Personalwechsel Deutsche Bank tauscht Geldwäsche-Chef aus

Bei der Deutschen Bank stehen wieder Personalveränderungen ins Haus. Der Verantwortliche für den Kampf gegen Geldwäsche und Finanzkriminalität, Peter Hazlewood, gibt in Kürze seinen Posten ab.
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Peter Hazlewood hatte in dem Bereich  der Geldwäsche-Bekämpfung zuvor unter anderem für HSBC, JP Morgan und Standard Chartered gearbeitet. Nun gibt er den Posten bei der Deutschen Bank auf. Quelle: dpa
Deutsche Bank sucht neue Geldwäsche-Bekämpfer

Peter Hazlewood hatte in dem Bereich der Geldwäsche-Bekämpfung zuvor unter anderem für HSBC, JP Morgan und Standard Chartered gearbeitet. Nun gibt er den Posten bei der Deutschen Bank auf.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Bank tauscht nach gerade einmal sechs Monaten ihren Verantwortlichen für den Kampf gegen Geldwäsche und Finanzkriminalität aus. Der erst im Juli angetretene Brite Peter Hazlewood werde seinen Posten in Kürze wieder abgeben, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Hazlewood werde aber wahrscheinlich in der Bank bleiben und eine andere Funktion übernehmen. Wer ihm auf die für die Bank so wichtige Position folgt, soll Finanzkreisen zufolge schon in kurzer Zeit bekannt gegeben werden. Die Deutsche Bank wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

Hazlewood gilt als ausgezeichneter Fachmann auf seinem Gebiet. Allerdings scheint es Unzufriedenheit mit seinen Managementfähigkeiten gegeben zu haben. Das „Manager Magazin“, das über die Personalie zuerst berichtet hatte, schreibt wiederum, konzernintern sein von „atmosphärischen Störungen“ zwischen dem für die Einhaltung der Grundsätze guter Unternehmensführung (Compliance) zuständigen Vorstandsmitglied Sylvie Matherat und dem ihr direkt unterstellten Hazlewood die Rede. Hazlewood habe auf ein forscheres Auftreten der Einheit gedrängt.

Wo die Chefs der Deutschen Bank weiter Karriere machten
Anshu Jain
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Der frühere Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Anshu Jain, hat einen neuen Job: Nach einem Intermezzo als Berater für die Fintech-Firma Social Finance aus dem Silicon Valley wird Jain nun „President“ bei der US-amerikanischen Investmentbank Cantor Fitzgerald mit Sitz in New York City. Dort soll er sich um den Ausbau des Asien-Geschäftes kümmern. Anshu Jains Karriere endet also nicht mit dem Ausstieg aus der Deutschen Bank. Damit ist er als Ex-Deutsche-Bank-Chef in guter Gesellschaft ...

Josef Ackermann
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Der Schweizer Bankmanager Josef („Joe“) Ackermann war von 2002 bis 2012 Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Geldhauses. 2010 übte er parallel Tätigkeiten für die Zurich Insurance Group (damals noch Zurich Financial Services AG) aus und wechselte nach seinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank vollständig dort hin. Von Ende März bis August 2013 war er Verwaltungsratspräsident der Zurich Insurance Group. Seit Ende 2014 ist Ackermann Aufsichtsratsvorsitzender der Bank of Cyrus.

Rolf E. Breuer
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Rolf E. Breuer war von 1997 bis 2002 Vorstandssprecher und von 2002 bis 2006 Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank – und sorgte mit seinen kritischen Äußerungen zur Mediengruppe Kirch für Furore. Nach seiner Amtsniederlegung ist Breuer im Ruhestand, übt aber zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten aus: Der heute 69-Jährige war und ist laut FAZ Mitglied in mehr als 30 Kuratorien und Gremien, unter anderem sitzt er im Hochschulrat der Goethe-Universität Frankfurt und ist Förderer der Komischen Oper in Berlin. Gemeinsam mit anderen Ex-Vorständen der Deutschen Bank teilt er sich ein Büro in Frankfurt.

Hilmar Kopper
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Der 1935 in Polen geborene Hilmar Kopper war von 1989 bis 1997 Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Danach wechselte er in den Aufsichtsrat von DaimlerChrysler, wo er von 1998 bis 2007 Vorsitzender war. Später wurde Kopper Chefkontrolleur der HSH Nordbank, später dann Aufsichtsratsvorsitzender. Ende Februar 2013 legte er sein Amt nieder.

Wilfried Guth
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Der Neffe von Ex-Bundeskanzler Ludwig Erhard, Wilfried Guth, war von 1976 bis 1985 einer der beiden Vorstandssprecher und bis 1990 Aufsichtsratschef der Deutschen Bank. Dem Kontrollgremium gehörte er bis 1995 an. Auch bei anderen Spitzenunternehmen wie Allianz, Siemens oder Henkel hatte er Aufsichtsratsmandate inne. Guth starb am 15. Mai 2009 im Alter von 89 Jahren. Auf Wilfried Guth folgte Alfred Herrhausen an der Spitze der Deutschen Bank. Herrhausen war ab 1985 gemeinsam mit Friedrich Wilhelm Christians Vorstandssprecher, ab 1988 alleiniger Vorstandschef. Weltweites Aufsehen erregte sein Tod: Als Herrhausen am 30. November 1989 sein Haus in Bad Homburg vor der Höhe verließ, um mit dem Dienstwagen zur Arbeit zu fahren, wurde er Opfer eines Bombenattentates. Später bekannte sich die linksterroristische RAF zu dem Mord.

Friedrich Wilhelm Christians
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Friedrich Wilhelm Christians, dessen Berufswunsch eigentlich Diplomat gewesen war, fand während seines Praktikums bei der Deutschen Bank Gefallen am Bankgeschäft. Der „Außenpolitiker“ war 1985 der erste westliche Wirtschaftsvertreter, der mit Michail Gorbatschow sprach und danach einen 3,5-Milliarden-Mark-Kredit einfädelte. 1965 wurde er in den Vorstand der Deutschen Bank berufen, 1976 stieg er gemeinsam mit Wilfried Guth zum Vorstandssprecher auf, bis er 1988 in den Aufsichtsrat wechselte. Bis zu seinem Tod blieb er der Deutschen Bank treu.

Franz Heinrich Ulrich
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Nach seinem Jura-Examen trat Franz Heinrich Ulrich 1936 in die Deutsche Bank ein, bis er 1939 zum Kriegsdienst einberufen wurde. Obwohl er im Krieg schwer verwundet wurde, arbeitete er danach als persönlicher Mitarbeiter von Hermann Josef Abs bei der Deutschen Bank weiter. Als dessen Nachfolger Karl Klasen Anfang 1970 zur Deutschen Bundesbank wechselte, wurde Ulrich alleiniger Vorstandssprecher und anschließend Aufsichtsratsvorsitzender bis zum Juli 1984. Wegen der Spätfolgen seiner schweren Kriegsverletzung zog er sich danach in den Ruhestand zurück.

Die Veränderungen in der Geldwäsche-Abteilung finden zu einem für die Bank ungünstigen Zeitpunkt statt: Der Verdacht milliardenschwerer Geldwäsche in Russland gilt als die größte Altlast, die die Bank bisher noch nicht bewältigt hat. Britische und amerikanische Behörden ermitteln in dieser Angelegenheit, der Bank droht eine empfindliche Strafe. Nach allem, was über den Geldwäsche-Skandal aus Russland bisher bekannt ist, waren es vor allem die laxen Kontrollen der Bank, die diese Vorfälle begünstigt haben. Hazlewood hatte in dem Bereich zuvor unter anderem für HSBC, JP Morgan und Standard Chartered gearbeitet. Sein Vorgänger bei der Deutschen Bank, Ulrich Göres, hatte die größte deutsche Bank vor einem Jahr verlassen.

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