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Onlinekäufe Erst die Rechnung, dann das Geld

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Paydirekts später Start rächt sich

Zum Vergleich: Der große Rivale Paypal ist in den vergangenen Monaten noch gewachsen und zählt in Deutschland fast 19 Millionen aktive Nutzer, die bei mehr als 50.000 Onlineshops bezahlen können. Transferdaten gibt Paypal für Deutschland nicht an. Sollten die deutschen Kunden den US-Bezahldienst so oft nutzen wie die Kunden im internationalen Schnitt, dürfte der US-Konzern hier im vergangenen Jahr umgerechnet rund 500 Millionen Transaktionen gezählt haben.

Der deutsche Konkurrent Paydirekt äußert sich öffentlich bisher nicht zu seinen Transaktionszahlen. Erst habe man Händler gewinnen wollen, nun mehr Käufer: „Das wollen wir jetzt noch deutlich verbessern“, sagte Paydirekt-Geschäftsführer Niklas Bartelt am Mittwoch. „Danach kümmern wir uns um die Transaktionen“, sagt er.

Das Problem der deutschen Geldhäuser mit Paydirekt ist, dass sie erst spät auf den Markt gekommen sind. Wie viel Potenzial ein eigenes Onlinebezahlsystem bei einem frühen Start hat, zeigt das Beispiel Niederlande. Dort laufen 57 Prozent der Zahlungen im Onlinehandel – hier gemessen an den einzelnen Käufen – über „iDEAL“, das gemeinsame, vor zwölf Jahren gestartete Angebot der niederländischen Banken. Paypal hat nur einen Anteil von fünf Prozent.

Einen Lichtblick gibt es für Paydirekt: 34 Prozent der Händler immerhin, die das EHI befragt hat, wollen Paydirekt bis Ende 2018 als Zahlungsvariante integrieren. Im Schnitt bieten sie bereits sieben verschiedene Optionen an – über Kauf per Rechnung und Paypal bis hin zu Ratenkauf und Sofortüberweisung. Der Onlinehändler Rakuten, der Paydirekt bereits anbietet, lobt das Angebot dafür, dass weniger als 30 Prozent der Kunden, die per Paydirekt bezahlen wollen, den Kauf abbrechen, wie Ralf Krauß von Rakuten sagte. Es gibt auch einen typischen Kunden, der allerdings auch zeigt, wie viel Luft nach oben es gibt: Vor allem Männer Anfang 40 würden Paydirekt nutzen und im Schnitt Waren für 80 bis 90 Euro kaufen, so Krauß.

Das wurde 2016 aus 100.000 Euro
Platz 27: Aktien Nigeria
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Euro-Investoren, die im vergangenen Jahr an der kleinen nigerianischen Börse investierten, machten ein sehr schlechtes Geschäft. Das lag gar nicht mal an den Aktien selbst, der Leitindex Nigeria All Share verlor zwar „nur“ sieben Prozent. Das lag vor allem daran, dass der bevölkerungsreichste afrikanische Staat stark von den Öleinnahmen ist. Doch am 20. Juni gab die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung Naira an den Dollar auf. Die darauf folgende deutliche Abwertung der Währung Naira zu vielen Währungen macht die Aktien aber zum weltweit größten Verlustbringer. Wer Anfang des Jahres theoretisch 100.000 Euro an der Börse in Nigeria investierte, hat jetzt nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Privatanleger können jedoch kaum in Nigeria direkt investieren, es gibt auch keine Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds auf den Nigeria All Share.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 26: Ghana
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Auch gezielte Investitionen an der Börse in Ghana sind für hiesige Privatanleger kaum möglich. Das ist auch gut so. Denn der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, entwickelte sich sehr schlecht. Die agrarisch strukturierte  Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes,  schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein. Von 100.000 in Ghana investierten Euro blieben bis Jahresende nur 77.840 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

 

(Foto: Imago)
Platz 25: Aktien Ägypten
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Noch dramatischer als in Nigeria schlägt in Ägypten die Währungsentwicklung zu Buche. Dort gab die Zentralbank im November den Wechselkurs des ägyptischen Pfunds frei, das daraufhin abstürzte. Das bescherte Anlegern, die im Januar 100.000 Euro in den Leitindex EGX 30 investierten einen Verlust von 20.430 Euro, so dass nur noch 79570 Euro übrig bleiben. Das fast Tragische dabei: Die Abwertung beflügelten den Aktienmarkt. Der EGX 30 selbst gehört in Lokalwährungen gerechnet mit einem Plus von mehr als 70 Prozent zu den weltweit besten Börsen und stieg auf ein Rekordhoch nach dem anderen.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 24: Aktien China
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Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450 Euro übrig.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 23: Britisches Pfund
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Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell. Auf Jahressicht hat der Leitindex Footsie deshalb in Pfund gerechnet über 14 Prozent zugelegt und stieg Ende Dezember sogar auf ein Allzeithoch. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 22: Mexikanischer Peso
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Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro. Mexikos Leitindex IPC legte aber um zumindest rund sechs Prozent zu.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)
Platz 21: Sparbuch
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Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Schlussstand: 30.12.2016, Angaben ohne Transaktionskosten

(Foto: Imago)

Nicht nur beim Bezahlen im Internet zeigen sich die Deutschen konservativ. Nach wie vor zahlen Kunden im Einzelhandel am liebsten mit Bargeld. Gut 51 Prozent des Gesamtumsatzes wurden im vergangenen Jahr bar beglichen, ergab eine weitere EHI-Umfrage unter knapp 500 Einzelhändlern. Das ist nur ein kleiner Rückgang, ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 52,4 Prozent.

Zählt mit die einzelnen Transaktionen, wird die Bargeldvorliebe noch deutlicher: 78 Prozent ihrer Einkäufe bezahlen die Verbraucher in bar.

Der Anteil der Zahlungen per Girokarte, auch oft EC-Karte genannt, stieg leicht auf knapp 46 Prozent. Eine Kreditkarte zücken nur wenige Kunden, wenn sie im Geschäft zahlen wollen. Der Anteil der Kreditkartenzahlungen beträgt gerade einmal sechs Prozent. Was auch daran liegt, dass viele Einzelhändler diese Zahlvariante gar nicht anbieten. Und das, obwohl die Gebühren, die Händler berappen müssen, von der EU-Kommission gekappt wurde. Allerdings erhöhen laut EHI Kreditkartenanbieter Zusatzgebühren, das gelte besonders für Mastercard. „In jeder Quartalsabrechnung gibt es neue und erhöhte Gebühren für bestehende Elemente“, moniert einer der vom EHI befragten Einzelhändler.

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