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Online-Login Sparkassenverbände müssen fürs Mitmachen beim Identitätstest „Yes“ werben

Kurz vorm Start des Identitätsdienstes „Yes“ läuft nicht alles glatt. Beim Zuspruch der Sparkassen hapert es.
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Die deutschen Sparkassen sind am Identitätsdienst „Yes“ beteiligt. Doch viele Sparkassen haben sich noch nicht zur Teilnahme durchgerungen. Quelle: dpa
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Die deutschen Sparkassen sind am Identitätsdienst „Yes“ beteiligt. Doch viele Sparkassen haben sich noch nicht zur Teilnahme durchgerungen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Identitätsdienst „Yes“ will Mitte Juni zusammen mit den deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken starten. Doch während die Volks- und Raiffeisenbanken gleich zum Auftakt komplett dabei sind, muss die Sparkassen-Organisation fürs Mitmachen trommeln. Bis Mitte April hatte sich nur etwa die Hälfte der knapp 400 Sparkassen zur Teilnahme bei Yes verpflichtet. Das geht aus einem Schreiben des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

Yes sorgt dafür, dass Verbraucher sich mit ihren Bankdaten im Internet ausweisen und einfacher auf verschiedenen Internetseiten einloggen können. Beide Finanzgruppen haben sich Ende vergangenen Jahres am Dienst beteiligt. Die Sparkassen wollen Yes als Mehrwert für das Girokonto, ihr Ankerprodukt, vermarkten.

„Bisher haben bundesweit etwa 50 Prozent der Sparkassen die Teilnahmeverträge unterzeichnet“, heißt es in der Mitteilung an die Mitgliedsinstitute. „Um geschlossen gegenüber dem Wettbewerb auftreten zu können, sollten alle Sparkassen am Identitätsdienst Yes teilnehmen.“ Unter den westfälischen Sparkassen waren es Mitte April bereits 52 von 60. Dort werde Yes aus einem gemeinsamen Topf finanziert, so der Sparkassenverband Westfalen, der das Schreiben bestätigte.

Starttermin verschiebt sich

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) betont, dass sich grundsätzlich alle Sparkassen auf die Teilnahme verständigt hätten. Von 250 Sparkassen liegen laut DSGV inzwischen Einverständniserklärungen vor, 200 davon sind auch schon technisch dafür bereit, so der Spitzenverband der Sparkassen. Sein Pendant bei den Genossenschaftsbanken, der BVR, teilte auf Anfrage mit, dass „von Beginn an gleich alle Genossenschaftsbanken dabei“ sein würden.

Ende vergangenen Jahres war noch Mai als Starttermin genannt worden. Nun soll es Mitte Juni mit Yes losgehen. Bleibt der Zuspruch der Sparkassen relativ dürftig, dürfte das auch Yes insgesamt im Ringen um den Posten als Identitäts- und Vertrauensdienst schwächen. Denn in Deutschland versuchen derzeit mehrere Unternehmen, als Identitätsdienst Fuß zu fassen. Dabei geht es auch darum, eine Alternative zu den Login-Möglichkeiten von Tech-Konzernen wie Google und Facebook zu schaffen.

Yes fokussiert sich auf die Identifizierung der Nutzer. Das funktioniert direkt über das Onlinebanking von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, doch auch Kunden anderer Geldhäuser können Yes nutzen – dabei greift der Dienst künftig auf die EU-Zahlungsrichtlinie PSD2 zurück.

Der Dienst übernimmt die Rolle eines Vermittlers und sorgt dafür, dass die Identität eines Kunden auf dessen Wunsch von einem Kreditinstitut gegenüber einem anderen Unternehmen, etwa einem Onlineshop oder einem Mobilfunkanbieter, bestätigt wird.

Der Wettbewerber Verimi will Verbrauchern auch eine Übersicht bieten, wo sie welche Daten hinterlegt haben. Hinter der Initiative stehen mehrere Dax-Konzerne wie die Allianz, die Deutsche Bank und Lufthansa. Um jedoch ihre echte Identität bescheinigen zu können, müssen sich Verbraucher bei Verimi aktiv registrieren und über den Video-Ident-Dienst WebID Solutions legitimieren. Als weiterer Wettbewerber ist im vergangenen Herbst zudem NetID gestartet, der Dienst wurde von der Mediengruppe RTL Deutschland, Pro Sieben Sat 1 und United Internet ins Leben gerufen.

Kooperation mit Fintechs

Bei Yes ist unter anderem geplant, dass Kunden sich für „Plattformangebote für das Einlagengeschäft“ registrieren können. Dabei geht nach Handelsblatt-Informationen aus Finanzkreisen um die Finanz-Start-ups (Fintechs) Deposit Solutions und Weltsparen. Eine Sprecherin des Fintechs Raisin, das in Deutschland unter der Marke Weltsparen agiert, bestätigte dem Handelsblatt die Zusammenarbeit mit Yes, wollte aber keine Details nennen.

Weltsparen ist auch schon Partner von Verimi, das vor einem Jahr gestartet ist. Kunden, die ihre Identität gegenüber Verimi bestätigt haben, können sich bei Partnern mit dem Verimi-Button ausweisen und müssen keine erneute Identifikation durchlaufen. Dass Weltsparen mit beiden Ident-Diensten zusammenarbeitet, zeigt, dass es für Unternehmen sinnvoll sein kann, mehrere Anbieter einzubinden. Zumal: Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken nutzen Verimi zwar nicht, neben der Deutschen Bank sind jedoch auch die Postbank und Hanseatic Bank dabei.

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