Philipp Hildebrand Blackrock-Vize warnt europäische Banken vor neuen US-Abenteuern

Zehn Jahre nach der globalen Finanzkrise warnt Blackrock-Vize Philipp Hildebrand europäische Banken davor mit amerikanischen zu konkurrieren.
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Europäische Banken sollten sich auf den Heimatmarkt konzentrieren, findet der Blackrock-Vize. Quelle: dpa
Deutsche Bank

Europäische Banken sollten sich auf den Heimatmarkt konzentrieren, findet der Blackrock-Vize.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Vize-Präsident des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, Philipp Hildebrand, hat die europäischen Banken zehn Jahre nach der Finanzkrise vor neuen Abenteuern in den USA gewarnt. „Die Zukunft der europäischen Banken, die muss in Europa liegen“, sagte der frühere Chef der Schweizer Notenbank am Freitag in Frankfurt.

Trotz der sich abzeichnenden Deregulierung in den Vereinigten Staaten wäre es seiner Meinung nach „ein Fehler, wenn wir eine Renaissance sehen würden, dass die europäischen Banken wieder mit Banken wie JP Morgan oder Morgan Stanley konkurrieren wollen, das wäre 'back to the future'“, sagte Hildebrand.

Ein erneuter Misserfolg wäre programmiert. Die Bilanz „der Abenteuer“ der europäischen Banken in den USA seit Mitte der 1990er-Jahre sei schlecht. „Ich fürchte, dass man da eine ziemlich verheerende Bilanz ziehen würde“, sagte Hildebrand. Stattdessen müsse sich Europa darauf konzentrieren, die begonnene Bankenunion zu vollenden. „Wir müssen endlich die europäische Bankenlandschaft sanieren.“ Starke Banken könnten nur in einem großen einheitlichen Bankenmarkt erfolgreich sein.

Namentlich nannte Hildebrand die Deutsche Bank: sie sei aus seiner Sicht eigentlich „ideal positioniert“, um in der Zukunft eine starke Marktposition zu besetzen. Das größte deutsche Kreditinstitut hat unter dem seit dem Frühjahr amtierenden Chef Christian Sewing begonnen, das Geschäft in den Vereinigten Staaten zurückzufahren und konzentriert sich nun stärker auf Europa und den deutschen Heimatmarkt. Blackrock gehört zu den größten Aktionären der Deutschen Bank.

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  • Bei der Sichtung der Profile der 10 Aufsichtsratsmitglieder - Arbeitgeberseite der Deutschen Bank fehlt mir zum allergrößten Teil die fachliche Eignung für diese so verantwortungsvolle, schicksalsbestimmende Position. Für mich der Hauptgrund, wieso die Bank sich nicht erholt. Mich wundert überhaupt nicht, dass die Bank ein personalverhafteter Koloss bleibt und global von wichtigen und weniger wichtigen Menschen strategische Ratschläge erhält.
    HB: Am 8.11.2017: Deutsche-Bank-Chef will mit weniger Personal auskommen
    „Wir beschäftigen derzeit 97.000 Menschen“, sagte John Cryan der „Financial Times“.
    „Die meisten Großbanken kommen mit der Hälfte an Angestellten aus.“

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