Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Online-Login Genossenschaftsbanken und Sparkassen investieren in Identitätsdienst „Yes“

Ab Mai wollen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken den Ident-Dienst „Yes“ einbinden – und beteiligen sich jetzt auch an dem Technologiepartner.
Kommentieren
Genossenschaftsbanken und Sparkassen investieren in „Yes“  Quelle: dpa
Person vor Bildschirm mit Nullen und Einsen

Die Zahl der Anbieter für Online-Identifikation steigt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben sich am Identitätsdienst „Yes“ beteiligt. Die Investition läuft über die Dienstleister der Bankengruppen, den Deutschen Sparkassenverlag (DSV) und die Fiducia & Gad. Die Unternehmen bestätigten ihre Beteiligung dem Handelsblatt. Die Fiducia & Gad hat nach Angaben einer Sprecherin einen Anteil in Höhe von fünf Prozent an Yes erworben. Ziel sei es, die Interessen der Volks- und Raiffeisenbanken über die Kooperation hinaus abzusichern. Der DSV nannte keine weiteren Details.

Die Investition dürfte dem Finanz-Start-up einen wichtigen Anschub geben. Daniel Goldscheider, Co-Gründer und Geschäftsführer von Yes, bezeichnete sie gegenüber dem Handelsblatt als „vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“. Insgesamt seien nun rund 20 Millionen Euro in sein Unternehmen geflossen. „Ich freue mich besonders, dass unsere wichtigsten Partner auch unsere ersten externen Investoren sind“, so Goldscheider. Wie viel Geld nun von den Geldinstituten kam, gab er jedoch nicht bekannt.

Eine Kooperation mit den Sparkassen hatte der Unternehmer bereits vor längerem besiegelt. Auch Gespräche mit den Volks- und Raiffeisenbanken liefen schon eine Weile. Das hatte ihr Verband (BVR) im September dem Handelsblatt bestätigt. Am Montag meldeten die Genossenschaftsbanken Vollzug: Ein entsprechender Kooperationsvertrag sei am vergangenen Freitag geschlossen worden.

Die Kooperation mit Yes sei ein „wichtiger Baustein im Rahmen unserer Digitalisierungsoffensive“, sagte Andreas Martin, Mitglied des BVR-Vorstands. Dafür binde Fiducia & GAD Yes an seinen eigenen Identitätsdienst CAS (Central Authentication Services) an.

Ab Mai 2019 sollen sich Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken mithilfe von Yes im Internet ausweisen können. Der Dienst übernimmt dabei die Rolle eines Vermittlers und sorgt dafür, dass die Identität eines Kunden auf dessen Wunsch von einer Sparkasse oder einer Genossenschaftsbank gegenüber einem anderen Unternehmen bestätigt wird.

Das könnte etwa ein Mobilfunkanbieter oder ein Versicherer sein, bei dem der Kunde online einen Vertrag abschließen will. Statt sich per Post- oder Video-Ident auszuweisen, sollen Nutzer auf einen Yes-Button klicken. Das Login erfolgt über die Zugangsdaten für das Online-Banking. Eine zusätzliche Anmeldung ist nicht erforderlich.

Nach Angaben von Goldscheider kann „jedes Unternehmen, das seinen Kunden eine sichere und einfache Form der Authentifizierung ermöglichen möchte“, den Dienst einsetzen. Zur Frage, wie viele Partner dafür schon gewonnen worden, macht das Start-up jedoch keine Angaben. Die Zahl der potenziellen Nutzer ist allerdings groß: Insgesamt haben die Sparkassen und Genossenschaftsbanken aktuell rund 35 Millionen Kunden, die Online-Banking nutzen und somit auch Yes verwenden können.

Mit einigen großen Sparkassen wollte Yes-Chef Goldscheider eigentlich schon im vierten Quartal dieses Jahres starten. Schon im September sagte er gegenüber dem Handelsblatt jedoch: „Es ist eine komplexe Aufgabe, Yes in das Onlinebanking einzubauen.“ Dabei dürfte nicht nur das Finanz-Start-up stark gefordert sein, sondern auch die IT-Abteilungen der Geldhäuser.

Um den Posten als Identitäts- und Vertrauensdienst bewerben sich derzeit mehrere Unternehmen in Deutschland. Yes fokussiert sich aktuell auf die Identifizierung der Nutzer und wirbt damit, dass es selbst keine Daten speichert. Es stelle nur eine einheitliche Infrastruktur für Banken bereit.

Wettbewerber Verimi dagegen hat sich eine Kombination aus Login- und Ident-Dienst zum Ziel gesetzt und will Verbrauchern auch eine Übersicht bieten, wo sie welche Daten hinterlegt haben. Das Angebot ähnelt damit etwas mehr den Login-Möglichkeiten von Tech-Konzernen wie Google und Facebook. Um jedoch ihre echte Identität bescheinigen zu können, müssen sich Verbraucher bei Verimi aktiv registrieren und über den Video-Ident-Dienst WebID Solutions legitimieren.

Hinter Verimi stehen mehrere Dax-Konzerne wie die Allianz, die Deutsche Bank und Lufthansa. Auch die Deutsche Bahn und Volkswagen Financial Services haben sich im Herbst der Initiative angeschlossen.

Als weiteres Angebot wurde im Oktober der Dienst NetID von der Mediengruppe RTL Deutschland, Pro Sieben Sat 1 und United Internet ins Leben gerufen. Angeschlossen haben sich neben der Otto-Gruppe auch Händler wie Conrad Elektronik und Douglas, außerdem Medienhäuser wie „Süddeutsche Zeitung“ und der Spiegel-Verlag, die Plattformen Immobilienscout24 und Autoscout24 sowie der Paketdienstleister DPD.

Ein Konkurrent zu Yes will NetID jedoch nicht sein. Aus Sicht von Sven Bornemann, Chef der European NetID Foundation, ergänzen sich die Angebote und es sei eine Kooperation geplant. „Ziel ist es, für Kunden zum Beispiel den Bezahlprozess bei einem Onlinehändler so einfach wie möglich zu machen“, sagte er kürzlich dem Handelsblatt.

Startseite

Mehr zu: Online-Login - Genossenschaftsbanken und Sparkassen investieren in Identitätsdienst „Yes“

0 Kommentare zu "Online-Login: Genossenschaftsbanken und Sparkassen investieren in Identitätsdienst „Yes“ "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote