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Grüne Geldanlage Rendite nicht ausgeschlossen

Keine Kinderarbeit, keine Waffen, keine Gentechnik sind Kriterien für nachhaltige Geldanlagen. Nur die Wenigsten wollen bislang ihr Geld „Grün“ und „ethisch“ anlegen. Dabei müssen sie nicht auf Rendite verzichten.
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Kinderarbeit ist für den Ökoworld-Fonds tabu. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH

Kinderarbeit ist für den Ökoworld-Fonds tabu.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Düsseldorf Ethisch und ökologisch anlegen? Das sei anstrengend, habe häufig mit Etikettenschwindel zu tun und lenkt von dem eigentlichen Ziel ab: Rendite. Wer Geld nachhaltig anlegen will, der meint damit in der Regel, dass sich sein Vermögen langfristig und stetig vermehrt. Falls dann noch ein paar gute Ziele erreicht werden können - gerne.

So stellt sich für viele Privatanleger die Sicht auf nachhaltige Geldanlagen dar. Doch ist das auch richtig? Widersprechen sich Nachhaltigkeit und Rendite?

Keineswegs. Alfred Platow hat schon alle Einwände gehört. Er ist lange in der Investment-Szene dabei, gehört sicher nicht zu den üblichen Profis. Denn er ist überzeugt davon, dass es beim Geld nicht nur auf die nackten Zahlen ankommt. Wobei die bei seinem Ökoworld-Fonds, dem Pionier in Deutschland, schon stimmen.

Der „Ökovision Classic“ hat seit Auflage 1996 im Schnitt mehr als fünf Prozent pro Jahr zugelegt - obwohl die Investments strengen Auflagen unterliegen. Keine Kinderarbeit, keine Waffen, keine Gentechnik sind nur Beispiele für die „ethisch-ökologischen und sozialen Kriterien“, die Unternehmen erfüllen müssen. Tun sie es nicht, fliegen sie aus dem Anlageuniversum.

Das schließe zu viele Unternehmen aus und reduziere die Diversifikation, meinen Kritiker. Sie wählen lieber das „Best-in-Class Modell“, bei dem das vermeintliche beste Unternehmen einer Branche ausgewählt wird. Die Idee dahinter ist ein doppelter Anreiz: Der Branchenführer wird zu weiteren Anstrengungen motiviert und kann den Wettbewerbern als Vorbild dienen.

Platow wiederum hält das für inkonsequent. Er sortiert lieber aus. Neben einer harten Finanzrendite stellt er dabei eine „emotionale“ Rendite, die Anlegerinvestieren nur in Unternehmen, die zu ihrer Haltung passen. „Anstrengend“, sei das, natürlich. „Die Emotionalität führt zu viel mehr Betroffenheit. Anleger müssen sich fragen, ob ihr Fonds wirklich sauber ist. Der japanische Akw-Betreiber Tepco oder BP waren in bestimmten angeblich nachhaltigen Fonds auch investiert“, sagt er.

Der Vorteil bei Spezialisten wie Ökoworld: Ganze Branchen kommen von vornherein nicht in Frage. Gleichwohl verschenken Anleger damit die Möglichkeit, positiv auf Unternehmen in heiklen Branchen einzuwirken. Die Palette der Produkte ist jedenfalls vielfältig, Angebote machen nicht nur Spezialisten, sondern auch Deutsche Bank, Hypovereinsbank oder Union Investment. Damit variieren aber auch die Definitionen von Nachhaltigkeit erheblich. Anleger müssen sich entscheiden, worauf sie inhaltlich Wert legen und welche Geldanlage zu ihnen passt.

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