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Nachgefragt: Dietrich Hoppenstedt „Private Banken fahren einen Schleuderkurs“

Das Handelsblatt im Gesprächt mit Dietrich Hoppenstedt, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat auf das Friedensangebot des Sparkassenlagers reagiert. Er fordert nach wie vor eine Privatisierung der Sparkassen. Überrascht Sie das?

Es ist bedauerlich, dass unser Angebot vom privaten Bankenverband ausgeschlagen wird. Man ist dort offensichtlich mehr auf Auseinandersetzung als auf Kooperation für den deutschen Finanzmarkt aus. Es wirkt hilflos, immer nur vorzutragen, was bei anderen geschehen sollte, ohne von eigenen Beiträgen und Konzepten zu sprechen.

Für den BdB ist die öffentliche Trägerschaft und das Regionalprinzip der Sparkassen verzichtbar. Sind jetzt säulenübergreifende Kooperationen ausgeschlossen?

So lange es den Kunden, unserem Finanzmarkt und unserem Land insgesamt nutzt, werden wir kooperieren. Möglich wird dies mit den privaten Instituten sein, die nicht ständig unsere Existenzgrundlagen in Frage stellen. Ich bin hier zuversichtlich: Marktteilnehmer sehen andere Notwendigkeiten als Ideologen.

BdB-Präsident Breuer hat sich gegen Rosinenpickerei der privaten Banken unter den Sparkassen ausgesprochen. Für BdB-Hauptgeschäftsführer Weber ist der Sparkassenverbund ein Gebietskartell, das aufgehoben werden müsste. Sind das für Sie Widersprüche?

Leider ist der Bankenverband in seinen Aussagen nicht verlässlich. 2002 hat Bankenpräsident Breuer in einem gemeinsamen Termin beim Bundeskanzler gesagt, dass die Kontroverse beendet ist. Vor zehn Tagen hat der Bankenpräsident für Kooperationen geworben, jetzt reitet sein Verband eine neue Generalattacke. Was soll man von solchen Positionswechseln halten? Ein Konzept für den deutschen Bankenmarkt können wir darin nicht entdecken. Dieser Schleuderkurs schadet dem deutschen Finanzplatz und der Glaubwürdigkeit seiner Akteure.

Der BdB lobt den italienischen Unicredito, der aus fünf Sparkassen und zwei Privatbanken entstand. Auch ein Modell für Sie?

Der italienische Bankenmarkt hatte vor einigen Jahren grundlegende Probleme, auf die man mit einer Vielzahl von Maßnahmen reagiert hat. Unser Bankenmarkt funktioniert. Ich sehe keinen Grund, etwas in Frage zu stellen, was bei den Kunden gut ankommt.

Die Entstaatlichung des öffentlichen Bankensektors ist für den BdB Voraussetzung, um Wettbewerbsnachteile beheben zu können. Teilen Sie die Analyse?

Sparkassen sind Institute der Bürgerinnen und Bürger. Das wollen wir bleiben. Und der Bankenverband will den Menschen die Sparkassen nehmen. Das ist der Unterschied in den Positionen.

Die Fragen stellte Frank Matthias Drost

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