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Privatbank Frankfurter Bankgesellschaft will mehr vermögende Sparkassenkunden gewinnen

Die Frankfurter Bankgesellschaft versteht sich als „Privatbank“ der Sparkassen-Finanzgruppe. Sie will weiter rasant wachsen – ausgerechnet von der Schweiz aus.
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Die Sparkassen sind bei der Zielgruppe der Mittelständler eigentlich Marktführer, wenn es um die Finanzen der Firmen geht. Quelle: dpa
Sparkasse

Die Sparkassen sind bei der Zielgruppe der Mittelständler eigentlich Marktführer, wenn es um die Finanzen der Firmen geht.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Frankfurter Bankgesellschaft hat das verwaltete Vermögen im vergangenen Jahr deutlich gesteigert und will weiter rasant wachsen. Die Privatbank, die der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) gehört, managte per Ende 2018 gut neun Milliarden Schweizer Franken (rund acht Milliarden Euro), wie sie am Dienstag mitteilte. Das ist ein Plus von 17 Prozent.

Damit zählt das Geldhaus, das seinen Hauptsitz in Zürich hat, zu den kleinen Privatbanken in Deutschland. Gemessen an Daten für das Jahr 2017 sind fast 20 Banken und Vermögensverwalter größer als die Frankfurter Bankgesellschaft, wie die Beratungsgesellschaft McKinsey ermittelt hat.

Gleichwohl will die Frankfurter Bankgesellschaft aufholen. Bankchef Holger Mai geht von einer im Branchenvergleich überdurchschnittlichen Vermögenssteigerung aus: „Es ist aus unserer Sicht niemand stärker gewachsen“, sagte er am Dienstag. Für dieses Jahr hat sich das Geldhaus vorgenommen, das verwaltete Vermögen auf 11,4 Milliarden Schweizer Franken zu erhöhen, binnen fünf Jahren soll es auf 15 Milliarden Schweizer Franken steigen.

Derzeit kooperiert die Frankfurter Bankgesellschaft mit rund zwei Drittel der knapp 400 deutschen Sparkassen. Man werde zufrieden sein, wenn man eine Quote von drei Viertel erreicht habe, so Mai. Die Bank zählt rund 5000 private Kunden, der Großteil davon ist über Sparkassen zur Frankfurter Bankgesellschaft gekommen.

Die Privatbank zielt auf Eigentümer mittelständischer Firmen sowie Immobilienbesitzer, die ein liquides Vermögen von mindestens einer Million Euro vorweisen. Zudem bietet sie eine spezielle Vermögensverwaltung ab 250.000 Euro für Sparkassenkunden an – Depot und Geld bleiben bei der Sparkasse, das Management übernimmt die Frankfurter Bankgesellschaft. Anders als andere Privatbanken managt sie nur Geld privater Kunden und von Stiftungen, nicht aber von Großinvestoren wie Pensionskassen.

Vermögende Kunden sind heiß umkämpft

Die Sparkassen sind bei der Zielgruppe der Mittelständler eigentlich Marktführer, wenn es um die Finanzen der Firmen geht. Bei der privaten Vermögensverwaltung etwa für Eigentümer von Firmen kommen sie laut Mai aber nur auf einen Marktanteil von zehn Prozent. Genau an dieser Stelle erhofft sich die Frankfurter Bankgesellschaft, neue Kunden zu gewinnen.

Gleichwohl sind vermögende Kunden heiß umkämpft. Weit über 20 Geldhäuser ringen um diese begehrte Klientel. Mit der BW-Bank, die zur Landesbank Baden-Württemberg gehört, und der Weberbank, die Teil der Mittelbrandenburgischen Sparkasse aus Potsdam ist, gibt es im öffentlich-rechtlichen Sektor gleich zwei weitere Banken mit großer Vermögensverwaltung. Die Weberbank kooperiert mit 35 Sparkassen und managt sechs Milliarden Euro. Zudem haben Großsparkassen wie die Hamburger Sparkasse ein bedeutendes eigenes Private Banking.

Zuletzt hat die Frankfurter Bankgesellschaft, die auch in Frankfurt vertreten ist, Niederlassungen in München und Düsseldorf eröffnet, auch Hamburg ist ein neuer Standort. Sie hat zudem etliche Mitarbeiter neu eingestellt. Insgesamt hat die Bank gut 200 Mitarbeiter.

Der Hauptsitz soll indes ausgerechnet in der Schweiz bleiben – der Vorläufer der Frankfurter Bankgesellschaft saß bereits in Zürich. Man habe nicht vor, das zu ändern, so Mai. Man setze die Regulierung auch komplett in der Schweiz um, betonte Tobias Fischer, Mitglied der Geschäftsleitung. „Wir dürfen da überhaupt kein Gefälle haben.“ Viele Vermögende aus Deutschland haben einen Teil ihres Vermögens bei Banken in Schweiz deponiert.

In der Vergangenheit wurde gegen mehrere Schweizer Banken – nicht nur in Deutschland – wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt. Teils kam es zu empfindlichen Geldbußen.

Mehr: Gestiegene Verwaltungskosten haben den Gewinn der Landesbank gedrückt. Helaba-Gewinn bricht um ein Fünftel ein.

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