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Quartalsberichte Erst Zahlen anderer US-Banken werden zeigen, ob JP Morgan ein positiver Ausrutscher war

Sowohl JP Morgan als auch Wells Fargo haben die US-Gewinnsaison unerwartet positiv eingeläutet. Doch zu viel Optimismus könnte nun schädlich sein.
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Das US-Kreditinstitut verdiente im ersten Quartal 9,2 Milliarden Dollar. Quelle: dpa
Das Logo der US-Bank JP Morgan an der New Yorker Börse

Das US-Kreditinstitut verdiente im ersten Quartal 9,2 Milliarden Dollar.

(Foto: dpa)

New YorkFür die größte US-Bank JP Morgan war es ein Rekord-Quartal: Das US-Kreditinstitut verdiente im ersten Quartal 9,2 Milliarden Dollar. Das sind fünf Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr und so viel wie noch nie. Die Einnahmen steigerte die Bank von 26,8 auf 29,9 Milliarden Dollar. Auch das ist ein Rekord.

Die aktuell führungslose Westküstenbank Wells Fargo überraschte die Analysten ebenfalls mit ihren Ergebnissen, die besser waren als erwartet. Vor allem das robuste Geschäft mit den Retail-Kunden hat den Banken geholfen. Damit haben die beiden Großbanken die US-Gewinnsaison unerwartet positiv eingeläutet.

S&P 500 vor Allzeithoch

Die guten Zahlen kamen an der Börse sehr gut an. Die Aktien von JP Morgan legten zum Handelsbeginn am Freitag mehr als vier Prozent zu, Wells Fargos Papiere über ein Prozent. Der Dow-Jones-Index legte rund ein Prozent zu. Der S&P-500-Index war sogar nur wenige Punkte vom absoluten Rekord entfernt.

„Auch trotz einiger globalen geopolitischen Unsicherheit wächst die US-Wirtschaft weiter. Jobs und Gehälter legen zu, die Inflation ist moderat, die Finanzmärkte sind gesund und das Verbraucher- und Unternehmervertrauen bleibt hoch“, kommentiert der langjährige JP-Morgan-Chef Jamie Dimon die Lage.

Und nicht nur das Verbrauchergeschäft lief bei JP Morgan besser als gedacht. Auch im Investmentbanking ist die Bank laut jüngster Zahlen weltweit führend. Der Marktanteil des Instituts lag bei fast zehn Prozent. Die Analysten von KBW weisen jedoch darauf hin, dass „das Management den Ausblick für 2019 nicht verändert hat“.

Bei Wells Fargo sanken die Erträge – also die gesamten Einnahmen der Bank – zwar um ein Prozent auf 21,6 Milliarden Dollar. Aber dafür stieg der Gewinn um 14 Prozent auf knapp sechs Milliarden Dollar. Vor allem das Geschäft mit Autokrediten und Kreditkarten lief weiter gut. Außerdem machten sich im ersten Quartal die jüngsten Kostensenkungen bezahlt.

Dennoch: Trotz der zuletzt guten Ergebnisse kommt Wells Fargo nach seinen Skandalen wegen falscher Konten nicht aus den Schlagzeilen. Erst vor zwei Wochen hatte der Vorstandschef Tim Sloan seinen Posten geräumt und ist bisher nicht ersetzt worden. Warren Buffett, einer der größten Aktionäre der Bank, hatte sich dafür ausgesprochen, auch außerhalb der Finanzwelt Ausschau zu halten.

JP Morgan und Wells Fargo sind die ersten Banken, die ihre Zahlen vorgelegt haben. Am kommenden Montag sind Goldman Sachs und Citigroup an der Reihe. Am Dienstag folgt Morgan Stanley. Erst dann wird sich zeigen, ob JP Morgan ein positiver Ausrutscher war, oder die Analysten zu pessimistisch. Analysten hatten prognostiziert, dass leidglich Bank of America, Citigroup und Wells Fargo die Gewinne vom ersten Quartal 2018 überbieten könnten.

Denn die US-Banken hatten im vergangenen Jahr von den Steuersenkungen der US-Regierung profitiert. Damit sind die Quartale aus 2018 schwerer zu schlagen. Außerdem hatten Beobachter erwartet, dass die zuletzt nicht mehr gestiegenen Zinsen der Fed die Zinsergebnisse geschwächt hätten.

Doch auch jetzt könnte zu viel Optimismus schädlich sein. Denn trotz der Aktienrally gab es auch negative Anzeichen an den Märkten. So kehrte sich Ende März ein wichtiger Bereich der Zinskurve zum ersten Mal seit 2007.

Das heißt: Anleger erhielten höhere Renditen für kurzfristige Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit als auf Papiere mit zehnjähriger Laufzeit. Das ist schlecht für die Margen der Banken im Kreditgeschäft und gilt als Warnsignal für eine mögliche Rezession.

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