Nach Banken-Skandalen Aufseher fordern Kontrolle der Börsenkurse

Banken soll genauer auf die Finger geschaut werden, um Skandale wie bei den manipulierten Leitzinsen zu vermeiden. Die Finanzaufsicht Bafin will daher eine staatliche Kontrolle der Referenzpreise an den Finanzmärkten.
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Aktienhändler an der Börse in Frankfurt: Die Festsetzung von Referenzkursen soll genauer kontrolliert werden. Quelle: dpa

Aktienhändler an der Börse in Frankfurt: Die Festsetzung von Referenzkursen soll genauer kontrolliert werden.

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BerlinNach dem Banken-Skandal um manipulierte Zinssätze fordert die deutsche Finanzaufsicht Bafin eine weitreichende Reform bei der Festsetzung der Referenzpreise an den Finanzmärkten. „Bei den wichtigsten Werten muss eine staatliche Stelle mit draufschauen. Das darf nicht allein in privatwirtschaftlicher Hand sein“, sagte der Leiter der Bankenaufsicht der Bafin, Raimund Röseler, der „Welt am Sonntag“.

Nur so könne man Strukturen sicherstellen, auf die sich alle Marktteilnehmer verlassen könnten. Der Branche allein traue er nicht zu, verlässliche Referenzzinssätze zu ermitteln, an denen sich zahlreiche Finanzverträge weltweit orientieren.

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen betonte, es komme die Frage auf, ob es sich noch um Fehlverhalten Einzelner handele, oder ob das System falsche Anreize setze und interne sowie externe Kontrollen nicht ausreichten.

„Ein Weg wären Marktplätze und die Festsetzung von Maßeinheiten als hoheitliche Aufgabe zu sehen - wie zu Beginn der Industrialisierung Meter und Kilo“, sagte Asmussen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Dann würden Handelsplätze und Referenzwerte durch staatliche Stellen bereitgestellt und nicht mehr durch die Marktteilnehmer selbst.“

Am Mittwoch hatte die EU wegen Zinsmanipulationen gegen die Deutsche Bank und weitere internationale Großbanken eine Rekordstrafe von 1,7 Milliarden Euro verhängt. Derzeit werden zudem mögliche Absprachen bei der Festsetzung von Gold- und Silberpreisen oder im Devisenhandel geprüft.

Auch Bafin-Präsidentin Elke König mahnte grundlegende Konsequenzen an. „Wir müssen ernsthaft überlegen, wie wir das System so umgestalten können, dass es auf realen Transaktionen basiert und von Einzelinteressen unabhängig ist“, sagte sie dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montag). „Sollte das noch nicht ausreichen, könnte man auch eine Handelsüberwachung erwägen.“

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