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Odey Asset Management Hedgefonds reduziert seine Leerverkaufsposition von Wirecard-Aktien

Der britische Hedgefonds Odey Asset Management hat seine Leerverkaufsposition gegen Wirecard reduziert. Die Bafin rechtfertig sich indes für ihr Verbot neuer Leerverkäufe.
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Wirecard: Hedgefonds reduziert seine Leerverkaufsposition Quelle: Reuters
Wirecard-Messestand

Leerverkäufe der Wirecard-Aktie sind zur Zeit von der Finanzaufsicht untersagt.

(Foto: Reuters)

MünchenNoch am Montag hatte der britische Hedgefonds Odey Asset Management angekündigt, möglicherweise gegen die deutsche Börsenaufsicht Bafin klagen zu wollen. „Die Möglichkeiten eines Rechtsstreits gegen die Bafin beschäftigen uns sehr“, hatte Fondsgründer Crispin Odey gesagt.

Die Bonner Behörde hatte zum Wochenauftakt überraschend ein Verbot von weiteren Netto-Leerverkäufen bei Wirecard für die Zeit von zwei Monaten ausgesprochen. Spekulative Investoren wie Hedgefonds durften ab diesem Zeitpunkt keine neuen Positionen gegen den Zahlungsdienstleister mehr eingehen oder bestehende Positionen erhöhen.

Mittlerweile hat der Hedgefondsmanager, der schon seit Jahren gegen Wirecard wettet, seine Position reduziert. Standen zu diesem Zeitpunkt noch 0,77 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals an Netto-Leerverkaufspositionen zu Buche, so sank die Zahl seither über 0,65 Prozent auf 0,56 Prozent. Das geht aus Meldungen im Bundesanzeiger hervor, die die Investoren ab einem Anteil von 0,5 Prozent abgeben müssen.

„Positionen reduzieren oder auflösen darf man weiterhin“, erklärte eine Sprecherin der Bafin auf Nachfrage. Das Verbot gelte nur für den Fall, dass Positionen neu eingegangen oder bestehende erhöht würden. Das Verbot gilt bis zum 18. April um 24 Uhr, dem Gründonnerstag. Weil danach das lange Osterwochenende folgt, vergehen weitere Tage, bis erneut auf fallende Kurse spekuliert werden darf.

Die Bafin verteidigte unterdessen ihr umstrittenes Verbot von Netto-Leerverkäufen für Wirecard Aktien. Eine Sprecherin sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“, es handle sich nicht um eine Parteinahme seitens der Bafin. „Wir schützen hier nicht ein einzelnes Unternehmen, sondern das Vertrauen in einen funktionsfähigen Markt.“

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Die Bafin befinde sich noch mitten in einer Untersuchung, „ob es Marktmanipulation in den Wertpapieren der Wirecard gab“, erklärte die Sprecherin. Man habe die Gefahr gesehen, dass die Preisbildung nicht mehr angemessen funktionieren könne, zudem habe die Bafin mehr Leerverkäufe registriert, als öffentlich bekannt sei.

Trotz der Reduzierung hält Odey Asset Management weiterhin die zweithöchste Leerverkaufsposition gegen Wirecard. Nicht reduziert hat dagegen bisher der New Yorker Hedgefonds Slate Path Capital, der in der vergangenen Woche vor Inkrafttreten des Verbots seine Position ausgebaut hatte. Er hält aktuell einen Anteil von 1,5 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals.

In der Regel handelt es sich bei den Leerverkäufern um Hedgefonds, die sich gegen eine Gebühr Aktien bei Großinvestoren wie Banken oder Versicherungen leihen, sie am Markt verkaufen und hoffen, sie später zu günstigeren Kursen wieder zurückkaufen zu können. Dann geben sie die geliehenen Papiere wieder an den eigentlichen Eigentümer zurück.

Bis Ende Dezember war der Verlauf der Leerverkäufe bei Wirecard unverdächtig, dann aber gingen Zahl und Volumina deutlich nach oben. Ab der letzten Januar-Woche, also der Phase unmittelbar vor der ersten Veröffentlichung über mögliche Unregelmäßigkeiten bei Wirecard in der „Financial Times“, und auch noch in den Tagen danach zogen sie kräftig an.

Auch der Handel mit Wirecard-Aktien an der Börse ging am Mittwoch erstmals seit Beginn der ersten Spekulationen Ende Januar spürbar zurück. 533.000 Stücke wurden bis zur Mittagszeit gehandelt. In den Tagen davor waren es zu diesem Zeitpunkt oft schon drei bis vier Mal so viel.

Das stellte selbst das Handelsaufkommen von Marktschwergewichten wie VW, Daimler, Allianz oder SAP in den Schatten. Am Mittwoch gehörte die Wirecard-Aktie dennoch zu den meist gehandelten im Dax. An den Medizinkonzern Fresenius, der am Morgen starke Zahlen präsentiert hat, kam an diesem Tag bisher jedoch kein anderes Unternehmen ran. Wirecard-Aktien verloren bis zur Mittagszeit bei einem leicht freundlicheren Markt um etwa 1,5 Prozent auf 118,45 Euro. 

Mehr: Nach dem Verbot von Wetten auf fallende Kurse muss Wirecard seine Aufklärungsarbeit beschleunigen, kommentiert unser Redakteur Christian Schnell.

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