Plattform BluePort Deutsche Bank will das Firmenkundengeschäft digitaler machen

Langsam kommen digitale Innovationen auch im Bankgeschäft mit Firmen an. Die Deutsche Bank startet in Kürze eine Plattform speziell für Geschäftskonten.
Update: 12.07.2018 - 16:51 Uhr Kommentieren
BluePort: Deutsche Bank macht Firmenkundengeschäft digitaler Quelle: AFP
Das Logo der Deutschen Bank

Ende Juli will die Bank eine neue Plattform für Geschäftskunden starten.

(Foto: AFP)

FrankfurtWenn es um innovative Banking-Angebote geht, hinken traditionelle Banken hinter jungen Finanz-Start-ups oft hinterher. Und bei Firmenkunden kommen moderne Lösungen meist noch später an als bei Privatleuten. Mit ihrer am Donnerstag vorgestellten Plattform BluePort will die Deutsche Bank nun für ihre 900.000 Geschäfts- und Firmenkunden aufs Tempo drücken.

In erster Linie wird damit das elektronische Banking für die Firmenkunden verbessert. Ein Stück weit öffnet sich das Bankhaus aber auch für externe Kooperationspartner. Damit nähert es sich den Angeboten junger Herausforderer.

Bei der Digitalisierung von Bankdienstleistungen haben sich sowohl Fintechs als auch die traditionellen Geldhäuser zunächst auf die Privatkunden konzentriert. Doch den Verbesserungsbedarf im Firmenkundengeschäft haben die Banker längst erkannt. In einer Studie der Unternehmensberatung SSC Management schätzen im vergangenen Jahr rund 60 Prozent der Befragten das eigene Onlineangebot für gewerbliche Kunden als „schwach“ oder sogar „sehr schwach“ ein.

„Auch die etablierten Institute schauen sich zunehmend an, wie sie ihre Services durch Digitalisierung verbessern und welchen Zusatznutzen sie ihren Kunden bieten können“, sagt Carsten Baumgärtner, Senior Partner bei der Unternehmensberatung BCG. Das erscheint auch deshalb besonders wichtig, da eine steigende Zahl von Fintechs inzwischen auf den Kern der Kunde-Bank-Beziehung zielt: das Konto.

Die Plattform BluePort soll am 25. Juli starten. Schrittweise wird sie dann allen Firmen- und Geschäftskunden der Deutschen Bank offenstehen. „In der ersten Version stehen das elektronische Banking und die Aggregation aller Geschäftskonten im Fokus“, sagt Kirsten Oppenländer, die bei dem größten deutschen Geldhaus den Bereich Digitale Lösungen für Firmenkunden leitet.

Dieses sogenannte Multibanking, über das auch Konten von anderen Banken verwaltet werden können, dürften viele Nutzer schon aus ihrem privaten Online-Banking kennen. Wichtiger Teil der Plattform ist daneben die Verknüpfung mit Angeboten von Kooperationspartnern. „Noch in diesem Jahr werden wir die Buchhaltungssoftware SMACC integrieren. Auch eine Kooperation mit Advanon ist geplant, darüber können Unternehmen Rechnungen vorfinanzieren lassen“, sagt Oppenländer. Hinter solchen Partnerschaften steckt die Idee der sogenannten Plattformökonomie.

„Wir stellen unseren Kunden Angebote zur Verfügung, die über die klassischen Bankdienstleistungen hinausgehen“, so die Bankerin. Auch die Integration einer weiteren Buchhaltungssoftware, Fastbill, werde geprüft. Es soll außerdem einen Verweis auf Twago geben. Das ist ein Marktplatz für Freiberufler. Deutsche-Bank-Kunden sollen bei diesen Partnern dann Sonderkonditionen erhalten.

Ob es eine App geben wird, ist noch unklar

Eine Verknüpfung von Geschäftskonto und Buchhaltung bieten auch schon Fintechs wie Holvi und Kontist an. Bei ihnen ist auch ein Kontozugriff über Smartphone-Apps möglich. „Ob wir für unsere Plattform eine App zur Verfügung stellen, überlegen wir gerade noch“, sagt Oppenländer. Das Angebot sei ein erster Aufschlag und solle laufend erweitert werden.

Kostenlos sind die meisten Funktionen der neuen Plattform allerdings nicht. Sobald die Kunden dort ihre Konten zwecks Liquiditätsübersicht zusammenführen wollen, werden monatlich mindestens 4,99 Euro fällig. In der zweiten Preisstufe (9,99 Euro) sollen ab dem ersten Quartal 2019 Zusatzfunktionen für die Freigabe von Lohn- und Gehaltsbuchungen verfügbar sein.

Für 39,99 Euro monatlich können dann bis zu 100 Personen auf das Konto zugreifen und es sind Zahlungen mit den Überweisungsverfahren EBICS und FinTS möglich. Auf die bisherigen Kontoführungsgebühren sollen die Preise für die Nutzung der Plattform keine Auswirkungen haben. Diese fallen also weiterhin an.

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