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Privatbank Zeitenwende bei Berenberg: Gewinneinbruch und möglicher Wechsel an der Spitze

Der Wandel zur Investmentbank ist Berenberg gelungen, dennoch leidet der Gewinn. Dem Institut dürfte demnächst noch mehr Veränderung ins Haus stehen.
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Der Sitze des Instituts in Hamburg blickt auf mehr als 400 Jahre Geschichte zurück. Quelle: PR
Berenberg Bank

Der Sitze des Instituts in Hamburg blickt auf mehr als 400 Jahre Geschichte zurück.

(Foto: PR)

FrankfurtMit der altehrwürdigen, mehr 400-jährigen Geschäftstradition der Berenberg Bank hat die Gegenwart des Hamburger Instituts nicht mehr allzu viel zu tun. In den vergangenen Jahren haben Hans-Walter Peters und sein Kompagnon Hendrik Riehmer als persönlich haftende Gesellschafter das Haus konsequent in eine internationale Investmentbank umgebaut. Damit haben sie lange eine der wenigen Erfolgsgeschichten in der heimischen Bankenszene geschrieben.

Im vergangenen Jahr bekam diese Geschichte allerdings hässliche Kratzer. 2018 brach der Gewinn auf 23 Millionen Euro ein. Im Jahr zuvor waren es noch 90 Millionen gewesen, was einer Eigenkapitalrendite von 43 Prozent entsprach. Nicht mehr 2019, aber 2020 Jahr dürfte ein Wechsel an der Führungsspitze die Bank weiter umformieren. Dann endet nicht nur Peters Amtszeit als ehrenamtlicher Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, der Banker feiert auch seinen 65. Geburtstag. Bislang schieden bei Berenberg alle persönlichen Gesellschafter mit erreichen dieser Altersgrenze aus.

Als möglicher Kandidat für den Kreis der persönlich haftenden Gesellschafter wird innerhalb der Bank Henning Gebhardt, der Chef des Asset Managements und der Vermögensverwaltung gehandelt. Gebhardt, der Anfang 2017 von der Deutschen Bank zu Berenberg wechselte müsse sich aber noch in seinem neuen Job beweisen, heißt es in Finanzkreisen. Die Bank wollte zu den Personalien keinen Kommentar abgeben.

Dafür erklärt die Bank ihren Gewinneinbruch: „2018 war das schwierigste Börsenjahr seit zehn Jahren“, begründet Hans-Walter Peters das gesunkene Ergebnis. Als inhabergeführte Privatbank sei bei Berenberg die langfristige Entwicklung des Unternehmens wichtiger als ein einzelnes Jahresergebnis, betonte der Banker.

Neben den Turbulenzen an den Märkten im vierten Quartal macht Berenberg auch der Aufwand für das neue unter dem Stichwort Mifid II bekannte Regulierungspaket der EU zu schaffen und die Kosten für Abfindungen, die durch Stellenstreichungen notwendig wurden.

Nachdem der Provisionsüberschuss 2017 noch um über ein Drittel auf 343 Millionen Euro gestiegen war, ging er nun um 19 Prozent auf 279 Millionen zurück. Der Zinsüberschuss sank aufgrund der Minuszinspolitik der Europäischen Zentralbank von 67 auf 53 Millionen Euro, und der Handelsüberschuss von 21 auf 19 Millionen. Gleichzeitig stiegen die Verwaltungsaufwendungen von 348 auf 372 Millionen Euro.

Aufstieg in den Investment-Olymp

Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat die Bank im vergangenen Jahr Stellen gestrichen und sich von etwa 150 Mitarbeitern vor allem im Investmentbanking und in der IT getrennt. Die Folge waren „Restrukturierungskosten im deutlich zweistelligen Millionenbereich“. Außerdem hat sich Berenberg entschlossen, über 80 Prozent der Anteile an der Schweizer Tochter zu verkaufen und wird Anfang 2019 die Niederlassung in Wien schließen, da das dort angesiedelte Anleihegeschäft unter der neuen Regulierung unter MiFID II nicht mehr sinnvoll betrieben werden kann. Trotz des Personalabbaus ist die Zahl der Mitarbeiter in der Gruppe 2018 von 1474 auf 1640 gestiegen.

Im vergangenen Jahr war Berenberg im wichtigen Investmentbanking an 48 Börsengängen und Kapitalerhöhungen beteiligt, drei weniger als im Jahr davor. Das Emissionsvolumen hat sich dennoch von 8,6 auf 16,7 Milliarden Euro fast verdoppelt. Damit gelang der Bank im europäischen Geschäft mit Aktienplatzierungen erstmals der Sprung unter die Top-Ten der Investmentbanken. Im Aktienhandel stiegen die Umsätze um 25 Prozent.

„Wir sind mit unserer Performance in den europäischen Märkten sehr zufrieden, sagte der zweite persönlich haftende Gesellschafter Riehmer. Aber er räumte auch ein, dass weiteres „Wachstum aufgrund unserer starken Marktstellung herausfordernd“ wird. Chancen sieht Riehmer vor allem in Großbritannien und den USA.

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