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Österreichisches Geldhaus Oberbank stemmt sich gegen das Bankensterben

Die Oberbank expandiert mit neuen Filialen nach Sachsen und Baden-Württemberg. Damit stemmt sie sich gegen den Trend vieler deutscher Banken.
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Sparkasse und Co. – Warum sich Service vor Ort nicht mehr lohnt

WienImmer mehr Banken dünnen ihr Filialnetz in Deutschland. Die österreichische Oberbank stemmt sich jedoch gegen den Trend. Das Linzer Geldhaus wird erstmals nach Sachsen expandieren und seine Präsenz in Baden-Württemberg ausbauen. „Wir planen eine regelrechte Deutschland-Offensive“, sagte CEO Franz Gasselsberger am Mittwoch in Wien.

„Die Sparkassen sind extrem mit Filialen überversorgt. Das ist unsere Chance.“ In diesem Jahr sollen acht neue Filialen in Deutschland eröffnet werden, unter anderem in Leipzig, Dresden, Chemnitz und Halle. Damit besitzt die börsennotierte Oberbank insgesamt 161 Zweigstellen in Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn.

Die Expansion vollzieht sich aus einer Position der Stärke. „Wir verzeichnen hohes Wachstum in allen Bereich und erzielten das achte Rekordjahr in Folge“, sagte Gasselsberger, der seit 16 Jahren an der Spitze der Bank steht. Der Überschuss nach Steuern sprang im vergangenen Jahr um fast elf Prozent auf knapp 201 Millionen Euro.

Die Bilanzsumme kletterte um annähernd neun Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio lag zuletzt bei knapp 50 Prozent, damit deutlich unter dem landesüblichen Durchschnittsniveau von 66 Prozent nach Angaben der Österreichischen Nationalbank. Die Oberbank hatte zuletzt vor allem am wachsenden Kreditgeschäft profitiert, das überdurchschnittlich wuchs.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung sollen auch die Aktionäre zu spüren bekommen. Wie Gasselsberger bei der Vorlage der Bilanz sagte, wird eine Erhöhung der Dividende um 40 Prozent auf 90 Cent pro Aktie vorgeschlagen.

Die Oberbank mit 2100 Mitarbeitern konzentriert sich vor allem auf beratungsintensive Privatkunden- und Mittelstandgeschäft. Für das laufende Geschäftsjahr gab sich der umtriebige Vorstandschef, der im Nebenberuf auch Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Linz ist, defensiver. Ziel sei es, Erlöse und Erträge wie im vergangenen Jahr zu erzielen. „Wenn wir wieder das gleiche Ergebnis erreichen, bin ich froh“, sagte der CEO. Im nächsten Jahr feiert die Oberbank ihr 150-jähriges Bestehen.

Die Oberbank profitiert auch von der wirtschaftlichen Erholung im Heimatmarkt Österreich. Doch die Boomphase droht zu Ende zu gehen. Die Industrie präsentiere sich zu Frühlingsbeginn in sehr starker Verfassung, wenn auch nach Meinung der Bank Austria der Konjunkturhöhepunkt überschritten sei.

„Sowohl bei der Produktionsleistung, der Auftragsentwicklung und der Beschäftigung als auch bei den Lager- und Preistrends verdichten sich Anzeichen, dass die österreichische Industrie etwas an Schwung verliert“, warnte Stefan Bruckbauer, Chefökonom der österreichischen Unicredit-Tochter Bank Austria, am Mittwoch.

Auch Gasselsberger gab sich vorsichtig. „Die Stimmung bei den Unternehmen ist gut. Die Frage ist nur, wann schlägt sie um.“ Der Oberbank-Chef sieht nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland und Tschechien Anzeichen für eine Überhitzung.

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