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Mansoor bin Ebrahim al-Mahmoud

Früher war er als Leiter des Risikomanagements bei QIA tätig.

(Foto: Qatar Museums)

Qatar Investment Authority Katar beruft Mansoor al-Mahmoud als neuen Chef des Staatsfonds

Nach vier Jahren steht bei der Qatar Investment Authority nun ein Führungswechsel an. Chef des Staatsfonds von Katar wird jetzt Mansoor al-Mahmoud.
Update: 19.09.2018 - 17:33 Uhr Kommentieren

BerlinDer Wechsel an der Spitze von Katars einflussreichem Staatsfonds kam so überraschend, dass die Webseite der Qatar Investment Authority (QIA) auch am Mittwochabend noch den alten CEO als den aktuellen präsentierte.

Dabei war Scheich Abdullah bin Mohammed bin Saud al-Thani bereits am Mittag von Katars Emir zum Staatssekretär berufen worden. Stattdessen tritt per Emir-Dekret Mansoor bin Ebrahim al-Mahmoud an die Spitze des 320 Milliarden Dollar schweren zehntgrößten Staatsfonds der Welt. Die Neubesetzung ist eine Überraschung.

Denn al-Mahmoud war zuletzt Chef des Qatar Museums und eher mit Damien-Hirst-Ausstellungen und den Skulpturen Richard Serras befasst als mit Investments. Davor hatte al-Mahmoud allerdings als Leiter des Risikomanagements bereits bei dem Staatsfonds gearbeitet.

Über die Gründe für den Wechsel ist nichts bekannt. Der jetzt abgelöste Spross der Herrscherfamilie al-Thani, Scheich Abdullah, war seit Dezember 2014 CEO des mächtigen Staatsfonds. Erst vor rund zwei Wochen hatte er in Berlin auf dem „Katar Deutschland Business und Investment Forum“ weitere katarische Milliardeninvestitionen in der Bundesrepublik angekündigt.

Und er hatte VW – QIA ist nach dem Land Niedersachsen der zweitgrößte Aktionär des Autobauers – aufgefordert, Teile seiner Forschung auf die kleine Halbinsel im Persischen Golf zu verlagern. Die besser ausgebaute Infrastruktur und vor allem die deutlich moderneren Telekomnetze seien zur Erprobung gerade von selbstfahrenden Autos deutlich besser geeignet, erklärte er.

Der Chef des Staatsfonds QIA wurde plötzlich abgelöst. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Scheich Abdullah bin Mohammed bin Saud al-Thani

Der Chef des Staatsfonds QIA wurde plötzlich abgelöst.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

An die QIA-Spitze rückt nun mit Mansoor bin Ebrahim al-Mahmoud nicht nur ein bisheriger Museumschef, der Katar in der Kunstwelt bekannt gemacht hat. Sondern eben auch ein alter Bekannter: Denn er war auch schon Vorstandschef der Qatar Development Bank, also von Katars staatlicher Förderbank. Daneben beriet er den damaligen Premierminister bei Investitionsentscheidungen.

Trotz der Museumsvergangenheit: Mit al-Mahmoud zieht ein Dealmaker und ausgewiesener Finanzexperte an die Spitze der QIA. Er ist Aufsichtsratsmitglied bei der Qatar National Bank (QNB), dem nach Vermögenswerten größten Geldhaus der gesamten Golfregion – übrigens bisher unter Aufsichtsratschef Scheich Abdullah, den er jetzt bei QIA ablöst. QIA besitzt die Aktienmehrheit bei der QNB.

Auch sonst kennt al-Mahmoud die Wirtschaft des kleinen, superreichen Wüstenstaates gut: Er ist Chefkontrolleur beim zu QIA gehörenden Lebensmittelkonzern Hassad Food sowie dem Immobilienkonzern Qatari Diar, der Anteile bei internationalen Konzernen wie Vinci, Suez und Veolia hält.

Al-Mahmoud bestimmt künftig in unzähligen westlichen Unternehmen mit: So hat der im Jahr 2005 gegründete Staatsfonds kürzlich seine Beteiligung bei der Credit Suisse auf 5,2 Prozent aufgestockt. QIA ist auch Miteigner der britischen Barclays Bank, der Deutschen Bank, bei VW, Siemens, Hochtief, Solarworld, Hapag-Lloyd, Harrod’s und anderen Unternehmen – sowie Besitzer vieler exklusiver Immobilien weltweit.

Der abgelöste Scheich Abdullah führte den Staatsfonds weg von seiner bisherigen Strategie, in prestigeträchtige Namen zu investieren. Er lenkte immer mehr Geld zur Diversifizierung des Portfolios in die USA und nach Asien, vor allem aber auch ins Inland.

Denn die von den Golfnachbarn im Juni 2017 verhängte Blockade brachte Katar zunächst finanziell in die Klemme. QIA rettete mit Milliardeninfusionen den heimischen Banksektor und stattete Firmen mit Geld aus, die in Katar produzieren und das Land so unabhängiger von Importen machen sollen.

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