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Prognose angehoben Marktturbulenzen sorgen für Gewinnanstieg bei Deutscher Börse

Unter dem Vorstandschef Theodor Weimer hat die Börse ihren Überschuss 2018 kräftig ausgebaut. Das laufende Jahr dürfte dennoch schwierig werden.
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„Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorne bringen.“ Quelle: dpa
Theodor Weimer

„Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorne bringen.“

(Foto: dpa)

FrankfurtWenn es um Pflichtmitteilungen an die Kapitalmärkte geht, ist die Deutsche Börse ein gebranntes Kind. 2016 verkündete sie aus Sicht der Behörden zu spät, dass sie mit der London Stock Exchange über eine Fusion verhandelt, und musste deshalb später eine Strafe von 5,5 Millionen Euro zahlen. Zudem droht ein weiteres Bußgeld von der Finanzaufsicht Bafin. Sie untersucht, ob der Konzern im November 2017 hätte informieren müssen, als zwei geeignete Kandidaten für die Nachfolge von Vorstandschef Carsten Kengeter gefunden waren.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Deutsche Börse bei Verkündung ihres Gewinns 2018 nun auf Nummer sicher ging. Am Dienstag um 20.25 Uhr erklärte das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung, dass der bereinigte Überschuss im vergangenen Jahr um rund 17 Prozent gestiegen ist.

Dieser Wert liegt deutlich über der Prognose des Dax-Konzerns, der lediglich einen Ergebnisanstieg von mehr als zehn Prozent in Aussicht gestellt hat. Aber das Gewinnplus von 17 Prozent entspricht in etwa den bisherigen Markterwartungen. „Die Zahlen sind keine Überraschung“, sagte Commerzbank-Analyst Christoph Blieffert am Mittwoch.

„Die Ad-hoc-Mitteilung hätte es also eigentlich nicht gebraucht. Aber die Deutsche Börse hat das wahrscheinlich aus Vorsichtsgründen gemacht.“ Sämtliche Zahlen für 2018 legt der Konzern am 13. Februar vor. Einen Tag später stellen sich Vorstandschef Theodor Weimer und seine Kollegen den Fragen von Journalisten und Analysten.

Hauptverantwortlich für den kräftigen Gewinnanstieg 2018 waren die Turbulenzen an den Finanzmärkten – ausgelöst unter anderem durch drohende Handelskriege und Sorgen um die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. Besonders profitiert hat von den Ausschlägen die Derivatesparte Eurex. Hier zogen die Volumina kräftig an, das vierte Quartal war besonders stark.

Neue Technologien und organisches Wachstum

„Ein größerer Teil des Gewinnanstiegs ist auf die gestiegene Volatilität zurückzuführen“, sagt Analyst Blieffert. „Aber auch die Strategie von Theodor Weimer trägt schon erste Früchte.“ Beispiele dafür seien die Abwicklung von außerbörslichen Derivategeschäften (Clearing), die Energiebörse EEX und die Devisenhandelsplattform 360T.

Weimer hat Anfang 2018 die Führung der Deutschen Börse übernommen. Seine Strategie, die sich nicht sehr von der seines Vorgängers unterscheidet, setzt auf neue Technologien, organisches Wachstum und Zukäufe. „Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorn bringen“, sagte Weimer im November im Handelsblatt-Interview.

Doch es wird nicht einfach sein, dieses Versprechen einzulösen, denn viele potenzielle Übernahmeziele sind aktuell sehr teuer. Und ohne Zukäufe fehlt vielen Mitarbeitern derzeit die Fantasie, wo 2019 große Wachstumsimpulse herkommen sollen.

Auch Analysten gehen davon aus, dass das Gewinnwachstum im neuen Jahr geringer ausfallen könnte als im alten. „2019 muss die Deutsche Börse liefern und beweisen, dass ihre strukturellen Wachstumsinitiativen funktionieren“, sagt Commerzbank-Experte Blieffert. Er sieht beim Clearing, der EEX, im Fondsgeschäft und in der Index-Sparte Stoxx Wachstumspotenzial.

Zudem könne die Deutsche Börse einen Großteil der angekündigten Kosteneinsparungen von 100 Millionen Euro umsetzen. „Somit hat sie Spielraum, wenn die Volatilität nachlässt und das Derivategeschäft schwächer abschneidet als im vergangenen Jahr“, betont der Analyst. „Ich glaube, die Deutsche Börse kann ihren Gewinn 2019 um zehn Prozent steigern. Aber 17 Prozent wie im vergangenen Jahr werden schwierig zu erreichen sein.“

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