Neue Bonitätsnote BBB+ Fitch stuft Deutsche Bank herab

Neuer Rückschlag für die Deutsche Bank und ihren Chef John Cryan. Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität des größten heimischen Geldhauses herabgestuft. Die Begründung liest sich wenig schmeichelhaft.
Update: 29.09.2017 - 10:12 Uhr 2 Kommentare
Das langfristige Rating soll auf „BBB+“ herabgestuft worden sein. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

Das langfristige Rating soll auf „BBB+“ herabgestuft worden sein.

(Foto: Reuters)

BerlinVielleicht tröstet es John Cryan, den Chef der Deutschen Bank, ein bisschen, dass der vergangene Herbst noch sehr viel trüber war. Damals sorgte eine Strafandrohung von rund 13 Milliarden Dollar durch das US-Justizministerium für eine massive Vertrauenskrise. Kunden zogen Milliarden ab und Investoren zweifelten an der finanziellen Stabilität der Bank.

So schlimm ist es dieses Mal bei weitem nicht, aber doch unerfreulich genug. Der Aktienkurs kränkelt seit Monaten, einflussreiche Großinvestoren zweifeln an Cryan und seinen beiden Stellvertretern Marcus Schenck und Christian Sewing – und jetzt hat auch noch die Ratingagentur Fitch die Bonität des Geldhauses herabgestuft. Das langfristige Rating sei auf „BBB+“ von zuvor „A-“ herabgestuft worden, teilte die Agentur am Donnerstagabend mit. Der Ausblick sei stabil.

Die Agentur begründete die Herabstufung mit dem kontinuierlichen Druck auf die Ergebnisse der Bank, gepaart mit der sich hinziehenden Implementierung der Strategie. „Wir gehen nicht länger davon aus, dass die Erträge klare Hinweise auf eine Erholung dieses Jahr zeigen und wir erwarten, dass weitere notwendige Restrukturierungskosten das Nettoergebnis belasten werden“, schreiben die Analysten von Fitch. Im Vergleich zu anderen globalen Banken habe die Deutsche Bank einen weiteren Weg bei der Restrukturierung vor sich.

Im Gegensatz zur Bewertung für das Frankfurter Geldhaus bestätigte Fitch die Bonitätsnoten für die meisten anderen Banken, etwa JP Morgan, Citigroup und Société Générale. Der Schweizer Konkurrent Credit Suisse steht mit „A-“ besser da als die Deutsche Bank, und die Züricher UBS stufte Fitch sogar auf „A+“ von zuvor „A“ hoch.

Die Bonitätsnoten sind wichtig für die Banken, weil sie mit über die Refinanzierungskosten der Institute entscheiden. „BBB+“ ist die drittniedrigste Bewertung von Fitch, die noch in die Kategorie „Investment Grade“ fällt, die für Anlagen mit guter Bonität steht. Der Fitch-Konkurrent Standard & Poor’s hatte die Deutsche Bank im März noch auf „A“- von „BBB+“ heraufgestuft. Dafür war vor allem eine Gesetzesänderung verantwortlich, die erstrangige Gläubiger besser schützt. Die ebenfalls wichtige Rating-Agentur Moody's bewertet die Frankfurter mit der Note „Baa2“.

Seit Anfang dieses Jahres sackte der Kurs der Deutschen Bank um mehr als sieben Prozent ab, damit gehört das Geldhaus zu den schlechtesten europäischen Großbanken an der Börse. Am Freitagmorgen ging es noch einmal um 0,5 Prozent abwärts. Die schlechte Performance ist ein Grund für harsche Kritik aus den Reihen einflussreicher Großinvestoren, die inzwischen anzweifeln, dass Cryan der richtige Mann ist, um die Bank wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

Allerdings gibt es auch andere gewichtige Stimmen aus dem Anlegerkreis, die den Briten nach wie vor als kühl analysierenden Sanierer schätzen. Aber selbst bei diesen im Prinzip wohlwollenden Großaktionären ist inzwischen die Ungeduld herauszuhören. Nach den enttäuschenden Zahlen für das erste Halbjahr sei klar, dass Cryan und das Team, das er um sich geschart hat, nicht mehr unbegrenzt Zeit hätten, um belastbare Erfolge vorzuweisen.

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2 Kommentare zu "Neue Bonitätsnote BBB+: Fitch stuft Deutsche Bank herab"

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  • - Refinanzierungskosten? Die Deutsche Bank Tochter Postbank hat eine sehr gute Refinanzierungsstruktur, da viele Kleinanleger dort ihr Sparbuch haben.
    - Zukunft? Einerseits sollen die Zinsen steigen in Amerika - gut für die Deutsche Bank, andererseits sollen die Unternehmenssteuern in Amerika gesenkt werden - gut für die Deutsche Bank.
    WESHALB DIE RATING BEWERTUNG GESENKT WIRD, WIRKT AUS FUNDAMENTALER SICHT NICHT EINLEUCHTEND

  • 7 Cent sind nicht 7%
    auch wenn es einige noch so gerne sehen würden.

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