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Quartalsbericht Citigroup punktet im Privatkundengeschäft – und macht fast fünf Milliarden Dollar Gewinn

Die US-Großbank steigert Umsatz sowie Gewinn und übertrifft die Erwartungen. Experten fordern dennoch eine drastischere Transformation.
Update: 15.07.2019 - 18:20 Uhr Kommentieren
Das Privatkundengeschäft kompensierte die Schwäche beim Handel. Quelle: Bloomberg
Filiale der Citigroup

Das Privatkundengeschäft kompensierte die Schwäche beim Handel.

(Foto: Bloomberg)

New York Mit soliden Zahlen hat die US-Großbank Citigroup die Quartalssaison in den USA eröffnet. Das Institut profitierte vor allem von einem starken Privatkundengeschäft. Die Einlagen und das Kreditwachstum legten deutlich zu, und verschafften der Bank in diesem Bereich das stärkste Quartal seit 2013. Das half Citi, den Umsatz im zweiten Quartal um zwei Prozent auf 18,8 Milliarden Dollar zu steigern. Das war mehr als Analysten erwartet hatten.

Dennoch fiel die Citi-Aktie im frühen New Yorker Handel um 1,6 Prozent auf 70,60 Dollar und zog auch andere Bank-Papiere in einem insgesamt schwachen Markt mit ins Minus. Am Dienstag melden Branchenführer JP Morgan Chase Quartalszahlen, ebenso wie Wells Fargo und Goldman Sachs.

Das Kapitalmarktgeschäft lief für Citi, die viertgrößte amerikanische Bank nach Vermögenswerten, jedoch weiter schwach. Die Handelsumsätze gingen zum dritten Mal in Folge zurück. Von April bis Juni um etwa fünf Prozent, bereinigt um Sondereffekte durch den Börsengang der Bond-Handelstochter Tradeweb. Die unberechenbaren Attacken von US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit China und Mexiko haben die Investoren verschreckt. Hinzu kommt Unsicherheit über die künftige Zinspolitik in den USA.

Im Investmentbanking gingen die Erträge um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zurück. Der Einbruch war etwas geringer, als die Bank noch vor ein paar Wochen prognostiziert hatte, was auf ein überraschend starkes Geschäft mit Anleiheemissionen zurückzuführen ist. Die Beratung bei Fusionen und Übernahmen war dagegen schwach. Hier gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent zurück.

Das Fazit von Citi-Chef Michael Corbat fiel dennoch positiv aus: „Wir haben ein unsicheres Umfeld erfolgreich navigiert.“ Der Nettogewinn stieg um sieben Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Analysten sehen das als Zeichen für Corbat, dass die angekündigten Sparprogramme greifen.

Analysten gehen davon aus, dass es bei den anderen US-Banken gerade im Handelsgeschäft ähnlich trist aussieht. Analysten der Investmentbank Keefe, Bruyette & Woods (KBW) haben ihre Gewinnerwartungen für alle Universalbanken im Vorfeld bereits heruntergeschraubt. „Im Moment gibt es keine guten Treiber für Umsatzwachstum“, schrieb KBW-Analyst Brian Kleinhanzl in einem Ausblick auf die Quartalssaison der Wall-Street-Häuser.

Geringere Zinsmargen

Jim Paulsen, Investmentstratege des Vermögensverwalters Leuthold Group, geht davon aus, dass die Zinskurve durch eine Zinssenkung der Fed wieder steigen könnte. Der Abstand zwischen den Renditen kurzfristiger und langfristiger Staatsanleihen würde dann wieder steigen, was sich positiv auf die Margen im Kreditgeschäft auswirken würde.

Die Zinskurve war in den vergangenen Monaten extrem flach, zeitweise sogar in einem bestimmten Bereich invertiert. Andererseits würden geringere Zinsen jedoch auch zu geringeren Zinsmargen bei den Banken führen.

Aktionäre werden in den kommenden Monaten jedoch weiter vor starken Aktienrückkäufen profitieren. Alle großen US-Banken haben Ende Juni den Stresstest der Fed bestanden und können damit wie geplant Kapital an die Anteilseigner ausschütten. Citi hat Aktienrückkäufe und Dividenden im Wert von 21,5 Milliarden Dollar in den kommenden zwölf Monaten angekündigt. Die Fed hält die Wall-Street-Häuser wie bereits in den vergangenen Jahren für ausreichend kapitalisiert. Sie haben zudem deutlich von dem breit angelegten Steuersenkungsprogramm profitiert, das US-Präsident Trump Ende 2017 beschlossen hat.

Allerdings müssten angesichts der anhaltenden Flaute im Handelsgeschäft auch Investitionen in neue Technologien und mehr Automatisierung weitergehen, drängt Axel Pierron, von der auf Kapitalmärkte spezialisierten Beratung Opimas. „Eine drastischere Transformation wird nötig sein, wenn die Bank ihren Investoren versichern will, dass sie deutlich schwierigere Zeiten an den Kapitalmärkten überstehen kann.“

Mehr: Banken leiden unter dem Niedrigzins – der Verband der Volksbanken denkt über Minuszinsen für Privatkunden nach. Rechtlich könnte das problematisch werden.

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