Privatkundengeschäft Deutsche Bank will nach Postbank-Integration zuerst in der Zentrale sparen

Die Deutsche Bank will nach der Integration der Postbank in die Privatkundensparte bald über einen Jobabbau reden. Tausende Stellen sollen wegfallen.
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Von Amts wegen heißt die Postbank seit dem 25. Mai „DB Privat- und Firmenkundenbank AG“. Quelle: dpa
Postbank-Filiale

Von Amts wegen heißt die Postbank seit dem 25. Mai „DB Privat- und Firmenkundenbank AG“.

(Foto: dpa)

FrankfurtSeit Freitag ist die Integration der Postbank in das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank amtlich. „DB Privat- und Firmenkundenbank AG“ heißt die neue Rechtseinheit. Intern ist von der „Bank für Deutschland“ die Rede. Nach der Verschmelzung ist nun der Weg frei für Gespräche über den notwendigen Stellenabbau der Bank.

„Im dritten Quartal wird es Gespräche zwischen der Bank und den Arbeitnehmervertretern geben“, heißt es in Finanzkreisen. Zunächst werde es um einen Stellenabbau in der künftigen Zentrale gehen. „Angedacht ist ein Stellenabbau um zehn bis 15 Prozent“, hieß es weiter. Die Deutsche Bank wollte die Information nicht kommentieren.

Früheren Angaben aus Finanzkreisen zufolge hat sich die Bank den Abbau von rund 6.000 der etwa 30.000 Jobs grob als Ziel für die Privatkundensparte gesetzt. Allerdings gab es auch dazu noch keine konkreten Verhandlungen mit den Betriebsräten und Gewerkschaften.

Auch die Pläne für die Zentrale befinden sich noch in einem frühen Stadium. Das bedeutet, dass es zwar bereits konkrete Vorstellungen davon gibt, wie groß der Abbau ausfallen soll. Welcher Bereich aber wie stark genau betroffen ist, wird sich erst nach internen Diskussionen in den nächsten Wochen herauskristallisieren. Erst danach können die Verhandlungen mit den Arbeitnehmergremien starten.

Mit der Integration der Postbank ist nun auch der Weg frei für eine Verschmelzung der IT-Systeme und eine Zusammenlegung der beiden Bausparkassen von Postbank und Deutscher Bank. Die Deutsche Bank will durch einen Mix aus Ausgabensenkungen und Ertragssteigerungen bis spätestens 2022 eine Ergebnisverbesserung von 900 Millionen Euro erzielen.

Konzernweit will die Bank die Zahl der Stellen in den nächsten beiden Jahren von 97.000 auf „deutlich unter 90.000“ verringern. Viele Jobs dürften im Investmentbanking wegfallen, vor allem in den USA, doch auch die Kürzungspläne der Privatkundensparte zählen dazu. Vorstandschef Christian Sewings Vorgänger John Cryan hatte den Abbau von 9.000 Stellen bis 2020 angekündigt und davon bereits 6.000 Jobs gestrichen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte die Ankündigungen der Bank zum Stellenabbau. Die Bank müsse aufpassen, dass sie die Probleme nicht öffentlichkeitswirksam dadurch versuche, vermeintlich zu lösen, indem sie Zahlenziele für den Personalabbau kommuniziere, die nicht plausibilisiert werden könnten und für Unsicherheit sorgten, sagte Verdi-Vertreter Jan Duscheck.

Bislang sei mit den Betriebsräten noch nicht über konkrete Zahlen gesprochen worden. Zuständig sind die Betriebsräte aber nur für Stellen in Deutschland. In den USA trennte sich die Bank bereits von 600 Investmentbankern.

Vor der Hauptversammlung stand die Führung der Bank unter großem Druck, Fortschritte beim Umbau der Bank aufzuzeigen. Wie groß der Unmut der Aktionäre ist, zeigte sich auch im Abstimmungsergebnis für Aufsichtsratschef Paul Achleitner, der mit nur 84 Prozent der Stimmen entlastet wurde.

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