Onlinebezahldienst Sparkassen tauschen ihren Paydirekt-Verantwortlichen aus

Der Onlinebezahldienst der deutschen Banken kommt schwer in die Gänge. Kürzlich gab es einen Wechsel an der Unternehmensspitze – nun auch bei den Sparkassen.
Kommentieren
Der 2015 gestartete Onlinebezahldienst muss sich erst noch etablieren. Quelle: picture alliance / ZB
Bezahldienst Paydirekt

Der 2015 gestartete Onlinebezahldienst muss sich erst noch etablieren.

(Foto: picture alliance / ZB)

Frankfurt Der gemeinsame Onlinebezahldienst der deutschen Banken, Paydirekt, ringt seit seinem Start vor gut zwei Jahren um Bedeutung. Bisher ist er weit davon entfernt, sich zu etablieren - sowohl bei Verbrauchern noch bei Onlinehändlern. Nun gibt es erneut Unruhe um Paydirekt: Die Sparkassen wechseln ihren Paydirekt-Verantwortlichen aus. Frank Schwab gibt den Posten ab, auf ihn folgt zum 1. Mai Henning vorm Walde.

Das teilte der Deutsche Sparkassenverlag (DSV) am Freitagnachmittag mit. Vorm Walde übernimmt die Geschäftsführung der GIZS, die für die Sparkassen an Paydirekt beteiligt ist. Gesellschafter der GIZS sind die Landesbank Baden-Württemberg, die Landesbank Hessen-Thüringen und der DSV. Der DSV ist – auch wenn der Name hier irreführend wirkt - der Zahlungsverkehrsdienstleister der knapp 400 deutschen Sparkassen.

Schwab war Anfang 2016 zur GIZS gekommen und hatte zuvor bei einem Finanztechnologieunternehmen, kurz Fintech, gearbeitet. Über seine bevorstehende Ablösung hat zunächst der Newsletter „Finanz-Szene.de“ berichtet. Die GISZ-Gesellschafter bedankten sich bei Schwab, setzen nun aber die Hoffnung in den 38-jährigen vorm Walde, dass er Paydirekt für die Sparkassen voranbringt.

Die Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen versuchen seit Ende 2015, mit einem eigenen Online-Bezahlverfahren dem US-Konkurrenten Paypal Paroli zu bieten. Das Gemeinschaftsunternehmen war mit hohen Erwartungen gestartet.

Die Bilanz von Paydirekt ist jedoch ernüchternd: Ende 2017 hatten sich 1,5 Millionen privaten Kunden für den Bezahldienst registriert. 1 700 Händler haben das Verfahren bisher direkt in ihren Shop eingebunden, davon aber relativ wenige der allergrößten Onlinehändler.

Ende 2017 bekam Paydirekt einen neuen Chef, Christian von Hammel-Bonten leitet das Unternehmen seitdem. Zuvor war bekannt geworden, dass zum Jahreswechsel gleich drei zentrale Leitungsstellen unterhalb der Geschäftsführung neu besetzt werden mussten. Vertriebschef Thorsten Smeets und Marketingleiterin Silke Otte hatten gekündigt, wie das Handelsblatt damals berichtete.

Der oberste Produktentwickler, Benjamin Aquilino, macht ein Sabbatical, fraglich ist jedoch, ob er danach zurückkehrt. Im Umfeld der drei hieß es, sie seien frustriert, wie Paydirekt von den Gesellschaftern an der kurzen Leine geführt und ausgebremst werde.

Immerhin konnte van Hammel-Bonten gerade einen ersten Erfolg melden: Der Onlinehändler Notebooksbilliger wird Paydirekt als Zahlmethode einbinden. Mit 225.000 Bestellungen im Monat und einem jährlichen Umsatzvolumen von fast 800 Millionen Euro zählt Notebooksbilliger zu den führenden Consumer Electronic-Anbietern.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Onlinebezahldienst: Sparkassen tauschen ihren Paydirekt-Verantwortlichen aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%