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Procedera-Analyse Landesbanken belegen in Banken-Ranking die hinteren Plätze

Die Beratungsfirma Procedera prüft, welches Kreditinstitut ein vollhaftender Bankier gerne betriebe. In dieser Analyse schneiden deutsche Landesbanken gar nicht gut ab.
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Die großen deutschen Banken schneiden in einer Bilanzanalyse von Procedera schlechter ab als einige hoch spezialisierte Geldhäuser. Quelle: Imago/Westend61
Die Frankfurter Skyline

Die großen deutschen Banken schneiden in einer Bilanzanalyse von Procedera schlechter ab als einige hoch spezialisierte Geldhäuser.

(Foto: Imago/Westend61)

FrankfurtSeit Längerem wirbt Sparkassenpräsident Helmut Schleweis für eine Konsolidierung der großen deutschen Landesbanken. „Nach meiner Überzeugung ist es zwingend, die für den künftigen Wettbewerb notwendige Größenordnung im Landesbankensektor durch eine Bündelung der Kräfte in einer Sparkassen-Zentralbank herzustellen“, schrieb er kürzlich in einem Brief an die Vorstände der 384 deutschen Sparkassen.

Bei einem Banken-Ranking der Beratungsfirma Procedera schneiden die Landesbanken indes gar nicht gut ab. Sie landen dort auf den Plätzen 1085 (BayernLB) bis 1477 (LBBW). Die Dekabank käme auf Platz 747.

Auch eine „Super-Landesbank“, für die Schleweis sich ursprünglich stark gemacht hatte, schafft es laut der Procedera-Berechnungen – ohne Veränderungen bei den Häusern – nur auf Rang 1269. Nach Schleweis' Plan sollten sich zunächst die NordLB und die Helaba zusammenschließen. Danach sollte das fusionierte Institut mit der LBBW, der Deka und Berlin Hyp verschmelzen. Eine solche Super-Landesbank würde auf eine Bilanzsumme von rund 700 Milliarden Euro kommen und damit nach der Deutschen Bank zum zweitgrößten Geldhaus der Bundesrepublik aufsteigen.

Für ihre Analyse haben die Procedera-Experten die Geschäftsberichte aus dem Jahr 2016 verwendet. Damals gab es in Deutschland insgesamt knapp 1900 Banken. Das Entscheidende dabei: Procedera geht der Frage nach, welches Kreditinstitut ein vollhaftender Bankier, der also mit seinem Privatvermögen einstehen muss, gerne betriebe.

Beurteilt werden die Banken dabei anhand von sechs Kennzahlen, die laut Procedera die unternehmerische Sicht widerspiegeln. Unter anderem geht es um die Kosten-Ertrags-Relation, das operative Ergebnis pro Mitarbeiter sowie verschiedene Eigenkapitaldaten.

Tatsächlich seien die Gesamtkapitalquoten der Landesbanken auch hoch und deutlich über den Vorgaben der Aufsicht, meint Procedera. Aber: „Viele Landesbanken investieren in Geschäfte, für die weniger Sicherheiten erforderlich sind.“ Etwa Kredite für Wohnimmobilien oder deutsche Staatsanleihen.

„Das Geschäftsmodell einer Landesbank ist weniger kapitalintensiv als das der meisten anderen Institute“, sagt Manuel Junker, Gründer und Beirat von Procedera. Landesbanken könnten eine höhere Bilanzsumme aufbauen, als die Geldmittel es aus Sicht eines Unternehmers – oder haftenden Bankiers – ermöglichen würden.

Hinzu käme, dass die Landesbanken über Genusskapital, nachrangige Verbindlichkeiten und stille Reserven verfügen würden, die auf das Eigenkapital angerechnet werden dürfen. Ohne diese Sondereffekte schmelze das Eigenkapital auf etwa ein Drittel zusammen, so die Procedera-Analyse.

Ein Trost für die Landesbanken, die den regionalen Sparkassen sowie den jeweiligen Bundesländern gehören: Auch die Deutsche Bank kommt in der Procedera-Rangliste nur auf Platz 1523, die Commerzbank auf Platz 1486 und die DZ Bank 1231.

Zudem gibt es Experten, die eine Super-Landesbank befürworten. Der Chef-Bankenanalyst der Ratingagentur Scope, Sam Theodore, machte kürzlich deutlich: „Sollte es zu einer echten und entschlosseneren Konsolidierung des Landesbankensektors kommen, würde dies zu einer seit Langem überfälligen Stärkung des öffentlich-rechtlichen Sektors im Speziellen und des deutschen Finanzsektors im Allgemeinen führen.“

Laut der Procedera-Analyse stehen einige Spezialbanken am besten da. Ganz oben rangiert die Investmentbank Goldman Sachs in Deutschland. Es folgen die Wirecard Bank, die zum Dax-Konzern Wirecard gehört, und die Nischenbank Mediserv, die für Ärzte Dienstleistungen rundum Privatabrechnungen liefert. Die Volksbank Staufen schafft es immerhin auf Platz sieben.

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