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Private Banking DZ Privatbank verwaltet 18 Milliarden Euro – trotz halbierter Kundenzahl

Die DZ Privatbank hat ihren Fokus in den letzten Jahren auf vermögende Kunden gelegt. Damit fährt sie nach eigenen Angaben gut – und blickt optimistisch in die Zukunft.
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DZ Privatbank verwaltet 18 Milliarden Euro Quelle: dpa
DZ Bank

2011 investierte ein Kunde noch durchschnittlich 200.000 oder 300.000 Euro bei der Bank. Heute sind es 1,6 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

Die DZ Privatbank hat in den vergangenen acht Jahren die Anzahl ihrer Kunden fast halbiert, gleichzeitig aber das verwaltete Vermögen nahezu verdoppelt. Das sagte Stefan Schwab, Vorstandschef der DZ-Bank-Tochter gegenüber Bloomberg. Mittlerweile betreut der Private-Banking-Arm der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken mehr als 18 Milliarden Euro.

„In diesem Jahr haben wir 650 Millionen Euro an Netto-Mittelzuflüssen zu verzeichnen“, erläuterte er. Aktuell komme das Institut auf rund 30.000 Kunden, verglichen mit 50.000 Kunden und einem verwalteten Vermögen von nur zehn Milliarden Euro zu Beginn 2011. „Wir haben unseren Fokus auf größere Mandate verschoben, was die Verwaltung von Vermögen effizienter macht.“

Im Durchschnitt verdreifachte sich das verwaltete Vermögen in den vergangenen acht Jahren von 200.000 Euro auf 600.000 Euro pro Kunde. Und es könnte noch weiter klettern. Denn die Bank strebt an, in zwei Jahren beim verwalteten Vermögen die Marke von 20 Milliarden Euro zu überschreiten.

„Die Summen, die wir im Neugeschäft einwerben, sind stark gestiegen“, sagte Schwab, der seine Karriere bei BHF Bank und Dresdner Bank begonnen hatte. Vor seiner Zeit bei der DZ Privatbank hatte er lange Zeit als Vorstandschef einer großen Volksbank in der Rhein-Neckar-Region gearbeitet.

„Als ein Kunde 2011 zu uns kam, investierte er 200.000 oder 300.000 Euro. Heute sind es im Schnitt 1,6 Millionen Euro“, erläutert der Genossenschaftsbanker. „Über 70 Prozent ist unternehmerisch geprägtes Geld. Es handelt sich also oft um Unternehmer, die als vermögende Privatkunden bei uns Mittel anlegen.“

Volksbanken an Einnahmen beteiligt

Während die DZ Privatbank ihre Geschäft auf größere Volumina ausrichtet, stellt sie den Volksbanken vor Ort für die eigenständige Verwaltung kleinerer Summen auch einige Angebote zur Verfügung, auf die der lokale Betreuer zugreifen kann.

Einen Großteil seiner Kunden gewinnt das Unternehmen über die lokalen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Diese sprechen vermögende Kunden an und vermitteln sie an die Privatbank der Gruppe. Schwab: „Die Volksbanken vor Ort bekommen bis zu 50 Prozent der Einnahmen aus der Vermögensverwaltung. Die genaue Höhe hängt davon ab, wie stark sie sich einbringen.“

Positiv beurteilt der Vorstandschef die Eröffnung von Niederlassungen und Büros in ganz Deutschland. „Bis 2011 waren wir nur mit zwei zentralen Standorten in Luxemburg und Zürich präsent. Ohne den Gang in die Fläche hätten wir in Deutschland sicherlich Bedeutung und Gelder verloren“, sagte er. Heute betreibt die Bank insgesamt acht Niederlassungen, unter anderem in Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, München und Hamburg. „Private Banking ist und bleibt ein People-Business.“

Das Ergebnis vor Steuern belief sich 2017 auf 20 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte es – belastet von Sonderfaktoren – bei nur 3 Millionen Euro gelegen, während 2015 rund 38 Millionen Euro angefallen waren. Im August sprach die Mutter DZ in einer Präsentation von einer stabilen operativen Entwicklung im Segment Private Banking, die jedoch unter Plan verlaufe.

Ein Sorgenkind der DZ Privatbank bleibt die Sparte in der Schweiz, die zuletzt im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms stark geschrumpft sei und an der Verbesserung ihrer Profitabilität arbeiten müsse. Schwab verwies unter anderem auf die Aufhebung des Mindestkurs von 1,20 Franken zum Euro Anfang 2015. „Wenn die Kosten in Franken und die Erträge in Euro anfallen, hat man über Nacht ein Problem“, sagte er.

Vor diesem Hintergrund sei damals eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Privatbank Notenstein La Roche geprüft worden. „Da wir keine Einigung erzielen konnten, entschieden wir uns, eigenständig in der Schweiz weiterzumachen“, sagt Schwab. Von 174 Mitarbeitern sind heute noch 110 übrig, viele zentrale Funktionen wurden zum Hauptstandort nach Luxemburg verlagert. „Perspektivisch wollen wir in der Schweiz wieder schwarze Zahlen schreiben. Als Ziel haben wir uns das Jahr 2020 gesetzt.“

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  • Bloomberg
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