Paypal-Konkurrent Paydirekt gewinnt Notebooksbilliger als Kooperationspartner

Das Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen geht in die Offensive. Für Händler soll die Einbindung deutlich einfacher werden.
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Ein neuer Großkunde kommt an Bord. Quelle: dpa
Bezahldienst Paydirekt

Ein neuer Großkunde kommt an Bord.

(Foto: dpa)

FrankfurtPaydirekt gibt nicht auf: Nach personellen Unruhen um den Jahreswechsel kann der neue Chef des Bezahlverfahrens Christian van Hammel-Bonten jetzt einen ersten Erfolg vermelden: Notebookbilliger werde Paydirekt „demnächst“ als Zahlmethode einbinden, verkündete der Dienst in einem Rundschreiben, das dem Handelsblatt vorliegt. Der Newsletter „Finanzszene“ hatte als erstes über den Deal berichtet.

Mit 225.000 Bestellungen im Monat und einem jährlichen Umsatzvolumen von fast 800 Millionen Euro zählt Notebooksbilliger zu den führenden Consumer Electronic-Anbietern und ist laut Ranking des EHI-Retail Institute der viertgrößte Online-Shop in Deutschland nach Amazon, Otto und Zalando. Es ist bereits der vierte Top-10-Händler, der Paydirekt einbindet nach Otto, Media Markt (Nummer sechs) und Alternate (Nummer zehn).

Wie zuletzt bei Otto habe Paydirekt laut Finanzszene auch bei Notebooksbilliger Geld gezahlt, um die Entscheidung zu befördern – die Rede ist von einem sechs- bis siebenstelligen Betrag. Paydirekt wollte dies nicht kommentieren.

Laut eigenen Angaben hat das gemeinsame Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen seine Reichweite unter den Top-20-Händlern auf 30 Prozent, unter den Top-100-Händlern auf 27 Prozent gesteigert.

Bereits im Januar verkündete Paydirekt, dass der Buchhändler Weltbild (Nummer 70) und der Mobilfunk Serviceprovider Mobilcom-Debitel (nicht in den Top 100) die Methode demnächst einbinden. Bis heute erscheint der Paypal-Konkurrent jedoch auf beiden Webseiten noch nicht.

Um die Zahl weiter zu erhöhen, will der Dienst die Einbindung noch attraktiver für Händler machen. Wie das Handelsblatt erfuhr, stehen demnächst kostenlose Paydirekt-Plugins für alle gängigen Onlineshop-Systeme zur Verfügung, die es den Händlern erlauben, das Zahlverfahren mit wenigen Klicks auch selbst einzubinden.

Bisher ging die Installation nur über einen Dienstleister, der dafür einen niedrigen dreistelligen Eurobetrag verlangte. Zahlt ein Kunde im Shop mit Paydirekt, muss der Händler jedoch unverändert eine Gebühr bezahlen.

Trotz der erkennbaren Fortschritte ist der Abstand zum Platzhirsch Paypal immer noch riesengroß. Der US-Dienst, der seit 2002 in Deutschland unterwegs ist, wird in über 50.000 Shops angebunden, Paydirekt erst in 1800. Es stehen bereits 19 Millionen Paypal-Kunden 1,8 Millionen Paydirekt-Kunden gegenüber.

Über seine Bekanntheit kann sich das Gemeinschaftsprojekt der deutschen Kreditwirtschaft indes nicht beklagen. Laut der jüngsten Umfrage der auf E-Commerce spezialisierten Forschungs-und Beratungsinitiative ECC liegt der Bekanntheitsgrad von Paydirekt unter den Online-Shoppern mittlerweile bei 75 Prozent. Unter den acht meistgenutzten Zahlverfahren der ECC-Studie taucht es indes nicht auf.

Auch hier öffnet der Dienst seine Taschen, um zu animieren. Neben Gutscheinen fördern die Sparkassen beispielsweise nun auch mit ihrer Bargeldlos-Lotterie „Pay and win“ die Nutzung. Dabei erhält der Kunde für jede Paydirekt-Zahlung eine Glückszahl, die an der wöchentlichen Auslosung teilnimmt.

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