Paulson & Co US-Hedgefonds investieren in griechische Banken

US-Hedgefonds wetten auf griechische Banken: Sie investieren aggressiv in den Finanzsektor des Krisenlandes. Große Geldhäuser drängen daher die griechische Regierung, eine Reprivatisierung der Branche zu beschleunigen.
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Die griechische Alpha Bank in Athen: US-Hedgefonds setzen auf eine Erholung Griechenlands. Quelle: dapd

Die griechische Alpha Bank in Athen: US-Hedgefonds setzen auf eine Erholung Griechenlands.

(Foto: dapd)

BangaloreGriechische Banken haben einem Zeitungsbericht zufolge starkes Interesse von amerikanischen Hedgefonds auf sich gezogen. Der Hedgefonds Paulson & Co des Milliardärs John Paulson und andere Firmen investierten aggressiv in den angeschlagenen Sektor und wetteten damit auf dessen Erholung, berichtete die „Financial Times“ am Sonntag.

Die Zeitung zitierte John Paulson mit den Worten, sein Fonds halte beträchtliche Anteile an Piraeus Bank und Alpha Bank. Beide verfügten über eine gute Kapitalausstattung und ein gutes Management und befänden sich auf dem Weg der Besserung. Wegen des Engagements der Hedgefonds drängen dem Blatt zufolge große Geldhäuser die griechische Regierung, eine Reprivatisierung der Branche zu beschleunigen.

Von Paulson & Co war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Als weitere Fonds, die stark in griechische Banken investieren, nennt die Zeitung unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise Baupost, Eaglevale, Dromeus Capital, Falcon Edge, York Capital und Och-Ziff.

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8 Kommentare zu "Paulson & Co: US-Hedgefonds investieren in griechische Banken"

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  • Wie kann man das aus Erfahrung so negativ sehen und kommentieren? Also ich glaube an unseren unglaublich kompetenten Finanzminister Schäuble (Rechtsanwalt) der da sagt, wir seien auf einem guten Weh und man werde Griechenland nicht "hängen" lassen. Das bedeutet, daß die griechische Finanzindustrie auf Deubel komm raus, unterstützen wird und die anfallende Kohle (Sterntaler!!!) schöpft eben Paulson und Konsorten ab. Es wird wohl nichts danebenfallen und das ist doch "gut so". Warum glaube ich, daß alle Entscheider korrupte Schweine sind? Bitte, gibt es auf der Welt keinen Menschen, der mich vom Gegenteil überzeugen kann?!

  • Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zu dem griechischen Schuldenschnitt.

    Die griechische Regierung bot den Hedgefonds im Frühling dieses Jahres den Deal an sich an der Rekapitalisierung derBanken zu beteiligen und dafür gehebelte Wertpapiere zu erhalten. Sollte es sich um dieselben Hedgefonds handeln welche beim griechischen Schuldenschnitt zu den Verlierern gehörten, so ließe sich erklären, warum diese bis dato noch keinen Prozess vor einem internationalen Gericht angestrengt haben.

  • Das stimmt. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass immer wenn derartige Nachrichten öffentlich geäußert werden, die Entwicklung nicht so weitergeht.

  • John Paulson hab ich sogar schon mal auf einer Tagung erlebt. Der weiß natürlich ganz genau was er da tut, das hat nichts mit Nettigkeit zu tun. Mit einer Bank macht man nämlich immer dann den fettesten Gewinn, wenn diese vom commercial banks business auf investment business umgetrimmt werden kann. Haben ja alle großen Banken gemacht, bis zur Sättigung und solange bis das Fass endlich übergelaufen und dann nicht mehr profitabel war.

    Wer also jetzt die unglaubliche Chance hat, eine (EU geschützte) Großbank zu kaufen, die als eine der wenigen Banken vom Investmentteil leergeräumt ist (den faulen Teil hat der Steuerzahler nämlich übernommen), der macht einen unglaublichen Reibach mit branchenüblichen Hebel um 1:50 und mehr. Natürlich muss die Bank vorher noch „privatisiert“ werden, damit man am Ende die Beute nicht auch noch teilen muss.

    Nun Poulson macht das, weil es sein erfolgreiches Geschäftsmodell ist. Das funktioniert nur deswegen so gut, weil Politik so dusselig und leider auch Medien so naiv sind, zu glauben das alles hätte etwas mit "Aufschwung" zum Wohle aller zu tun. Selbst schuld, wer nicht lernen will muss eben zahlen, sagt sich da der John. Und das ist reichlich, aus einer Mrd. macht man ruck zuck 50, so dicke Renditen gab es lange nicht mehr. Natürlich ist das nicht ganz risikofrei, bevor die Ernte schließlich eingefahren ist, kann schon noch einiges dazwischen kommen. Aber im allgemeinen ist auf die Europäer ja Verlass, wenn es aufs Geld ankommt. Gell?

  • Christopher Flower hat 2008 zu Zeiten der Finanzmarktkrise eine größere Beteiligung an der Hypo Real Estate erworben in der Hoffnung, damit ein gutes Geschäft zu machen.

    Wo ist die Unterbewertung, die zukünftige große Chance bei griechischen Banken? Welche Art von Geschäften sollen diese finanzieren oder daran teilhaben, um in Zukunft besser dazustehen als andere Banken?

    Klar - die Aktien sind sehr tief gefallen und eine kleine Verbesserung der Lage läßt auf größere, vielleicht aber nur temporäre Kurszuwächse hoffen. So, wie sich Peugeot oder Heidelberger Druckmaschinen in diesem Jahr verdoppelt haben, weil sie in den nächsten paar Monaten zumindest nicht pleite gehen werden.

    Es ist eben das Spiel, was man spielen kann, wenn alles, was einigermaßen Qualität und Substanz besitzt, breits gut gelaufen ist.

  • @Fredi: Spricht doch nichts dagegen, selbst ein paar Aktien griechischer Banken zu kaufen! Oder, wer es sicherer mag, einen ETF auf den ATHEX. Ich bin schon seit einiger Zeit investiert, und habe sehr ordentliche Gewinne zu vermelden.

  • Nicht zu glauben wie wir abgezockt werden. Die Finanzmärkte zocken nur deshalb weil sie wissen das immer Geld zur Rettung bereitsteht
    Selbst bei einer drohenden Pleite der USA gibt es fast ausschließlich Gewinne an den Finanzmärkten. Merken eigentlich die Verantwortlichen nicht das sie nur zahlen damit Hedgefonds und Banken uns ruinieren

  • Und die EU zahlt die Gewinne der Hedge-Fonds!

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