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Piigs-Länder Schuldenkrise kann Versicherer Millionen kosten

Eine brisante Studie zeigt, wie die Krise der wirtschaftsschwachen Euro-Länder auf die Ökonomie starker Staaten wie Deutschland übergreifen könnte: Auch Munich Re, Allianz und andere Versicherungsgesellschaften haben wackeliger Staatsanleihen im Depot. Es droht Abschreibungsbedarf.
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Quelle: ap
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HB DÜSSELDORF. Die "griechische Krankheit" könnte auf deutsche Versicherungskonzerne durchschlagen: Wie eine Studie von JP Morgan zeigt, haben alle größeren europäischen Versicherer Staatsanleihen der "PIIGS-Staaten" im Portfolio. Die fünf Buchstaben stehen für das Quintett der europäischen Wackelkandidaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien - deren Staatspapiere kamen zuletzt deutlich unter Druck, nachdem die griechische Regierung jahrelange Trickserei bei der Wirtschaftsstatistik zugeben musste.

Konkret geht es bei der Allianz beispielsweise um griechische Schuldscheine im Wert von 3,6 Milliarden Euro - ein Prozent der gesamten festverzinslichen Anlagen des Unternehmens. Das Engagement in Spanien liegt laut der Studie mit 6,3 Milliarden Euro etwa doppelt so hoch, aus Italien kaufte der Konzern sogar Schuldscheine im Wert von 25,3 Milliarden Euro.

Der Versicherungskonzern hat durch die sinkenden Kurse griechischer Anleihen zum 3. Februar bereits über 100 Millionen Euro an Buchwert verloren. Zwar halten die Versicherer ihr Portfolio gewöhnlich bis zur Endfälligkeit, doch eine rasche Genesung des griechischen Patienten ist kaum zu erwarten. Vielmehr könnte die Lage in wenigen Monaten oder Jahren noch dramatischer Aussehen: Vom Bail-Out bis zum Staatsbankrott reichen die Szenarien.

Bei der Munich Re ergibt sich ein ähnliches Bild: Nach den Daten von J.P. Morgan haben die Rückversicherer 165 Milliarden Euro in festverzinsliche Wertpapiere investiert. Davon entfallen 1,1 Milliarden auf italienische Bonds, 2,1 Milliarden auf spanische Papiere und 1,5 Milliarden auf griechische Titel.

Die Aktien der Versicherer gerieten neben den direkt betroffenen Bankpapieren daher auch in der vergangenen Woche deutlich unter Druck. Anleger sind verunsichert, weil der Ausgang der PIIGS-Krise in den Sternen steht. Auch der tatsächliche Abschreibungsbedarf ist daher kaum kalkulierbar.

Die finanzielle Schieflage Griechenlands lastet wie Blei auf den Märkten und dürfte auch in der neuen Woche die Aktienkurse in Schach halten. Die bangen Blicke der Anleger gehen nach Brüssel: Sollten Hilfen der EU für das angeschlagene Mittelmeerland an Kontur gewinnen, könnte das Bewegung in den Dax bringen, sagen Analysten. "Sollte etwas Konkretes beschlossen werden, wäre der Markt erleichtert, denn Unsicherheit ist immer am schlimmsten. Dann könnte es auch eine kleine Erleichterungsrally geben", prognostiziert Wolfgang Duwe, Aktienstratege bei der Bremer Landesbank.

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4 Kommentare zu "Piigs-Länder: Schuldenkrise kann Versicherer Millionen kosten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Problem kann nur auf eine Weise gelöst werden, alles andere ist Kosmetik und führt zum Total-Crash.
    (Alle 60-80 Jahre).Die Geschäftsbanken dürfen nur mit ihrem anvertauten Geld Handel betreiben. Sie dürfen keines selber generieren! Das dürfen nur die National-banken. Jetzt vergeben sie Kredite die sie gar nicht selber verfügen, bis zu 40 mal,den gleichen Kredit! Keine andere branche kann die gleiche Ware zwei mal verkaufen. Nach einem mal ist sie weg, dann muss eine Neue her! im weiteren muss das Zins und Zinses-Zins Gebilde verschwinden. Das ist Geld für das nie gearbeitet wurde und genau das funktioniert nicht! Aber soweit wird es nie kommen. Die Gauner-banker und Polit-Gauner werden schon dafür sorgen.

  • wenn die PiiGS-Staaten nicht wollen - warum tritt bRD nicht aus ? zurück zur DM ?

  • ich befürchte das "der" große Knall noch kommen wird.
    banken und Versicherer gehen Hand in Hand und machen
    der bevölkerung was vor. Klopfen jeden Tag an Regierungstüren und forden Steurgeldern ansonsten drohen Sie den Staaten wenn kein Geld dann Tschüss Kapitalismus. Total klar, das die Politiker
    dieses Spiel mitmachen damit der Traum EU imperium
    weiter geträumt werden kann.

  • Geld wird angelegt, die tollen Zinserlöse eingeplant ... und ... und ... die Risiken ausgeblendet. immer der gleiche Mechanismus. Nur nutzen die tollsten Zinserlöse nichts, wenn der Kunde in den bankrott rutscht und die Kredite nicht mehr bedienen kann.

    So sitzen dann viele Versicherer auf "blasen", die ... plopp ... platzen.

    Einfach den Problemstaaten keine Kredite mehr geben, damit die zuständige Politikerelite endlich kapiert, dass sie Probleme nicht durch immer mehr Kredite verdrängen können. Nein, leider leben wir nicht in einer Märchenwelt und nein, es existieren leider keine Gelddruckmaschinen im Keller.

    Natürlich wäre es schön, wenn man es sich behaglich machen könnte und die Einnahmenseite ignorieren könnte, ist aber leider nicht so. Auch Versicherungen können nicht Staaten unbekümmert Geld leihen, die Traumrendite verinnerlichen, aber die Risiken "wegwischen".

    So oder so ... die Relaität heißt so, weil es nun einmal real ist und kein Traum. Und selbst bei schönen Träumen, muss man doch irgendwann aufwachen.

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