Nouy-Nachfolge EZB sucht neuen Top-Bankenkontrolleur – Italiener im Rennen

Ende Dezember scheidet Daniele Nouy aus dem Amt obersten Bankenkontrolleurin für die Eurozone aus. Die Nachfolge könnte sich schwierig gestalten.
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Nach fünf Jahren scheidet die Französin aus dem Amt aus. Quelle: dpa
Danièle Nouy

Nach fünf Jahren scheidet die Französin aus dem Amt aus.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Suche nach einem neuen obersten Bankenkontrolleur für die Euro-Zone geht in die heiße Phase. Die EZB veröffentlichte am Montag eine Stellenausschreibung für die Top-Position in der Finanzaufsicht – mit einer Bewerbungsfrist bis zum 24. August. Denn die Französin Daniele Nouy scheidet Ende Dezember nach fünf Jahren aus dem Amt. Zwar hat noch niemand öffentlich seinen Hut in den Ring geworfen.

Doch Insidern zufolge gibt es Interesse aus Italien. Es wartet keine leichte Aufgabe. Denn die Geldhäuser im Euro-Raum schleppten Ende 2017 als Spätfolge der Finanzkrise immer noch faule Kredite im Volumen von 721 Milliarden Euro mit sich herum. Zudem hinken viele Banken in puncto Gewinnstärke angelsächsischen Rivalen weit hinterher.

Die Europäische Zentralbank (EZB) beaufsichtigt seit Herbst 2014 die größten Unternehmen in der Finanzbranche - darunter hierzulande die Deutsche Bank und die Commerzbank. Bei kleineren Häusern haben nach wie vor die nationalen Behörden den Hut auf.

Für die Nouy-Nachfolge kursieren in Medienberichten bereits Namen. Dazu zählen der Chef der EU-Bankenaufsicht, Andrea Enria, EZB-Bankenwächter Ignazio Angeloni, die Vize-Notenbankchefin von Irland, Sharon Donnery, und der ehemalige Bankenaufseher bei der niederländischen Zentralbank, Jan Sijbrand. Drei mit der Situation vertraute Personen sagten Reuters, sie gingen davon aus, dass sich der Italiener Enria bewerben werde. Eine Stellungnahme war von ihm nicht zu erhalten.

Ein deutscher Kandidat gilt als unwahrscheinlich. Denn dadurch könnte der Weg versperrt werden, den Nachfolger von EZB-Chef Mario Draghi zu stellen. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat seine Bereitschaft signalisiert, nächstes Jahr für den Draghi-Posten zur Verfügung zu stehen.

Mit dem gleichen Argument wäre allerdings auch ein Chef-Bankenaufseher aus Italien schwer zu vermitteln. Denn dann würden bei der EZB 2019 für mehrere Monate lang die beiden Top-Positionen in Aufsicht und Geldpolitik von Italienern besetzt. Über die Draghi-Nachfolge muss spätestens nächstes Jahr entschieden werden, da dieser Ende Oktober 2019 nach acht Jahren aus dem Amt scheidet.

Die EZB könnte aber auch unter Druck kommen, eine Frau als Nouy-Ersatz zu finden. Im 25-köpfigen EZB-Rat sitzen derzeit nur zwei Frauen. Das EU-Parlament hatte bereits bei der Suche nach einem neuen EZB-Vize das große Ungleichgewicht kritisiert. Der Posten ging letztlich an den Spanier Luis de Guindos.

  • rtr
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