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Onlinebank Comdirect gewinnt so viele neue Kunden wie seit zehn Jahren nicht mehr

Die Zahl der Kunden steigt im ersten Quartal auf gut 2,6 Millionen – ein Zeichen dafür, dass Direktbanken weiter rasant zulegen. Auch auf Kosten der Sparkassen.
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Die Onlinebank, die in Quickborn bei Hamburg sitzt, ist Pannen gewöhnt. Quelle: dpa
Comdirect

Die Onlinebank, die in Quickborn bei Hamburg sitzt, ist Pannen gewöhnt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Onlinebank Comdirect wächst weiter kräftig. Im ersten Quartal gewann sie unterm Strich 84.000 neue Kunden. Das ist noch einmal mehr als in den vergangenen Quartalen – und das stärkste Neukundenwachstum seit zehn Jahren. Im Gesamtjahr 2018 war die Kundenzahl um fast 240.000 gestiegen.

Insgesamt zählt die Commerzbank-Tochter gut 2,6 Millionen Kunden, 1,6 Millionen davon haben ein Girokonto. „Es war überragend starkes erstes Quartal“, sagte Comdirect-Chef Arno Walter.

Neben Comdirect haben auch die beiden anderen großen Onlinebanken, ING und DKB, während der vergangenen Jahre in großem Stil Kunden zu sich gezogen. Und sie knöpfen etablierten Geldhäusern weiterhin Kunden ab, wie die Zahlen von Comdirect zeigen. Mit Gratisangeboten ist es ihnen gelungen, viele neue Girokonten – das Ankerprodukt im Geschäft mit privaten Kunden – zu eröffnen.

Die ING steigerte die Zahl der Privatkunden in Deutschland und Österreich per Ende 2018 auf 9,3 Millionen. Die Zahl der Girokonten wuchs um 375.000 auf 2,5 Millionen. Die DKB, die zur BayernLB gehört, zählte per Jahresende gut vier Millionen Privatkunden und drei Millionen Girokonten. Und die Smartphone-Bank N26, die besonders rasant zugelegt hat, kommt inzwischen rund 2,5 Millionen Kunden, vor allem aus Deutschland.

Die Neukunden kämen „querbeet aus dem ganzen Markt“, allerdings eher von Filialbanken als von anderen Direktbanken, sagte Walter. Die wachsende Konkurrenz durch Onlinebanken treibt besonders die deutschen Sparkassen um, die mit 35 Millionen Girokonten Marktführer sind.

Für Walter Strohmaier, Bundesobmann der deutschen Sparkassen, ist es daher an der Zeit, zu handeln: Die Sparkassen müssen seiner Meinung nach eigentlich auch eine Direktbank haben. „Eine Onlinebank mag der Idee der Sparkassen von vor 200 Jahren widersprechen, aber die Welt hat sich verändert“, sagte er kürzlich dem Handelsblatt – und spricht damit aus, was viele in der Gruppe denken. Mögliche Basis dafür könnte die DKB sein, die Direktbank-Tochter der BayernLB.

Trotz des Kundenwachstums verdiente Comdirect im ersten Quartal 2019 weniger als vor einem Jahr. Der Gewinn vor Steuern betrug gut 18 Millionen, fast 40 Prozent weniger als im ersten Quartal 2018. Zwar stieg der Zinsüberschuss, doch erstens sackte der Provisionsüberschuss ab, zweitens verbuchte die Bank deutlich höhere Kosten, vor allem weil sie mehr für Werbung und Marketing ausgab.

Zum Aus der Fusionsgespräche zwischen Commerzbank und Deutscher Bank wollte Walter sich nicht äußern. Comdirect gehört zu 82 Prozent der Commerzbank, der Rest ist im Streubesitz.

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