NordLB Bremer Landesbank könnte komplett übernommen werden

Die kleine Bremer Landesbank ringt um ihre Zukunft: Sie braucht frisches Geld. Doch das ist nicht so einfach – nun will die NordLB sie komplett übernehmen.
Update: 06.06.2016 - 15:15 Uhr
Faule Schiffskredite haben bei der Bremer Landesbank ein Ringen um Finanzspritzen und die Zukunft des Geldhauses ausgelöst haben. Quelle: dpa
Bremer Landesbank

Faule Schiffskredite haben bei der Bremer Landesbank ein Ringen um Finanzspritzen und die Zukunft des Geldhauses ausgelöst haben.

(Foto: dpa)

Bremen/HannoverDie Tage einer völlig selbständigen Bremer Landesbank (BLB) könnten gezählt sein. Denn es zeichnet sich ab, dass die Landesbank ihre schwierige wirtschaftliche Lage nicht allein aus eigener Kraft meistern kann. Die BLB gehört zu 55 Prozent der NordLB in Niedersachsen, zu 41 Prozent dem Land Bremen und zu vier Prozent den niedersächsischen Sparkassen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen finden Gespräche auf Trägerebene statt. Der Ausgang sei zwar noch offen, aber als wahrscheinliche Variante gilt eine vollständige Übernahme.

Für besondere Belastungen sorgen bei der BLB derzeit die Schiffskredite. Die Schiffsbranche steckt im achten Krisenjahr, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Bei der Bilanzpressekonferenz im April sorgte der BLB-Vorstand schon mal vor. Ein Verlust für 2016 könne nicht ausgeschlossen werden. In einer ad hoc-Meldung vor wenigen Tagen hieß es nun, dass auf das Schiffskreditportfolio eine Abschreibung in hoher dreistelliger Millionenhöhe nötig sein werde. „Wir gehen davon aus, dass sich aus dem unerwartet hohen Wertberichtigungsbedarf zum Jahresende voraussichtlich ein Verlust in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags ergibt“, so eine Sprecherin.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals der BLB seien eingeleitet, hieß es ergänzend. Die Bank könnte wie in der Vergangenheit Anleihen emittieren, die Eigenkapitalcharakter haben. Auch synthetische Verbriefungen sind denkbar, durch die das Eigenkapital entlastet werden kann. Doch diese Maßnahmen dürften nicht ausreichen.

Alternativ wären Kapitalmaßnahmen der Träger vorstellbar. Doch Bremen gilt als klamm. Zudem könnte eine Kapitalspritze seitens des Landes ein Beihilfeverfahren der EU-Kommission auslösen.

Für die NordLB wäre es hingegen kein Problem, die BLB vollständig in den Konzernverbund zu integrieren. „Diese Variante wird durchgespielt“, hieß es. Die NordLB leidet zwar auch unter der anhaltenden Schiffskrise und erwartet in diesem Jahr einen Verlust, ist aber kapitalmäßig stärker aufgestellt. Am Ende einer Einigung könnte ein Ergebnis- und Abführungsvertrag mit der BLB stehen. Die Bank würde mit ihrem Markennamen erhalten bleiben, doch die Risikosteuerung würde künftig in Hannover erfolgen.

Offiziell will sich keine der Parteien zu dem Thema äußern, weil es emotional aufgeladen ist. Die Bremer haben schon in der Vergangenheit viel Wert auf Selbstständigkeit gelegt, obwohl bereits seit 1937 ein Verbund beider Banken besteht und die BLB seit dem Staatsvertrag 1983 Teil des Konzernverbunds der NordLB ist. Obwohl in Niedersachsen und Bremen rot-grüne Koalitionen reagieren, gelten die Gespräche als schwierig.

  • fmd
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