Nach Witzen über EU-Hilfe Irischen Bankern droht ein Nachspiel

Die Witze irischer Banker über die EU-Hilfen könnten dazu führen, dass Irland einzelne Manager für ihr Verhalten bestraft. Der Verdacht besteht, dass diese falsche Angaben machten, um sich mehr Geld zu sichern.
12 Kommentare
Irische Banker haben sich abfällig über die EU- und IWF-Helfen geäußert, was nun ein Nachspiel haben könnte. Quelle: dpa

Irische Banker haben sich abfällig über die EU- und IWF-Helfen geäußert, was nun ein Nachspiel haben könnte.

(Foto: dpa)

DublinIrischen Bankern droht nach der Veröffentlichung entlarvender Telefonmitschnitte von Gesprächen während der Rettung ihrer Institute durch die EU ein Nachspiel. Die irische Notenbank erklärte am Mittwoch, sie prüfe, ob Vorschriften verletzt worden seien. Zudem könnte Irland Regierungskreisen zufolge nun doch einzelne Manager für ihr Verhalten im Jahr 2008 zur Rechenschaft ziehen. Im Raum steht der Verdacht, dass Bank-Manager die Notenbank in die Irre führten, um sich von den Rettungshilfen von EU und IWF möglichst viel für ihr Institut zu sichern. Irische Medien hatten zuvor das Zitat "Neuer Tag, neue Milliarde" des damaligen Anglo-Irish-Chefs David Drumm aus den Mitschnitten veröffentlicht. Ein anderer Banker sang demnach am Telefon: "Deutschland, Deutschland über alles." Deutschland war größter EU-Geldgeber bei den Hilfen. EU und IWF hatten Irland mit 85 Milliarden Euro von der Pleite bewahrt.

Die Kapitalspritzen für die inzwischen abgewickelte Anglo Irish Bank sowie zwei weitere Institute kosteten die irischen Steuerzahler rund 30 Milliarden Euro und machten das ehemalige Boom-Land der Euro-Zone zum Bittsteller. Der damit verbundene Sparkurs des Landes zwang vielen der 4,6 Millionen Iren Gehaltskürzungen und Steuererhöhungen auf.

Eine 2011 gescheiterte Volksbefragung, die dem Parlament mehr Befugnisse bringen sollte, könnte zudem wiederholt werden, sagte ein Regierungsvertreter. Im Schatten der Präsidentenwahl 2011 war das Referendum nur halbherzig vorbereitet worden. Eine Wiederholung könnte in der Zustimmung der meisten Iren enden, die über die jetzt bekanntgewordenen Banker-Gespräche entrüstet sind.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Nach Witzen über EU-Hilfe - Irischen Bankern droht ein Nachspiel

12 Kommentare zu "Nach Witzen über EU-Hilfe: Irischen Bankern droht ein Nachspiel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • 'peterpain' sagt
    -------------------
    Und wenn alles nicht mehr hilft, kommt die NAZI-Keule.
    -------------------

    Auf die wirkt allerdings nur noch bei Hirnamputierten.

  • Es soll sogar Politiker gegeben haben, die als Ministerpräsident den Job hinwarfen und auf dem Ticket der cfdpsU ins Bundesverfassungsgericht eingefahren wurden. Es handelt sich um den ehemaligen Ministerpräsidenten des Saarlandes, Peter Müller, der sich das Justizministerum einverleibte und daher die "langjährige" Berufserfahrung als Richter im Amt vorweisen konnte. So manch einer im Saarland kann davon berichten, auch dieser hier: http://grundgesetzbruch.de und Sie wissen wie der ganz normale Wahnsinn des Treppensteigens in qualifiziertere Höhe vor sich geht. Fahrstuhlmentalität bis zur Pension. Voilà, ca c'est le Demokleptokratur.

  • Das Höchste, was diesen Pleitbängkstern passiert scheint denen unwiderruflich klar, sie werden aus der "Schußlinie" genommen, vortrefflich "abgefunden" für das Wohl, das sie allseits bereiten und werden zudem in der Wirtschaft geparkt, bis Gras darüber wächst.

    Und dann hat eh keiner mehr Gedanken für diese Lloyds. Es merkt der "tapferste" Indiot erst dann, wenn sie bei einer anderen Bank wieder im "Sattel" sitzen, ähm ich meine im gepolsterten "Stuhl" und irgendwo weiter oben geht nicht. Ich danke für diese Irren, die all das möglich machen, selbst wenn es unmöglich erscheint, wird das Unmögliche gerne gegen das Mögliche eingetauscht.

  • Und wenn alles nicht mehr hilft, kommt die NAZI-Keule.

  • Das ist nicht fair!

    Beachten Sie doch bitte die Klagen, die beim Bundesverfassungsgericht eingereicht wurden und werden. Ihr Vorwurf ist jedoch korrekt, wenn Sie den Vorwurf auf die beziehen, die ebenfalls aus diesem Topf leben.

    Wenn Sie auf die Unfähigkeit der Regierung und die maßgeblichen Vertreter in den Gremien abstellen, werden Sie aus Deutschland keine Widerspruch erhalten. Da kann ich Ihre Argumentation nachvollziehen.

  • Jetzt tu doch nicht so Angela. Den Deutschen kann man doch das Geld aus der Tasche ziehen und am Ende zahlen die Gutmenschen dann noch treudoof kräftig oben drauf.

    Die Iren machen es genau richtig die wissen ja wohl wie es in Deutschland läuft. Also, schnauze halten und blechen. Es ist ja angeblich alles alternativlos.

  • Vor Wochen hatte ich einen Kommental bei einem der anderen Finanzskandale (gibt ja schon so viele) geschrieben: "Die Finanzwirtschaft und insbesondere das Investmentbanking ist das Krebsgeschwür der Weltgemeinschaft / -wirtschaft".
    Dies wurde vom Handelsblatt gelöschte - diesmal wieder? Oder ist es nun endlich jedem klar!?!?!
    Diese Banken sind alle nicht to big to fail, eine geordnete Abwicklung muss erfolgen, es kann nicht sein, dass diese Verbr... äh anständigen Institue mit Steuergelder gerettet werden und dann weitermachen wie bisher. Diese Leute gehöreen in den Gulag ach nein einfach mit Millionen-Abfindungen gekündigt.

  • Ach, das wird balde wieder alles in Vergessenheit geraten und den Bankern wird garnichts passieren.
    Glaubt wirklich jemand das die politische Kaste gegen die Herren vorgeht die sie füttern.

  • das ist nur die Spitze des Eisbergs.
    Ich lebe in Kanada und muss mir von tschechischen, romaenischen und griechischen Bekannten erzaehlen lassen, wie naiv oder daemlich die Deutschen sind. Alle Mitgliedsstaaten erwarten ununterbrochene Zahlungen der BRD.
    .
    Deutschland, Land der Kriecher und Speichellecker!

  • Das sind in der Tat zwei dicke Hunde. Andererseits, ist es nicht schon lange klar, dass sich de facto völlig unproduktive Banker auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung die Taschen voll machen? Aber moment, wenn unsere Volksvertreter dass fast einstimmig alternativlos richtig finden muss die Frage erlaubt sein, von wem wir mehr betrogen werden. Von denen, die ihre Möglichkeiten nutzen, oder denen, die diese Möglichkeiten auch noch fördern statt sie zu unterbinden. Wenn man Bankern Geld hinterherwirft, soll man sich wundern, dass die ihr Glück kaum fassen können und es nehmen, oder soll man nicht lieber die Werfer an den Baum hängen? Vor allem weil sie nicht ihr eigenes nehmen sondern das, was die Bevölkerung erst noch erwirtschaften muss!

    So, jetzt gehe ich ins Bett. Sonst rege ich mich auf und schreibe Sachen, die im Raster diverser Spionagefilterprogramme hängen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%