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Pieter van der Does im Interview Adyen-Chef schließt Zukäufe aus

Die Branche der Zahlungsdienstleister ist im Übernahmefieber, doch Pieter van der Does hält nichts von Fusionen. Der Wirecard-Konkurrent will mit seiner eigenen Zahlungsplattform wachsen.
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Der Adyen-Chef hält nichts von Fusionen. Quelle: Getty Images
Pieter van der Does

Der Adyen-Chef hält nichts von Fusionen.

(Foto: Getty Images)

Amsterdam Unter Zahlungsdienstleistern jagt derzeit eine Fusion die andere. Beobachter gehen davon aus, dass die große Konsolidierung in der Branche erst noch bevorsteht. Doch ein Unternehmen macht nicht mit – und will auch künftig keine Zukäufe angehen: der niederländische Börsenstar Adyen. Der Zahlungsdienstleister glaubt nicht an Fusionen, wie sein Chef Pieter van der Does im Handelsblatt-Interview sagte. „Wir denken, es ist für die Händler besser, mit einem Zahlungsdienstleister zusammenzuarbeiten, der alles in eine Plattform investiert“, so van der Does, einer der Co-Gründer von Adyen. „Wir glauben nicht daran, dass eine Fusion zwischen zwei Zahlungsfirmen es einfach macht, ihre Systeme zusammenzulegen und den Händlern bessere Dienstleistungen anzubieten.“

Zahlungsfirmen wie Adyen wickeln Zahlungen im Onlineshop oder an der Ladenkasse für Händler ab. Zu den Wettbewerbern in Europa zählen Wirecard, Equens Wordline, Nets und Worldpay. Sie profitieren alle davon, dass Verbraucher weltweit immer mehr bargeldlos zahlen. „Wir bewegen uns in Richtung einer bargeldlosen Gesellschaft“, sagte auch van der Does. „Aber Ladenkassen werden nicht binnen weniger Jahre verschwinden. Die Menschen verändern ihr Zahlungsverhalten nur langsam, und die Entwicklung läuft von Land zu Land unterschiedlich.“ In Deutschland haben Verbraucher nach jüngsten Zahlen noch rund zwei Drittel ihrer Einkäufe an der Ladenkasse mit Bargeld bezahlt.

Adyen wurde 2006 gegründet, zu den frühen Investoren gehörte unter anderem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Das Unternehmen ist im Juni 2018 an die Börse gegangen. Gleich am ersten Handelstag schoss der Kurs nach oben, gegenüber dem Ausgabepreis ist die Aktie um rund 170 Prozent gestiegen. Bekannt ist Adyen auch dafür, dass neben Facebook andere US-Tech-Konzerne wie Netflix, Spotify und Uber Kunden sind. „Ja, wir sind konzentriert auf die Großkonzerne. Aber das wird mit der Zeit schwinden“, so van der Does. Wenn Adyen weiter wachse, werde der Einfluss dieser Großkunden geringer werden.

An Banken geht das Wachstumsgeschäft der Zahlungsdienstleister weitgehend vorbei. Adyen hat eine Banklizenz und bietet Händler auch ein Bankkonto an, über das ihre Zahlungen laufen. Kredite an kleine und mittelgroße Firmen zu verleihen, plant Adyen laut van der Does indes nicht. Der Onlinebezahldienst Paypal dagegen reicht Darlehen an Onlineshops aus, seit einiger Zeit auch in Deutschland. Anfang 2018 sorgte Adyen für Aufsehen, weil das Unternehmen beim Online-Marktplatz Ebay ausgerechnet die frühere Ebay-Tochter Paypal als Zahlungsdienstleister abgelöst hat.

Mehr: In der Branche der Zahlungsdienstleister jagt ein Deal den anderen. Der Konkurrenzkampf bei Zahlungsfirmen löst ein Übernahmefieber aus.

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