Neue Regelung in England Boni in Gefahr

Auch Banker, die ihren Arbeitgeber wechseln, müssen mit der Rückforderung neuer Prämien rechnen, wenn sich ihre alten Geschäfte als verhängnisvoll herausstellen. Doch ist das in der Praxis umsetzbar?
Banker sollen in jedem Fall zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie zu große Risiken eingegangen sind. Quelle: ap
Finanzplatz London

Banker sollen in jedem Fall zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie zu große Risiken eingegangen sind.

(Foto: ap)

LondonFür britische Banker, die auf Grund von Fehltritten um ihre Boni fürchten, gibt es bisher noch einen Ausweg aus der Klemme. Sie können ihre Prämie oder zumindest einen Teil davon retten, indem sie rechtzeitig den Arbeitgeber wechseln.Üblicherweise vereinbaren sie dann mit der neuen Bank beim Jobantritt ein Vergütungspaket, das auch Ansprüche auf Boni abdeckt, die die alte Firma ansonsten erst mit Verzögerung oder gar nicht ausgezahlt hätte, wenn im Nachhinein Verfehlungen ans Tageslicht gekommen wären.

Die bei der Bank of England angesiedelte Bankenaufsicht Prudential Regulation Authority (PRA) will dem jetzt einen Riegel vorschieben. Individuen sollen in jedem Fall zur Verantwortung gezogen werden können und keine Möglichkeit haben, dem zu entgehen, sagte PRA-Chef Andrew Bailey am Mittwoch.

MBA-Studenten stehen nicht mehr auf Investmentbanking
Platz 9: MIT Sloan
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Die MIT Sloan School of Management in Massachusetts ist eine der renommiertesten Wirtschaftsschulen der USA. An den Fakultäten lehrten namhafte Forscher wie die Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Samuelson, Franco Modigliani und Robert M. Solow. Zu den ehemaligen Studenten der Universität zählen Kofi Annan, Benjamin Netanjahu und William C. Ford. Alle drei sind keine Investmentbanker – und das scheint kein Zufall zu sein. Denn seit 2008 nimmt die Popularität des Investmentbanking beim MIT Sloan stark ab.

Popularitätsverlust*: 19.8 Prozent

*Popularitätsverlust des Investmentbankings von 2008 bis 2014, Quelle: FT Research

Platz 8: Stanford
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60 Kilometer von San Francisco entfernt liegt die Stanford University. Die private Hochschule ist eine der forschungsstärksten der Welt. Rund 30 Nobelpreisträger brachte Stanford hervor. Investmentbanker hingegen kommen immer seltener von der Stanford University.

Popularitätsverlust: 20 Prozent

Platz 7: Insead
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Die Insead Business School wurde 1957 gegründet und bietet interessierten Studenten die Möglichkeiten sich an den Fakultäten in Fontainebleau (Frankreich) und Singapur zu bilden. 2010 wurden in Abu Dhabi ein weiterer Campus eröffnet. Außerdem arbeitet Insead eng mit der Wharton School zusammen. Die MBA-Absolventen aus den drei Standorten meiden jedoch zunehmend das Investmentbanking. Seit 2008 hat sich die Zahl um mehr als ein Drittel verkleinert.

Popularitätsverlust: 31 Prozent

Platz 6: Booth University
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Die University of Chicago Booth School of Business ist die zweitälteste Business-Schule der USA. Gegründet wurde sie 1898. Aber auch in der Booth School sinkt das Interesse am Investmentbanking. Zahlreiche MBAs suchen immer öfter den Weg in Unternehmen abseits der Finanzbranche. Hoch im Kurs sind Tech-Konzerne wie Google und Amazon. Sie locken vor allem mit arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsbedingungen.

Popularitätsverlust: 32 Prozent

Platz 5: Wharton University
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Der US-Industrielle Joseph Wharton hat mit der Wharton School in Philadelphia 1881 die erste Business School in den USA gegründet. Seitdem hat sich die Universität als einer der führenden Wirtschaftsschulen etabliert. Der altehrwürdige Ruf kann den Interessensschwund am Investmentbanking allerdings nicht kaschieren. Als Gründe dafür werden die hohe regulatorischen Einschränkungen im Investmentbanking, die zu langen Arbeitszeiten, der Sexismus in der Finanzbranche und der mangelnde gesellschaftliche Nutzen der Arbeit als Investmentbanker genannt.

Popularitätsverlust: 43 Prozent

Platz 4: Haas School of Business
6 von 9

Die Haas School of Business ist die Wirtschaftsfakultät der Berkeley University in Kalifornien. Gegründet wurde sie 1898. Viele der MBAs auf der Haas School und anderen MBA-Schulen schrecken - neben den Arbeitsbedingungen - auch die milliardenschweren Verluste im Investmentbanking, die Skandale und die sinkenden Boni-Zahlung der vergangenen Jahre ab.

Popularitätsverluste: 44 Prozent

Platz 3: Columbia Business School
7 von 9

Nicht nur das Investmentbanking ist betroffen. Immer mehr Uni-Absolventen meiden auch andere Bereiche des Finanzwesens. So laufen etwa der Versicherungsbranche, den Fondsmanagements und Unternehmensberatungen die Talente davon. Besonders viele der begabten Studenten, die mit der Finanzbranche auf Kriegsfuß stehen, kommen von der Columbia Business School.

Popularitätsverlust: 45,6 Prozent

Geht es nach seinem Willen, sollen künftig auch Sonderzahlungen, die ein Banker beim Jobwechsel von seinem neuen Arbeitgeber erhält, zurückgefordert werden können – wenn sich die früheren Geschäfte dieses Mitarbeiters später als verhängnisvoll und verlustträchtig herausstellen sollten. Diesen Vorschlag zur Verschärfung der Bonusauflagen hat Bailey jetzt in die Debatte gebracht, um Schlupflöcher zu schließen.

Diese Regel soll für Topbanker gelten. Im Zweifelsfall können die neuen Arbeitgeber eine Befreiung des davon betroffenen Bankers von dieser Auflage durchsetzen, wenn sie diese für völlig unzumutbar halten.

Die Auflagen zur Rückforderung von Prämien fallen jetzt schon in Großbritannien deutlich strenger aus als in anderen Ländern. Wenn Topbanker gegen Vorgaben verstoßen, weil sie etwa zu große Risiken eingegangen sind, können ihre Boni unter bestimmten Bedingungen bis zu zehn Jahre nach Auszahlung zurückgefordert werden.

Es ist jedoch unter Juristen umstritten, ob der neueste Vorstoß der Bankenaufsicht, bei dem Führungskräfte Prämien eines neuen Arbeitgebers im Falle von Verfehlungen bei ihrer alten Firma zurückzahlen müssen, wirklich funktionieren kann. Denn dabei müssten der neue und der alte Arbeitgeber möglicherweise sensible Informationen über Entscheidungen des betroffenen Mitarbeiters austauschen, warnen Fachleute. Und das könnte sich in der Praxis als nicht durchführbar erweisen.

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