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Offerte geplant Unicredit soll Übernahme der Commerzbank planen

Falls die Fusion mit der Deutschen Bank nicht klappt, könnte schon der nächste Interessent bereitstehen. Unicredit soll an Plänen für die Übernahme der Commerzbank arbeiten.
Update: 04.04.2019 - 10:11 Uhr 1 Kommentar
Die italienische Großbank liebäugelt offenbar mit der Commerzbank. Quelle: AFP/Getty Images
Unicredit-Zentrale in Mailand

Die italienische Großbank liebäugelt offenbar mit der Commerzbank.

(Foto: AFP/Getty Images)

Frankfurt/Mailand Der Druck im Kessel steigt: Während Deutsche Bank und Commerzbank über eine mögliche Fusion sprechen, pirscht sich die italienische Großbank Unicredit an den Verhandlungstisch heran.

Der Mailänder Finanzkonzern, der 2005 bereits die Münchener Hypo-Vereinbank (HVB) schluckte und vor rund zwei Jahren schon einmal mit der Commerzbank liebäugelte, werde sich nicht in die laufenden Frankfurter Fusionsgespräche einschalten, stehe aber bereit, falls diese scheitern, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Sie bestätigten damit einen Bericht der „Financial Times“.

Denkbar sei ein milliardenschweres Angebot der Italiener für die Nummer zwei unter den deutschen Privatbanken. Unicredit wolle mit einem bedeutenden Anteil die Kontrolle bei der Commerzbank übernehmen und diese dann mit ihrer deutschen Tochter HVB fusionieren, berichtete die Zeitung. Die Commerzbank wird derzeit an der Börse mit neun Milliarden Euro bewertet. An der Frankfurter Börse legten die im Nebenwerteindex MDax notierten Titel der Commerzbank um knapp vier Prozent zu.

Unicredit, die Commerzbank und die Deutsche Bank lehnten einen Kommentar ab. Sollte Unicredit am Ende zum Zuge kommen, wäre das vermutlich ein Alptraum-Szenario für die Deutsche Bank, weil diese im internationalen Vergleich zehn Jahre nach der Finanzkrise weit zurückgefallen ist und ihr auf dem Heimatmarkt ein mächtiger Gegner erwachsen würde. Die Deutsche-Bank-Aktie rutschte im frühen Handel um bis zu drei Prozent ab und war damit einer der größten Verlierer im Dax.

Die Informationen über eine mögliche Offerte aus Italien kommen zu einem interessanten Zeitpunkt. Am Mittwoch war durchgesickert, dass Deutsche Bank und Commerzbank offenbar unterschiedliche Vorstellungen über Dringlichkeit und Tempo der Gespräche über einen Zusammenschluss haben. Während Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sich mehr Zeit nehmen will, drückt Commerzbank-Boss Martin Zielke aufs Tempo, wie Eingeweihte berichteten.

Nun hieß es von zwei Insidern, die Gespräche liefen gut. Einer von ihnen sagte, die Verhandlungen würden „sehr sorgfältig“ geführt. „Wenn, dann machen wir es richtig.“ Darin seien sich Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Bank einig. Sprecher des größten heimischen Geldhauses und der Commerzbank wollten sich auch dazu nicht äußern.

Der „FT“ zufolge würde die fusionierte Bank ihren Sitz in Deutschland haben, der Mutterkonzern Unicredit in Italien. Reuters hatte vor zwei Jahren berichtet, dass die italienische Bank in Berlin Interesse an der Commerzbank angemeldet habe. Die Bank dementierte später ein solches Interesse. Eine Übernahme der Commerzbank könnte wohl nicht gegen den Widerstand des Bundes gelingen, denn der Staat ist mit 15 Prozent an der Bank beteiligt, seit er ihr in der Finanzkrise unter die Arme griff.

Deutsche Bank und Commerzbank loten derzeit Möglichkeiten für eine Fusion aus, auch weil Bundesfinanzminister Olaf Scholz sich für einen starken nationalen Champion in der Branche ausgesprochen hatte. Der Wirtschaftswoche zufolge will der Commerzbank-Vorstand bereits am kommenden Dienstag entscheiden, ob die Verhandlungen mit dem größeren Frankfurter Konkurrenten über einen möglichen Zusammenschluss weiter intensiviert oder abgebrochen werden sollen.

An diesem Tag treffen sich auch der Vorstand der Deutschen Bank und der Verwaltungsrat der Unicredit – letzterer, um die zwei Tage später anstehende Hauptversammlung vorzubereiten. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete unterdessen, in den Gesprächen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank könne es bereits am kommenden Wochenende zu einer Vorentscheidung kommen.

Unicredit ist im deutschen Bankenmarkt seit Jahren eine wichtige Größe, nachdem die Italiener die Hypo-Vereinsbank vor bald eineinhalb Jahrzehnten für 15 Milliarden Euro gekauft haben. Seitdem ist die Bank kräftig geschrumpft: Beteiligungen wurden verkauft, das Filialnetz auf etwa die Hälfte eingedampft und zahlreiche Jobs gestrichen. Ihre nationalen Ambitionen hat die HVB – einst die zweitgrößte Privatbank des Landes – im Privatkundengeschäft längst aufgegeben.

Sie konzentriert sich auf ihre angestammten Regionen in Bayern und rund um Hamburg. Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier hatte der Bank bei seinem Amtsantritt 2016 einen harten Sparkurs verordnet, dem 14.000 Stellen zum Opfer fielen. Mit einer 13 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung – der größten in der Wirtschaftsgeschichte Italiens – stopfte er vor zwei Jahren die Löcher in der Bilanz.

Inzwischen zahlt sich der Sanierungskurs aus: Im vergangenen Jahr stieg der bereinigte Gewinn um acht Prozent auf 3,9 Milliarden Euro, obwohl die Einnahmen schrumpften. Trotz aller Fortschritte hat die größte italienische Bank aber immer noch Milliarden an faulen Krediten auf ihren Büchern.

Finance Briefing
  • rtr
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1 Kommentar zu "Offerte geplant: Unicredit soll Übernahme der Commerzbank planen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Damit die Cosa Nostra nach der HVB auchnoch Commerz- und Dresdener Bank übernehemn?

    Schauder!!!

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