Quartalsbilanz Commerzbank leidet unter faulen Krediten

Führungsquerelen belasteten die Aufsichtsratssitzung der Commerzbank. Dass die Sanierung des Instituts ein schmerzhafter Prozess ist, zeigen auch die Quartalszahlen. Die Aktie reagiert dennoch mit einem Freudensprung.
Update: 08.08.2013 - 11:44 Uhr 14 Kommentare

Aufräumen bei der Commerzbank

FrankfurtHöhere Rückstellungen für Kreditrisiken haben das Ergebnis der Commerzbank im jüngsten Quartal gedrückt. Nach Steuern erzielte das Institut von April bis Juni einen Gewinn in Höhe von 43 Millionen Euro. Das ist zwar eine Verbesserung zum verlustträchtigen ersten Quartal des Jahres, als heftige Belastungen aus dem Konzernumbau die Bilanz trübten. Doch im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das jüngste Ergebnis einen Rückgang in Höhe von 270 Millionen Euro.

Neben der um ein Drittel auf 537 Millionen Euro gestiegenen Kreditvorsorge – Rückstellungen für ausfallende Zahlungen von Darlehenskunden – belastete auch der Verkauf eines großen Hypotheken-Portfolios in Großbritannien das Ergebnis. Weil leicht unter Buchwert verkauft wurde, fielen im zweiten Quartal Belastungen von 134 Millionen Euro an.

Hinzu kam die Pleite der amerikanischen Autometropole Detroit, wo die Commerzbank engagiert ist und weshalb sie nun Wertberichtigungen auf ihr Engagement vornehmen musste. Insgesamt habe das Institut Städten, Gemeinden und Landkreisen in den USA 2,6 Milliarden Euro geliehen. Der größte Teil davon sei kleinteiliges Geschäft, so Finanzvorstand Stephan Engels. Die Kredite an die in Insolvenz gegangene US-Autometropole Detroit seien dahingehend eine Ausnahme. Die Commerzbank hatte Detroit Finanzkreisen zufolge gut 300 Millionen Euro geliehen, einen Teil davon hatte sie bereits in früheren Quartalen wertberichtigt. Engels sagte vor Analysten, die Bank habe „eine nachvollziehbare, beachtliche Summe“ darauf abgeschrieben.

„Wir nehmen im Übergangsjahr 2013 in Kauf, dass einzelne Maßnahmen mit einmaligem Restrukturierungsaufwand oder höherer Risikovorsorge verbunden sind“, erklärte Commerzbank-Chef Martin Blessing. „Damit schaffen wir die Basis, um die Profitabilität der Bank künftig weiter zu verbessern.“ Die Commerzbank sei auf dem richtigen Weg. Bei den Anlegern kam die Interpretation an: Am Vormittag notierte die Aktie fast zwölf Prozent im Plus bei 7,40 Euro.

Die Kernkapitalquote der Bank lag Ende Juni mit 8,4 Prozent nach dem künftigen Basel-III-Standard unter den Ansprüchen des Kapitalmarktes, erst Ende 2014 sollen es neun Prozent werden. LBBW-Analyst Ingo Frommen sagte: „Die insgesamt schwierige Situation der Commerzbank sehen wir bestätigt. Das zweite Halbjahr und wohl auch 2014 werden herausfordernd für das Management.“

Die Aufräumarbeiten hinterlassen auch tiefe Spuren in der internen „Bad Bank“. Die Abbaueinheit schrieb allein im zweiten Quartal einen Vorsteuerverlust von 387 Millionen Euro. Vor einem Jahr lag das Minus noch bei 161 Millionen, zu Jahresbeginn bei 86 Millionen. Dass es jetzt so weit nach unten ging, hatte mehrere Ursachen: In der gewerblichen Immobilienfinanzierung musste mehr Geld für faule Kredite zur Seite gelegt werden, beim Verkauf von Portfolios nahm die Bank Verluste in Kauf und in der Staats- und Kommunalfinanzierung gab es außerplanmäßige Abschreibungen etwa in den USA. Relativ stabil entwickelte sich dagegen das Schiffsportfolio.

Querelen um den Vorstandsumbau
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14 Kommentare zu "Quartalsbilanz: Commerzbank leidet unter faulen Krediten"

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  • Morphium
    @Freidenker: Deine Meinung ist nachvollziehbar. Hat aber einen Hacken. Dieser liegt bekanntlich in dem Sie die Welt noch nicht verstanden haben. Man muss diese Leute ebenso p(b)acken wie sie einen zurechtrücken wollen. Es dauert und braucht Standvermögen. Dieses Standvermögen muss man sich erarbeiten und was noch wichtiger ist, man muss dies veröffentlichen, an die Citizien weiterreichen. Was hilft hier seinen Unmut kundzutun, wenn die meisten Cititien davon keine Kenntnis erlangen ????????

  • QQ.SCHMIDT
    ..........
    dank für ihre frage
    ...................
    hier einige 52-wochen hoch-tiefs
    ..
    cobank....€.12,93 - 5,56
    kali&salz.€.40,98 -15,02
    ..
    heideldr..€..2,28 -.0,92
    klöckner..€.11,98 - 6,49
    ..
    daimler...€.53,95 - 35,15..x
    dt.post...€.21,52 - 14,40..x
    ..
    stand..02.aug. 2013
    ..
    ..
    x mehrjahreshoch
    ..
    bis dann
    oldendorp

  • @Oldendorp

    Ist schon was dran - geben Sie doch mal je ein Beispiel für die eine (tief) wie andere Seite (hoch)?

    Danke.

  • Keine Bank ist veramtwortlich für das Desaster weltweit! Sondern rassistische, gierige Politiker! Politiker, die einst den Banken zur Spekulation Tür und Tor geöffnet haben. Politiker, die auf Kosten der Allgemeinheit Privates Kapital retten! Es gibt keine Marktwirtschaft, sondern eine zitefste Verschmelzung des Privaten Großkapitals mit der Politik, dem "Staat"!! Und deswegen wurde auch wieder faschistische Zustände eingeführt (Hartz 4)! Weil hier Rassisten und Altnazis immer noch das SAGEN haben! Und zwar Weltweit. Politiker nichts weiter als verkommene Egomanen sind, die nur an sich denken. An ihren Wohlstand, an ihre Macht und Prestige! Das VOLK ist den meißten Politikern eh völlig egal!!

    Erschreckend ist wie viele Menschen sich dem Systme verkaufen und nach oben Buckeln, aber nach Unten treten!

    Die Commerzbank hat doch noch genug Millionen Gewinn...die Gier hat das Hirn gefressen. Und es ist ein Skandal, dass die Mehreit für einige wenige herhalten soll. Das die Masse immer noch nicht geschnallt hat, wohin die Reise wirklich geht! Das die Leute, die jetzt Mitte 40ig sind, in eine Altersarmut gehen werden, wie sich das keiner ausmalen kann. Denn die Kinder dieser Generation wird nicht mehr genug Geld verdienen, um die Rentenkasse zu stützen. Die Meißten Menschen sind und bleiben halt dumm!

  • ................................
    ..COBANK-PERSPEKTIVEN..
    ................................
    aktien kauft man, solange die
    negativen nachrichten noch über-
    wiegen und der kurs entsprechend
    niedrig ist..
    ..
    an der börse wird die zukunft ge-
    handelt und deshalb gilt, früh -
    zeitig entwicklungen vorwegzuneh-
    men..
    ..
    das gilt sowohl bei käufen aber
    auch bei verkäufen umgekehrt.!!
    ..
    werden die nachrichten zu gut
    und steigen die kurse zu hoch,
    sollte man verkaufen..!!
    ..
    ..
    ..

  • Solange hier nur Basher und Schwarzmaler posten die keine einzige Aktie besitzen und nun dem abfahrenden Zug hinterher rennen, kann man hier in Ruhe sein Näschen vergolden :-) Ich finds geil....

  • Nicht nur die Kopfschmerzbank hat faule Kredite im Portfolio. Auch andere der Branche haben Assets in den Büchern, die sie zwar zum Nominalwert bilanzieren, die aber nicht, oder nur zu einem Bruchteilswert liquidierbar sind. Diese Eiterblase bricht erst noch auf....

  • Könnte man diese Bank endlich mal abwickeln?
    Bei diesem elitären Steuerzahlertheater gehe ich freiwillig zur Volksbank fürs Alltagsgeschäft.

  • Die Commerzbank leidet vor allem unter der Übernahme der ebenfalls bankrotten Dresdner Bank. Die Allianz hat damit ihren "toxischen" Assets beim Steuerzahler entsorgt, ohne entsprechend für deren Verluste zu zahlen - aus dem Geschäftsjahr 2008 hat die Dresdner eine Verlust von 4,1 Mrd. € zu Lasten des Eigenkapitals der Commerzbank eingebracht. In der Folge musste der Staat die Commerzbank stützen. Schon merkwürdig: Solange es um soziale Leistungen für den Bürger geht, schreit die Wirtschaft nach Kürzungen und schlankem Staat. Ach ja, und Unternehmensgewinne sollen bitte dank niedriger Löhne und Lohnnebenkosten stetig steigen udn niedrig besteuert werden. Für Verluste muss dann aber schnell der Staat einspringen.

    Ich fordere hier einen schlanken Staat: Schäuble soll Assets der Allianz im Wert von rund 5 Mrd. Euro (4,1 Mrd. zzgl. Zinsen) beschlagnahmen, denn sie hat den Schaden bei der Commerzbank verursacht! Als nächstes muss der Betriebsausgabenabzug dieser 5 Mrd. Euro versagt werden.

  • Man muss schon sehr blauäugig sein, um den Commerzbank-Zahlen etwas Positives zu entnehmen! Der Gewinn nach Steuern liegt bei 43 Mio. Laut Geschäftsbericht wurde das Ergebnis jedoch aus der "Marktbewertung der eigenen Verbindlichkeiten" um 45 Mio "verbessert"! Man hat also jeden Bilanztrick genutzt um einen Gewinn zu vermelden.
    Die Commerzbank wird noch auf Jahre mit den hausgemachten Problemen kämpfen, weil Vorstand und Aufsichtsrat dem Größenwahn verfallen waren, als sie sich den Klotz Dresdner Bank an das Bein banden.

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