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Postbank-Übernahme Die Deutsche Bank muss Unterlagen zur Postbank-Übernahme vorlegen

Gab es Absprachen zwischen der Deutschen Bank und dem damaligen Großaktionär? Ein Verfahren soll klären, ob Aktionäre der Postbank übervorteilt wurden.
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Bei der Klage zwischen ehemaligen Postbank-Aktionären und der Deutschen Bank geht es um rund 700 Millionen Euro. Quelle: dpa
Postbank

Bei der Klage zwischen ehemaligen Postbank-Aktionären und der Deutschen Bank geht es um rund 700 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

FrankfurtIm juristische Streit zwischen ehemaligen Postbank-Aktionären und der Deutschen Bank haben die Kläger einen Erfolg für sich verbuchen können: Das Oberlandesgericht Köln hat die Deutsche Bank vergangene Woche dazu verpflichtet, in dem Verfahren mehrere wichtige Unterlagen zur Postbank-Übernahme vorzulegen. Dagegen hatte sich die Deutsche Bank bislang gewehrt. Der Beschluss liegt dem Handelsblatt vor.

In dem Prozess, den der „Effecten-Spiegel“ gegen die Deutsche Bank führt (Az. 13 U 166/11), geht es um die Frage, ob die Aktionäre der Postbank übervorteilt wurden, als die Deutsche Bank 2008 bei der Postbank einstieg. Die Kläger vermuten, dass es Absprachen zwischen der Deutschen Bank und dem damaligen Großaktionär Deutsche Post gab, durch die die Deutsche Bank schon früher die volle Kontrolle über die Postbank erhielt als offiziell bekannt. „Die Deutsche Bank kommt selbstverständlich der Vorlageanordnung nach“, sagte ein Sprecher der Bank auf Anfrage.
Die Deutsche Bank war in zwei Schritten bei der Postbank eingestiegen. Sie übernahm zunächst knapp 30 Prozent und sicherte sich die Mehrheit der Anteile erst zwei Jahre später. Erst dann machte sie den übrigen Aktionären ein Angebot – zu dann deutlich günstigeren Konditionen. Doch wenn es schon zu Beginn weitreichende Absprachen mit der Post gegeben haben sollte, hätte die Deutsche Bank schon damals allen Postbank-Aktionären ein lukratives Übernahmeangebot unterbreiten müssen.

Um diese Frage endgültig zu klären, wollen die Kölner Richter nun Zugang zu fünf wichtigen Dokumenten erhalten, darunter der ursprüngliche Kaufvertrag zwischen Post und Deutscher Bank vom September 2008 sowie einige Folgeverträge, die in den Monaten darauf geschlossen wurden.

Der Prozess birgt für die Deutsche Bank ein hohes Risiko: Die Klage beläuft sich auf 700 Millionen Euro zuzüglich Zinsen. Inklusive dieser Zinsen geht es um mehr als eine Milliarde Euro. Die Bank hat für das Verfahren bislang Eventualverbindlichkeiten in unbekannter Höhe gebildet. Das bedeutet, dass die Bank einen finanziellen Schaden zwar nicht ausschließt, aber für „eher unwahrscheinlich“ hält.

„Unabhängig von den damit einhergehenden Veränderungen für den Zeitplan des Verfahrens ist die Deutsche Bank unverändert der Rechtsauffassung, dass die von den Klägern erhobenen Vorwürfe unbegründet sind“, sagte ein Sprecher der Bank. Allerdings dürfte sich das Verfahren zumindest weiter in die Länge ziehen. Auch deshalb, weil die Kläger in den Unterlagen neue Ansatzpunkte für ihre Beweisführung entdecken könnten, egal, wie der Prozess endet.

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