Nach UBS-Skandal Experte für mehr Reglementierung

Banken sollen weniger für sich handeln, also weniger ohne direkten Kundenauftrag agieren können. Das fordert nach dem UBS-Skandal der Bankenexperte Martin Faust. Die Risiken des Eigenhandels seinen zu hoch.
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Nach dem UBS-Skandal fordert ein Experte eine Einschränkung des Eigenhandels. Quelle: Reuters

Nach dem UBS-Skandal fordert ein Experte eine Einschränkung des Eigenhandels.

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Frankfurt/MainAngesichts des Milliardenverlustes bei der Schweizer Großbank UBS hat der Frankfurter Bankenexperte Martin Faust eine strenge Reglementierung des Eigenhandels der Banken gefordert. „Ich plädiere dafür, dass der reine Eigenhandel der Banken, hinter dem kein Kundenauftrag steht, stark eingeschränkt wird“, sagte Faust, der an der Frankfurt School of Finance and Management lehrt, der „Frankfurter Rundschau“ (Freitag-Ausgabe). „Volkswirtschaftlich bringt es keinen Nutzen, dafür aber enorme Risiken, wenn Banken, die dabei Verluste erleiden, mit Staatsgeldern gestützt werden müssen.“

Zum aktuellen Fall der UBS, bei dem ein Händler durch unerlaubte Geschäfte zwei Milliarden Dollar verzockt haben soll, sagte Faust: „Man wird sehen, ob es sich um einen einzelnen Mitarbeiter handelt oder ob weitere Personen beteiligt sind, die das Verhalten unterstützt oder sogar toleriert haben.“ Im Investmentbanking, zu dem der Eigenhandel der Banken gehöre, bestehe ein hoher Wettbewerb zwischen den Mitarbeitern und es herrsche eine „Kultur des Nicht-Versagen-Dürfens“vor. „Wer Fehler macht, riskiert sofort entlassen zu werden“, sagte Faust. „Deshalb neigen häufig gerade junge Händler dazu, immer mehr zu riskieren, um einen Fehler wieder gut zu machen. Sie handeln dann wie Spieler im Casino, die nach jedem Verlust ihren Einsatz verdoppeln. Das geht häufig gut, kann aber auch schnell in der Katastrophe enden.“

  • dpa
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1 Kommentar zu "Nach UBS-Skandal: Experte setzt sich für mehr Reglementierung ein"

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  • Nach einem derartigen Ausrutscher ist der Ruf nach noch mehr Reglementierung verständlich. Aber es ginge auch einfacher und effizienter.

    Die Möglichkeit, Eigenhandel zu betreiben, sowie dessen Grenzen gehören in die Satzung der Bank und sind von der Hauptversammlung explizit zu genehmigen. Dann ist das Geschäftsmodell öffentlich und man wird sehen, wer sein Geld einer solchen Bank noch anvertraut.

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