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Privatbank beendet jahrhundertealte Tradition Rothschild zieht sich aus Goldhandel zurück

Eine lange Tradition verabschiedet sich leise. NM Rothschild verkündete gestern das baldige Ende seines Goldhandels wie des gesamten Commodity Tradings. Die Londoner Privatbank begründete den Schritt mit den zuletzt immer geringeren Erträgen aus dem Sektor.

HB/fs LONDON.NM Rothschild zieht sich auch aus dem täglichen Goldfixing zurück, dass die Bank als eine von fünf Beteiligten seit 1919 zweimal täglich auf ihren Fluren organisierte.

Mit seinem Rückzug zieht der neue Chairman Baron David de Rothschild einen Schlussstrich unter eine mehr als 200-jährige Geschichte. Einst hatte die Bank Goldmünzen über den Kanal geschmuggelt, um den militärischen Vormarsch des Herzogs von Wellington gegen die Franzosen zu finanzieren. Auch stand der Name Rothschild seit mehr als 80 Jahren für das bizarre Ritual des Goldfixings: Fünf per Telefon mit Händlern verbundene Abgesandte versammeln sich zweimal täglich hinter schweren Schreibtischen in der Bank, in der Hand eine Fahne mit dem Union Jack. Sie diskutieren solange – und schwingen dabei ihre Fahne, bis sich alle Parteien auf einen Preis geeinigt haben.

Rothschild zieht eigenen Angaben zufolge nach einer strategischen Überprüfung den Schlussstrich, weil sich die Erträge aus dem Warenterminhandel zuletzt enttäuschend entwickelten. Im vergangenen Finanzjahr etwa machte das Geschäft gerade 4,6 Mill. Pfund (knapp 7 Mill. Euro) oder 2,2  % des gesamten Londoner Bereichs aus. Die Bank konzentriert sich zukünftig auf lukrativere Sektoren wie Investment- Banking und Private Banking. Sie werde die Übergabe der Chairman- Funktion beim Fixing „zu gegebener Zeit“ organisieren. Neben dem Goldgeschäft gibt Rothschild auch den Handel mit Öl-Kontrakten auf. Erst im vergangenen Jahr hatte das Institut in diesem Bereich noch auf Expansion gesetzt. Bis zu 40 Mitarbeiter der Bank könnten ihre Stelle verlieren.

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