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Private Banking Jeder kämpft für sich allein

Die goldenen Zeiten im Private Banking sind vorbei. Vermögende lassen Banken gegeneinander antreten. Kleine Häuser schrauben nun an ihren Geschäftsmodellen – und wecken das Interesse im Ausland.
03.11.2014 - 12:00 Uhr Kommentieren
Der Wettbewerb zwischen den Privatbanken wird schärfer, das bekommt man auch in Düsseldorf bei HSBC Trinkaus zu spüren. Quelle: dpa

Der Wettbewerb zwischen den Privatbanken wird schärfer, das bekommt man auch in Düsseldorf bei HSBC Trinkaus zu spüren.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wenn die betuchte Kundschaft zu ihrem Bankberater geht, mag sie es immer noch gediegen. Der neue Firmensitz des Bankhauses Metzler schräg hinter dem Nizza am Main sieht zwar von außen wie ein ganz normales gläsernes Frankfurter Bürohaus aus. Drinnen aber liegt wie gewohnt dicker Teppich, Kunst schmückt die Flure und in den Räumen ist die 340-jährige Bankhistorie in Vitrinen voller alter Wertpapiere immer präsent. Zeit zum Wohlfühlen.

Ganz anders ist die Atmosphäre immer häufiger, wenn der Banker mit potenziellen Kunden zusammentrifft. Dann zählen nur nüchterne Zahlen. Je größer das Vermögen, desto eher lässt er sich von einem Family Office vertreten – von Profis , die die gesamte Vermögenssituation einer Familie überwachen. „Das läuft heute organisierter ab. Wir müssen immer öfter zum Beauty Contest antreten“, sagt Emmerich Müller, Chef des Bankhauses Metzler. Stephan Rupprecht, Partner bei Hauck & Aufhäuser bestätigt: „Wir stellen fest, dass Kunden noch gewissenhafter als bisher auswählen.“

Früher sei ein Kunde zu drei Instituten gegangen und hätte sich dann für eins entschieden. Heute treten deutlich mehr Häuser – ob Großbank, Privatbankiers oder Vermögensverwalter – gegeneinander an, berichtet Müller. Es gebe Ausschreibungen und die Anbieter müssten als Bewerbung einen detaillierten Fragebogen ausfüllen. Wer überzeugt, werde zur nächsten Runde eingeladen, sein Anlagekonzept persönlich vorzustellen, bevor die Entscheidung fällt.

Diese Banken wachsen oder schrumpfen am stärksten
Bankenskyline von Frankfurt
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Die Bankentürme der Skyline von Frankfurt: Auch fünf Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise ringen deutsche Geldhäuser immer noch mit den Folgen. Einige Banken konnten dennoch ihre Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr vergrößern, während andere abspecken mussten. Die Bilanzsumme allein zeigt aber nur die Größe eines Finanzinstituts und ist kein Gütesiegel. Eine Rolle spielt auch, wie riskant die eingegangenen Geschäfte oder vergebenen Kredite sind.

Quelle: Die-Bank.de, Basis: Geschäftsberichte 2012

(Foto: dpa)
The logo of Eurohypo is projected on to the facade of Commerzbank's headquarters in Frankfurt
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Hypothekenbank Frankfurt (Eurohypo) (-14,76 Prozent)

Die Tochter der Commerzbank ist auf Immobilien- und Staatsfinanzierung spezialisiert und rutschte nach der Lehmen-Pleite in die Krise. Ein Teil der Eurohypo wird nun abgewickelt. Seit Ende August 2012 firmiert das Institut unter dem Namen Hypothekenbank Frankfurt. 2012 schrumpfte die Bilanzsumme um 14,76 Prozent auf 173,021 Milliarden Euro. Das Geldhaus rangiert damit auf Platz elf der größten deutschen Finanzhäuser.

(Foto: Reuters)
CorealcreditHaus_4_800px_72dpi
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Corealcredit (-15,69 Prozent)

Die Bilanzsumme des auf gewerbliche Immobilienfinanzierung spezialisierten Instituts sank 2012 um 15,69 Prozent auf 8,194 Milliarden Euro.

(Foto: PR)
WestLB
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Westdeutsche Immobilienbank (Westimmo) (-15,84 Prozent)

Der Immobilienfinanzierer der zerschlagenen WestLB soll verkauft oder abgewickelt werden. Die Bilanzsumme des Instituts schrumpfte um 15,84 Prozent auf 20 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)
People walk past painted cow statues at front of SEB bank branch in Europa business center in Vilnius
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SEB-Bank (-18,7 Prozent)

Der deutsche Ableger des skandinavischen Geldhauses verkleinerte sich um 18,7 Prozent auf 35,634 Milliarden Euro. Anfang 2011 hatte die Bank das Privatkundengeschäft in Deutschland an die spanische Santander verkauft.

(Foto: Reuters)
A sign for BHF-Bank is pictured in front of its headquarters in Frankfurt
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BHF-Bank (-21,68 Prozent)

Die Privatbank ist im Umbau begriffen und auf Sparkurs. Zudem verkaufte die Deutsche Bank das Institut an den Finanzdienstleistungskonzern RHJ International. Die Bilanzsumme der BHF schrumpfte 2012 um 21,68 Prozent auf 7,367 Milliarden Euro – der größte Rückgang unter Deutschlands Geldhäusern.

(Foto: Reuters)
Commerzbank Chief Executive Blessing gestures during the bank's annual news conference in Frankfurt
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Comdirect (+9,39 Prozent)

Commerzbank-Chef Martin Blessing ringt mit vielen Problemen. Doch die Direktbanktochter Comdirect dürfte ihm stets Freude bereiten: Das Institut mit Sitz in Quickborn erwirtschaftet Gewinne und weitete 2012 die Bilanzsumme um 9,39 Prozent auf 12,446 Milliarden Euro aus.

(Foto: Reuters)

Die Profis drücken die Preise. „Im Topsegment führt der Einsatz von Family Offices und Vermögensverwaltern zu einem weiteren Druck auf Gebühren“, beobachtet Marc Jochims von der Strategieberatung Kampmann, Berg & Partner. Im Schnitt sind die Margen ohnehin bei allen Anbietern seit 2009 von 0,62 auf 0,46 Prozent gemessen am verwalteten Vermögen gesunken, zeigen Daten von Eurogroup Consulting.

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    Der größte Kostenfresser dabei sind die Ausgaben für IT und Regulatorik. „Man versucht dies, so weit wie möglich an die Kunden weiterzugeben. Aber die Erträge sind nicht mehr so üppig wie früher“, räumt Mario Caroli, Chef von Ellwanger & Geiger ein. Hinzu kommt, dass die Rendite auf die sicherheitsorientierte Vermögensanlage wegen des Niedrigzinsumfelds sinkt. Real und nach Kosten ist sie teilweise negativ. „In dieser Situation fällt es Banken zunehmend schwer, den vollen Margenanspruch durchzusetzen“, so Jochims.

    Es gebe durchaus Möglichkeiten für kleine Häuser Kosten zu sparen, in dem sie Tätigkeiten außerhalb des Kerngeschäftsfeld auslagern, meinen Berater. Zum Beispiel könnte ein gemeinsamer Dienstleister die Anforderungen aus der Regulatorik ermitteln oder man kooperiert im Back Office. Doch dazu gibt es bei den Häusern, die von Diskretion und der eigenen Geschichte geprägt sind, bisher allenfalls zaghafte Gespräche. „Jeder kämpft für sich allein.“, sagt Christoph Leurs von Eurogroup Consulting.

    Sparkassen werden zu Konkurrenten
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