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Neujahrsempfang Deutsche-Bank-Chef stellt sich auf ein turbulentes Jahr ein

Christian Sewing warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft und an den Märkten. Zum neuen Jahr wünscht er sich eine Deutsche Bank, die ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird.
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„Das Umfeld ist rauer geworden. Die Zukunft sieht ungewisser aus als noch vor zwölf bis 24 Monaten“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing beim Neujahrsempfang des Geldhauses. Quelle: dpa
Christian Sewing

„Das Umfeld ist rauer geworden. Die Zukunft sieht ungewisser aus als noch vor zwölf bis 24 Monaten“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing beim Neujahrsempfang des Geldhauses.

(Foto: dpa)

FrankfurtEine wirklich optimistische Rede von Christian Sewing zum großen Neujahrsempfang der Deutschen Bank in Berlin hat wohl keiner erwartet. Dazu ist die Lage an den Märkten, in der Weltwirtschaft, aber auch die Situation der Bank einfach zu komplex. „Das Umfeld ist rauer geworden. Die Zukunft sieht ungewisser aus als noch vor zwölf bis 24 Monaten“, warnte der Manager am Dienstagabend in der Hauptstadt-Niederlassung des größten heimischen Geldhauses.

Damit meint Sewing allerdings nicht das eigene Haus, sondern die vielen Risiken, die zu Beginn des Jahres Kunden, Investoren und Bankern die Sorgenfalten auf die Stirn treiben, vom ungeordneten Brexit, über die Handelskonflikte, die Fragezeichen hinter der Finanzstabilität in Europa und der rekordhohen Verschuldung in der Welt.

Aber auch für die Deutsche Bank ist das Umfeld rauer, ist die Zukunft ungewisser geworden. Das vierte Quartal 2018 war nach dem Ausverkauf an den Märkten für fast alle Banken eine ziemlich düstere Angelegenheit. Die Deutsche Bank hat es aber wahrscheinlich besonders hart getroffen, weil zu den Turbulenzen noch eine groß angelegte Durchsuchungsaktion der Staatsanwälte im Dezember und die Verwicklung in den Geldwäscheskandal rund um die Danske Bank kamen, die Mitarbeiter und Klienten verunsichert haben. Sewing bedankte sich in seiner Neujahrsrede denn auch bei den „vielen Kunden, die auch in den vergangenen Wochen zu uns standen“. Die Bank habe das größte Interesse daran, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Nicht nur die Deutsche Bank, auch die Commerzbank hinkt der Konkurrenz seit Jahren hinterher. In den vergangenen zwölf Monaten verloren beide Aktien rund die Hälfte ihres Wertes. Die Dauermisere der beiden privaten Großbanken ist ein Grund dafür, dass die Gerüchte über eine Fusion beider Institute wieder einmal hochkochen.

Die Bundesregierung wirbt hinter den Kulissen bereits für eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank. Vertreter der Bundesregierung haben nach Informationen des Handelsblatts bei der Bankenaufsicht wegen eines Zusammenschlusses der Institute vorgefühlt. Dabei haben sie nach Angaben von Insidern versucht, Sympathie für einen solchen Schritt zu schaffen. Bei der Finanzaufsicht gibt es den Handelsblatt-Informationen zufolge aktuell keinen grundsätzlichen Widerstand gegen eine solche Fusion, die Kontrolleure sähen aber noch viele offene Fragen.

„Das Umfeld ist rauer geworden. Die Zukunft sieht ungewisser aus als noch vor zwölf bis 24 Monaten“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing beim Neujahrsempfang des Geldhauses. Quelle: Reuters
Deutsche Bank

„Das Umfeld ist rauer geworden. Die Zukunft sieht ungewisser aus als noch vor zwölf bis 24 Monaten“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing beim Neujahrsempfang des Geldhauses.

(Foto: Reuters)

Zu den Fusionsspekulationen sagte Sewing in Berlin nichts. Aber er meldete für sein Haus den Anspruch an, zu den großen und starken Banken in Europa zu gehören. Die Bilanz sei so solide wie selten zuvor, die Kosten habe man im Griff und die Rechtsrisiken reduziert.

Zu den Erträgen äußerte sich der Vorstandschef auch nicht, aber gerade die beständige Erosion der Einnahmen bereitet den Investoren die größten Sorgen. Trotz aller Risiken, die das neue Jahr mit sich bringt und trotz aller Gerüchte rund um die Bank will Sewing „nicht schwarzmalen“. Auch ein Mahner könne ein Optimist sein.

Mit dieser Zuversicht steht er trotz der massiven Kursverluste der vergangenen Wochen nicht allein da. Doug Braunstein, Chef des US-Hedgefonds Hudson Executive, sieht die Deutsche Bank trotz des Absturzes an der Börse noch immer als das „verlockendste Investment in der Finanzbranche“. In einem neunminütigen Video, das die Deutsche Bank auf ihre Homepage gestellt hat, betont Braunstein, dass das Management einen viel besseren Job mache, als es viele Kritiker wahrnehmen würden.

Braunstein hofft, dass er sein Investment innerhalb von drei bis fünf Jahren verdrei- oder vervierfachen kann. Anfang November war Hudson Executive mit einem Anteil von 3,1 Prozent bei der Deutschen Bank eingestiegen. Seither ist der Kurs von 9,24 auf 7,50 Euro gefallen.

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