann.

Die Digitalisierung des Geschäfts, auf die der Konzern seit gut zwei Jahren sehr stark setzt, zeigt mittlerweile ebenfalls erste Ergebnisse. Dieser Weg soll fortgeführt werden. Für das kommende Jahr ist zudem eine neue Vertriebsstrategie geplant. Der Vertrieb über klassische Agenturen und der Direktvertrieb werden zusammengeführt. Auch will der Konzern künftig verstärkt die Chancen auf den Wachstumsmärkten wie China und Indien nutzen.

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