Nach Sturmtief "Friederike" - Sachsen-Anhalt

Die erste Schadenschätzung des Sturmtiefs belaufen sich auf 500 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

Orkanschäden Versicherer müssen für „Friederike“ 500 Millionen Euro zahlen

Umgekippte Bäume, umherfliegende Dachziegel und lauter beschädigtes Eigentum: Friederike hat ihre Spuren zweifelsohne über weiten Teilen der Republik hinterlassen.. Doch ein anderer Sturm hatte mehr Schaden angerichtet.
Update: 19.01.2018 - 16:43 Uhr 1 Kommentar

MünchenOrkan „Friederike“ hat in Deutschland mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Der schwere Sturm am Donnerstag habe rund eine halbe Milliarde Euro Schaden angerichtet, wie aus ersten Schätzungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Deutlich höher schätzt den Schaden die Kölner Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK): Nach Schätzungen der Versicherungsmathematiker kommen auf die Assekuranz Zahlungen von rund 800 Millionen Euro zu.

„Friederike“ gilt als der schwerste Sturm in Deutschland seit „Kyrill“, der auf den Tag genau elf Jahre zuvor über das Land hinweggefegt ist. Allerdings war „Kyrill“ deutlich verheerender. Der Sturm schlug mit mehr als 2 Milliarden Euro Schaden zu Buche.

Wie „Kyrill“ hinterließ „Friederike“ nicht nur eine Schneise der Verwüstung. In Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg kamen mindestens acht Menschen ums Leben, darunter zwei Feuerwehrleute. Mehrere Leute wurden verletzt. „Kyrill“ hatte 2007 in Deutschland elf Menschen das Leben gekostet.

So wütete „Friederike“ in Deutschland
Hamburg
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Der Tag nach dem Sturm: Schneereste liegen am Freitagmorgen vor der Elbphilharmonie und den Wohnhäuser in der Hamburger Hafencity. Mit Regen, Schnee und Orkanböen ist „Friederike“ durch Deutschland gezogen.

Sachsen-Anhalt
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Antje Lichtenberg, Schulleiterin an der Freiherr-Spiegel-Grundschule in Halberstadt (Sachsen-Anhalt), vor Teilen der Dachkonstruktion, die nach Durchzug des Sturmtiefs im Schulhof liegen.

Thüringen
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Feuerwehrleute beseitigen Sturmschäden im Tierpark von Gera. Hier sind am Donnerstag sehr viele Bäume umgefallen. Dabei wurden auch Tiergehege beschädigt. Zwei Silberfüchse sind entlaufen.

Sehnde
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Ein beschädigtes Auto steht an der B443 in Sehnde (Niedersachsen). Ein herabfallender Ast habe während des Orkantiefs „Friederike“ die Windschutzscheibe eines Autos durchschlagen, woraufhin der Wagen mit einem entgegenkommenden Auto kollidierte und gegen einen Baum prallte, wie die Feuerwehr Sehnde mitteilte. Die Fahrer beider Autos mussten mit Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Essen für Gestrandete
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Ein gestrandeter Bahnkunde bekommt am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe (Hessen) von einem Mitarbeiter der Johanniter-Unfallhilfe eine Decke. Gestrandete Reisende können die Nacht in einem von zwei zur Verfügung gestellten Aufenthaltszügen verbringen.

Weiterreise
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Fahrgäste informieren sich am Freitag in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) im Hauptbahnhof über ihre Weiterreise. Nach der deutschlandweiten Einstellung des Fernverkehrs hat die Deutsche Bahn den Betrieb wieder aufgenommen.

Leipzig
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Ein umgestürzter Baum blockiert eine Straße in Leipzig.

Allein die Versicherung Provinzial Rheinland rechnet damit, Schäden in Höhe von 80 Millionen Euro begleichen zu müssen. Es seien dem Unternehmen aus der Sparkassen-Gruppe etwa 8.500 Schäden an Gebäuden und 300 Schäden an Fahrzeugen gemeldet worden.

Da zahlreiche Bahnstrecken zunächst noch gesperrt waren, mussten Reisende auch am Freitag mit erheblichen Einschränkungen rechnen, erklärte die Deutsche Bahn am Freitagvormittag. Am Morgen standen an vielen Bahnhöfen im ganzen Land viele Menschen ratsuchend an Service-Ständen und Infotafeln. An zahlreichen Bahnhöfen seien zusätzliche Mitarbeiter zur Betreuung der Reisenden im Einsatz, so die Bahn.

Nach Angaben der Deutschen Bahn hat „Friederike“ Millionenschäden am Schienennetz angerichtet. An mehr als 200 Streckenabschnitten seien Reparaturen notwendig. Bahnreisende oder Mitarbeiter seien nicht zu Schaden gekommen. Der Bahn-Vorstand für den Personenverkehr, Berthold Huber, verteidigte die bundesweite Einstellung des Bahnverkehrs. „Die Entscheidung, die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeiter über alles zu stellen, war richtig.“ Erstmals seit „Kyrill“ 2007 rollte am Donnerstag im ganzen Land kein Zug mehr.

Dank des Innenministers

Um Mitternacht hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die letzten Unwetterwarnungen auf. Er kündigte für Freitag noch Sturmböen auf den Bergen und an der See an und warnte vor Glätte. Ansonsten erwarteten die Experten für Freitag und das Wochenende vor allem Wolken und Regen-, Schnee- und Graupelschauer.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bedankte sich via Twitter bei den Rettungskräften und sprach den Angehörigen der Todesopfer sein Mitgefühl aus. „Ich danke vor allem den mehr als 1000 ehrenamtlichen THWlern sowie allen anderen Einsatzkräften, die sich in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben.“ Der Sturm habe gezeigt, wie wichtig das Technische Hilfswerk (THW) für das Zusammenleben sei.

Polizei und Rettungskräfte waren während des Orkans im Dauereinsatz und in der Nacht sowie am Freitagmorgen mit Aufräumarbeiten beschäftigt. In den betroffenen Regionen wurden die Einsatzkräfte oft alarmiert, weil Bäume umgestürzt waren oder Dächer abgedeckt wurden. Es kam zu zahlreichen Verkehrsunfällen und Straßensperrungen.

Der Orkan wütete auch im Wald. Der Landesbetrieb Wald und Holz in Nordrhein-Westfalen etwa geht zwar davon aus, dass die Schäden deutlich geringer sind als „Kyrill“. Allerdings sollten Spaziergänger generell vorsichtig sein, wenn sie in Wäldern und Parks unterwegs sind. Abgebrochene Äste könnten herabfallen, auch manche Bäume könnten Tage nach dem Sturm noch umfallen, warnte zum Beispiel der hessische Waldbesitzerverband.

Auch in anderen Ländern wütete „Friederike“. In Belgien und den Niederlanden kamen Menschen ums Leben. In Polen gab es mehrere Verletzte.

„Friederike“ fegte von Westen her über Deutschland. Auf dem Brocken im Harz seien in der Spitze Orkanböen von 203 Stundenkilometer gemessen worden. „Damit haben wir elf Jahre nach Kyrill wieder einen Orkan der Königsklasse“, sagte DWD-Sturmexperte Andreas Friedrich.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Orkanschäden: Versicherer müssen für „Friederike“ 500 Millionen Euro zahlen"

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  • ORKANSCHÄDEN
    Versicherer müssen für „Friederike“ 500 Millionen Euro zahlen
    Umgekippte Bäume, umherfliegende Dachziegel und lauter beschädigtes Eigentum: Friederike hat ihre Spuren zweifelsohne über weiten Teilen der Republik hinterlassen..

    ..................

    Böser Orkan aber auch !

    Hat Arbeitsplätzen nun ermöglicht um die herum stehende selbstständige ohne Aufträgen auch wieder zu beschäftigen ! In dieser Zeit braucht der guter deutscher Staat weniger Hartz4 als Aufstockung zu bezahlen an Selbstständige ohne Aufträgen.

    Der Böser Orkan sorgt auch dafür daß im Wintermonaten wo Baumärkte am wenigsten verkaufen, nun doch mehr verkaufen und so eine kette von Arbeitsplätzen erhalten in fast alle Bau Branchen.

    Böser Orkan sorgt nun dafür dass der einer oder anderer Eigentümer dadurch auch endlich mit sanieren und restaurieren beginnt und somit erneut Arbeitsplätzen erhält.

    Böser Orkan sorgt somit für ein gesundes geld kreislauf, mehr verbrauch und einen gesunden Inflation ohne die gelddruckerei der EZB !

    Ist das aber ein Böser Orkan gewesen !

    DAS EINZIGER WO DER ORKAN BÖSE WAR, war es für die menschen Leben die dadurch Ihren leben verloren haben.

    Ihre Verbliebenen Familien Angehörige gehört unseren Beileid !

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