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Network International Ein Unternehmen aus Dubai legt den bisher größten Börsengang Europas 2019 hin

Trotz Brexit-Chaos lockt Großbritannien noch Investoren an: An der Londoner Stock Exchange hat Network International nun ein starkes Börsendebüt gefeiert.
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Der in der Metropole ansässige Zahlungsabwickler ein gutes Börsendebüt in London zelebriert. Quelle: Reuters
Skyline von Dubai

Der in der Metropole ansässige Zahlungsabwickler ein gutes Börsendebüt in London zelebriert.

(Foto: Reuters)

BerlinMit Network International erobert ein Zahlungsabwickler vom Arabischen Golf die Londoner Börse. Diesen Mittwoch hat die Firma aus Dubai den bisher größten Börsengang Europas hingelegt – mit einer Aktienplatzierung im Umfang von 1,4 Milliarden US-Dollar.

Im ersten Quartal waren Börsengänge in Europa mit Erlösen von insgesamt einer Milliarde Dollar laut einer Bloomberg-Erhebung so schwach wie seit 2012 nicht. Die Listung von Network International ist nicht nur eines von wenigen Events, die nicht vom Brexit-Chaos überschattet wurden. Sie ist zugleich auch der erste große IPO in der britischen Hauptstadt in diesem Jahr.

Network International überzeugte Anleger – im Gegensatz zu anderen Börsenneulingen – auch nach der Erstnotiz: Der Aktienkurs stieg gleich um 22 Prozent und pendelte sich dann bei einem Plus von 16 Prozent ein. „Der starke Start von Network als Aktiengesellschaft unterstreicht deutlich die derzeit positive Stimmung im Technologiesektor, insbesondere im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs“, sagte Thomas Fitzgerald, Fondsmanager bei EdenTree Investment Management Ltd. in London.

Für den Vorstandsvorsitzenden von Network International ist London nach wie vor ein attraktiver Standort. „Angesichts des globalen Charakters unseres Geschäfts war London unsere erste Wahl angesichts des ausgereiften und entwickelten Fintech- und Zahlungssektors“, sagte Simon Haslam dem in Dubai erscheinenden Magazin „Arabian Business“.

Sein Unternehmen sei vom Brexit nicht direkt betroffen: „Natürlich werden wir die Marktentwicklung genau beobachten und sehen, wie sich die Dinge in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln“, sagte Haslam.

„Unser Geschäft findet jedoch außerhalb der Europäischen Union statt und wird daher nicht direkt von den Beziehungen Großbritanniens zur EU beeinflusst.“ London verfüge „über einen der weltweit größten Kapitalpools, Zugang zu einer breiten Investorenbasis und einen ausgewogenen und respektierten Rahmen für Regulierung und Corporate Governance“.

Auf den Börsengang von Network International in London werden weitere von Firmen aus dem Golf-Emirat Dubai folgen: In den Startlöchern steht auch Finablr. Das Unternehmen will laut Insidern 500 Millionen US-Dollar in der Finanzmetropole einspielen.

Finablr ist eine in den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE) ansässige Holdinggesellschaft. Sie fungiert als Geldwechsler und betreibt für die Heimatüberweisungen der Millionen Gastarbeiter die bedeutsamen Marken UAE Exchange, Travelex Holdings und Xpress Money.

Im vergangenen Jahr wickelten diese Marken mehr als 150 Millionen Transaktionen im Wert von 114,5 Milliarden US-Dollar ab. Das Unternehmen ist in 44 Ländern präsent und verfügt über ein Netzwerk in 170 Ländern.

Ein weiteres Zahlungsunternehmen, Nexi SpA, plant, Aktien an der Mailänder Börse zu platzieren. Analysten halten es für möglich, dass dieser IPO den von Network International noch übertreffen – und sogar einer der größten europäischen IPOs des Jahres werden könnte.

Wer ist Network International?

Network International ist bisher in Europa weitgehend unbekannt. Aber jedes Mal, wenn in Golfstaaten Kreditkarten verwendet oder Terminals angezapft werden, um eine Zahlung vorzunehmen, oder einen Geldautomat benutzt wird, dürfte Network International im Spiel sein.

Das Unternehmen wickelte im vergangenen Jahr 681 Millionen Transaktionen im Wert von 40 Milliarden US-Dollar ab. Jede Transaktion wird in weniger als einer Sekunde abgewickelt, wobei ein kleiner Teil des Betrags an die Firma geht.

Network International wickelt auch fast 75 Prozent aller Transaktionen in den UAE und eine deutliche Mehrheit in Jordanien, zwei seiner größten Märkte, ab. Der Zahlungsabwickler ist mit einem Kundenstamm von über 65.000 Händlern und 220 Finanzinstituten in über 50 Ländern im Nahen Osten und in Afrika vertreten.

Network International wurde 1994 als Tochtergesellschaft von Emirates NBD, der größten Bank der UAE, gegründet. 2011 erwarb der inzwischen nicht mehr tätige, skandalumwitterte Emerging-Markets-Investor Abraaj Group 49 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, das er 2015 an Warburg und General Atlantic verkaufte.

Emirates NBD besitzt nun noch 25,5 Prozent der Network-Anteile. Auch die anderen bisherigen Aktionäre haben durch den Börsengang ihre Anteile reduziert. Im Gegenzug stieg kurz vor dem Börsengang auch der Kreditkarten-Konzern Mastercard bei Network International als Ankeraktionär ei.

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1 Kommentar zu "Network International: Ein Unternehmen aus Dubai legt den bisher größten Börsengang Europas 2019 hin"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sehr geehrte Redaktion, das ist definitiv ein sehr spannender und exzellent geschriebener Artikel! Jedoch, wenn Sie schon über den "bisher größten Börsengang Europas" im Jahr 2019 berichten, dann taxieren Sie den Wert des Unternehmenslistings doch bitte auch in Euro und nicht in US-Dollar. Wo bleibt denn Ihr europäischer Patriotismus? Oder hat das Unternehmen die Aktien in US-Dollar an der Londoner Börse herausgegeben? Ein sehr interessantes Unternehmen ist Network International aus meiner Perspektive allemal. Wenn wir als Deutsche den Euro allerdings selbst schon kleiner reden bzw. schreiben als er ist, dann müssen wir uns auch nicht wundern, wenn die EZB, mit Sitz in Frankfurt (Main), in zehn Jahren US-Dollar herausgibt und keine Euros mehr. Mit den besten Grüßen, Ihr Leser P.S.: Auch müssen wir uns dann langfristig nicht wundern, wenn es arabische Unternehmen oder sonstige Unternehmen eher nach London an die Börse zieht als nach Frankfurt. Die Briten und US-Amerikaner sind nicht so bescheiden wie die Deutschen. Deshalb verfügen sie heute auch über größere und global vermeintlich relevantere Finanzplätze als wir. Als Europäer taxiert man die Welt bitte ab jetzt in Euro.