Neuer Onlinevergleich Der Tarif des Versicherungschefs

Clemens Muth kämpft bei der DKV gegen einen Rückgang der Versicherten. Ein Mittel zum Zweck: ein neuer Online-Tarifvergleich. Auch der Chef selbst könnte sparen – wenn er auf Einzelzimmer im Krankheitsfall verzichtete.
9 Kommentare
Zentrale der DKV in Köln. Quelle: dpa

Zentrale der DKV in Köln.

(Foto: dpa)

KölnEs kommt nicht alle Tage vor, dass Vorstandschefs von Versicherern persönliche Daten verraten. Clemens Muth, Chef des privaten Krankenversicherers DKV, hat damit kein Problem. Um einen Online-Tarifcheck vorzustellen, präsentierte er sich am Montag kurzerhand selbst als Versuchskaninchen.

Er ging im Internet live in seinen DKV-Account und verriet dabei gleich auch einige Dinge, die man sonst nicht erfährt. So zahlt er zum Beispiel monatlich 530,14 Euro für seine private Krankenversicherung (PKV). Damit liegt er ein gutes Stück unter dem Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Aber nur, weil er einen Firmenrabatt bekommt. Ohne diesen läge er in etwa auf GKV-Niveau – preislich betrachtet. Von den Leistungen her sieht er sich deutlich darüber.

Seit 2011 ist Clemens Muth Chef der Deutschen Krankenversicherung (DKV). Quelle: PR

Seit 2011 ist Clemens Muth Chef der Deutschen Krankenversicherung (DKV).

(Foto: PR)

Offen legte Muth auch, dass er erst seit Dezember 2010 DKV-Kunde ist, was wohl mit seinem Wechsel von München nach Köln zusammenhängt. Schließlich ist er bereit, in seinem Tarif einen Selbstbehalt von 800 Euro im Jahr zu übernehmen, was seinen monatlichen Beitrag auch etwas drückt. Ohne Selbstbehalt zahlt man mehr. Wichtig sind ihm unter anderem ein Einbettzimmer und die Behandlung durch den Chefarzt.

Die Vorführung hat einen ernsten Hintergrund: Ein privat krankenversicherter Kunde darf innerhalb eines Krankenversicherers in andere Tarife wechseln – doch in der Praxis klappt das bisher nicht gut. Zum einen durchblicken nur Experten die vielen Tarife und Tarifvarianten. Zum anderen erwecken viele Unternehmen den Eindruck, dass ihnen Wechsel von einem zum anderen Tarif eher unangenehm sind.

Die Folge: Außerhalb der Krankenversicherer hat sich eine Vermittlerschar etabliert, die genau diesen Service anbietet. Das Ziel ist dabei meistens, durch einen Tarifwechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV) Geld zu sparen. Dass dieser Service von vielen Kunden dankbar angenommen wird, ärgert aber viele PKV-Manager. DKV-Chef Muth macht nun aus der Not eine Tugend und bietet den halb-automatischen Tarifwechsel über das Internet an. Die Preise sind transparent, der endgültige Wechsel sei dann nach einem Gespräch mit Fachleuten der DKV möglich.

Mit ein paar Klicks zeigt Muth, dass er allein durch die Bereitschaft ein Zwei- statt Einbettzimmer bei einem Krankenhausaufenthalt zu beziehen, seinen Beitrag um rund 46 Euro monatlich drücken könnte. In den Tarif könnte er übrigens ohne Gesundheitsprüfung wechseln – auch das spuckt der Online-Check aus. Daneben gibt es auch Varianten mit neuer Gesundheitsprüfung, was Versicherte aber vermeiden.

Einnahmen nur leicht gesteigert
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Neuer Onlinevergleich - Der Tarif des Versicherungschefs

9 Kommentare zu "Neuer Onlinevergleich: Der Tarif des Versicherungschefs"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Robert, als DKV Vermittler hält / musst Du ja die Fahne hochhalten, obwohl Du es ja besser wissen solltest. Üblicherweise verhindern ja gerade die DKV Vermittler eine "Optimierung", weil dann Ihre Bestandsfolge sinkt und Ärger mit dem Filialdirektor entsteht..

  • Was für eine außerordentliche Heuchelei !
    Jeder interessierte Kunde kann sich ja einmal mit mir in Verbindung setzen, ich werde ihm dann gerne einmal die "DKV- Praktiken" erläutern- zumal es sich über das Internet alles prima im Sinne der Gesellschaft steuern lässt...

  • Feine Sache! Hier kann sich ein DKV Kunde vorab informieren und den Feinschliff mit "seinem" DKV Berater vorbereitet angehen. Keine Chance für überflüssige Honorar Haie. Ich bin begeistert.
    R. Haleck

  • "Dass dieser Service von vielen Kunden dankbar angenommen wird, ärgert aber viele PKV-Manager."

    Warum ärgern sich die PKV-Manager? Kann es ihnen nicht total egal sein, wenn Versicherungsnehmer für eine externe Dienstleistung Geld bezahlen? Dass die Versicherungswirtschaft sich Sorge um die Geldbörse des Versicherungsnehmers macht, halte ich für zu weit her geholt? Woher kommt denn sonst die Verärgerung? Vielleicht weil der externe Dienstleister die Pläne des Versicherers kreuzt? Das wäre zumindest ein Argument. ;-)

  • Ich bin kein Fan der DKV, aber dieser Online-Service für Kunden ist ein richtiger Schritt zu mehr Offenheit und Transparenz. Prima Sache!

  • "Ich habe eine 14 tägige Krankschreibung (ohne Medikation) einer psychischen Behandlung in meiner Vormitgliedschaft (vor 2001) beim Wechsel zur PKV nicht angegeben und wollte ein Jahr später Leistungen eines Psychologen abrechnen.!!!!"

    Das hat die PKV gleich genutzt,
    um mich fristlos als Mitglied mit der Begründung, ich hätte die PKV betrogen,
    zu kündigen."

    Mit Verlaub, Sie wundern sich doch nicht wirklich darüber, oder ?

    Wenn Sie schon selbst gegen die vorvertragliche Anzeigepflicht verstoßen,
    um dann mal schnell Leistungen abrechnen zu wollen, ist die von Ihnen geschilderte Vorgehensweise des Versicherers völlig legitim.

    Sie sollten froh sein, daß Sie keine Strafanzeige erhalten haben.
    Nichts für ungut, aber nicht die PKV, sondern Sie selbst sind schuld.

  • Die privaten Versicherer nutzen knallhart die Möglichkeit der Kündigung bzw. der Leistungsverweigerung, wenn Kunden Fehler bzw. falschen Angaben bei den Gesundheitsfragen bzw. bei der Gesundheitsprüfung vor Aufnahme in die Krankenkasse gemacht haben.
    Die kleinsten Fehler des Kunden bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen werden später genutzt, um das Mitglied wegen Betruges zu kündigen.

    Ich habe eine 14 tägige Krankschreibung (ohne Medikation) einer psychischen Behandlung in meiner Vormitgliedschaft (vor 2001) beim Wechsel zur PKV nicht angegeben und wollte ein Jahr später Leistungen eines Psychologen abrechnen. Das hat die PKV gleich genutzt, um mich fristlos als Mitglied mit der Begründung, ich hätte die PKV betrogen, zu kündigen.
    Ich hatte Gott sei Dank die Möglichkeit gehabt, in eine gesetzliche Krankenkasse aufgrund einer AG-Kündigung zu wechseln. Seit dieser Zeit war ich nicht mehr krank und habe den Rat meines Anwaltes befolgt: „Nie wieder PKV!“
    Bei einer ähnlichen Situation müssen sie operiert werden und die PKV lehnt die OP ab, da sie wieder einmal ein Haar in der Suppe bei den Gesundheitsfragen gefunden hat.
    So ist das eben bei vielen aanderen Versicherungen. Wenn Leistungen gezahlt werden sollen, dann wird der Kunde sehen, welchen Vertragspartnern sie jahrelang vertraut haben.
    Der Kunde hat dann das Nachsehen, weil er dann gegen große Anwaltskanzleien der Versicherer kämpfen muss. Vielleicht bekommt er nach Jahren recht. Die Gesundheit hat dann garantiert gelitten! Nie wieder PKV!

  • Von wegen...
    Ich zitiere: "Für diese Tarife ist ein Tarifcheck im persönlichen Kundenbereich aktuell nicht möglich."

  • Alles nur Augenwischerei
    Ich zitiere:
    "Für diese Tarife ist ein Tarifcheck im persönlichen Kundenbereich aktuell nicht möglich."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%