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Munich -Re-Chef Joachim Wenning

Für einen der weltgrößten Rückversicherer verlief das Geschäft im ersten Jahresquartal enttäuschen.

(Foto: dpa)

Quartalsbilanz Das sind die Gründe für den Gewinneinbruch bei Munich Re

Höhere Schäden haben dem Rückversicherer zum Jahresstart einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Den will man bis Jahresende kompensieren.
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MünchenDer Rückversicherer Munich Re hat am Mittwochmorgen seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Der Konzerngewinn lag mit 633 Millionen Euro fast ein Viertel unter dem Niveau des Vorjahres. Im Auftaktquartal 2018 standen an dieser Stelle noch 827 Millionen Euro.
  • Wesentlicher Grund dafür sind deutlich gestiegene Aufwendungen für Großschäden. Die rühren teilweise noch aus dem vergangenen Jahr. Speziell der Taifun Jebi im Herbst in Japan belastete die Bilanz mit 267 Millionen Euro.
  • Die Gewinnprognose für das laufende Jahr bleibt trotzdem bei 2,5 Milliarden Euro stabil.

Das fällt positiv auf

Gewinnerwartung: Dass der neue Finanzchef trotz des enttäuschenden ersten Quartals bei der Gewinnprognose, liegt unter anderem an der jüngsten Preisrunde zum 1. April. Dort konnte ein Anstieg um 1,4 Prozent durchgesetzt werden, nachdem man davor lange Zeit auf der Stelle trat oder lediglich regional in zuvor besonders betroffenen Gebieten Preiserhöhungen durchsetzen konnte.

Prämienvolumen: Auch tritt Munich Re seit geraumer Zeit offensiver am Markt auf. Das Prämienvolumen wurde zuletzt um 10,3 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro gesteigert. Speziell in Indien und Japan wagt der weltgrößte Rückversicherer nun mehr. Ein Drittel des Geschäfts aus der jüngsten Erneuerungsrunde stammt aus diesen beiden Märkten.

Erstversicherer: Auch die Tochter Ergo ist weiterhin auf Kurs. Der Düsseldorfer Erstversicherer steigerte seinen Gewinn in den ersten drei Monaten auf 85 Millionen Euro nach 77 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Größte Überraschung war dabei der Bereich Leben/Gesundheit, in dem der Gewinn von 36 auf 63 Millionen Euro wuchs.

Das fällt negativ auf:

Einbruch im Kerngeschäft: Ein Minus von 23,5 Prozent beim Gesamtergebnis und sogar 27 Prozent weniger im Kerngeschäft der Rückversicherung sind eine Enttäuschung. Das hätten sich viele Anleger sicher anderes vorgestellt. Viele Schäden, die jetzt auf das Ergebnis durchschlagen, stammen allerdings noch aus dem vergangenen Jahr.

Besonders der Taifun Jebi, der im Herbst als schwerster Wirbelsturm in Japan seit 25 Jahren eingestuft wurde, belastete den Gewinn in der Endabrechnung nun außergewöhnlich stark. Der Gesamtschaden, für den die Munich Re aufkommen musste, belief sich auf 267 Millionen Euro.

Höhere Risiken: Die Strategie von Konzernchef Joachim Wenning, künftig offensiver am Markt aufzutreten, ist somit nicht ohne Risiko. Auch wenn dieser erst in der vergangenen Woche bei der Hauptversammlung betont hatte, dass das Risikomanagement im Haus durch die Segnungen der Digitalisierung sehr stark verbessert wurde.

Kapitalanlagen: Viel Arbeit hat der Konzern auch noch auf der Anlageseite. Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe ging erneut leicht auf 1,74 Milliarden Euro zurück nach 1,79 Milliarden Euro im Vorjahr. Lediglich der Abwärtstrend wurde mit rund drei Prozent geringer, im vergangenen Jahr waren es noch mehr als 14 Prozent.

Was jetzt passiert

Die Zahlen für das erste Quartal zeigen, dass das Umfeld für die Munich Re weiterhin sehr herausfordernd ist. Das gilt speziell für das Kerngeschäft Rückversicherung, in dem der weltgrößte Rückversicherer in diesem Jahr einen Gesamtgewinn von 2,1 Milliarden Euro erzielen will.

Mit den in den ersten drei Monaten erzielten 548 Millionen Euro liegt man hier gerade so auf Linie. Allerdings dient das erste Halbjahr in der Branche generell dazu, sich ein finanzielles Polster anzulegen, ehe dann im Herbst Wirbelstürme und Großfeuer häufig das Ergebnis belasten. Am Risikomanagement muss der Konzern damit weiterhin deutlich arbeiten.

Auf gutem Weg ist dagegen weiter der Erstversicherer Ergo. Die Sanierung dort zeigt Früchte, das Ergebnis steigt weiter, besonders in der über lange Zeit ungeliebten Sparte Lebens- und Krankenversicherung.

Eine große Aufgabe steht der Munich Re dagegen noch im Bereich ihrer immensen Kapitalanlagen bevor. Erst vor knapp zwei Monaten hat der Brite Nicholas Gartside seinen Job als Chief Investment Officer angetreten. Eine Position, die es zuvor im Vorstand der Munich Re nicht gab.

Dass die Rendite des Kapitalanlageergebnisses damit im ersten Quartal auf 2,9 Prozent nach 2,8 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen ist, liegt also noch nicht an ihm. Er will nun vermehrt in renditestärkere Unternehmensanleihen, alternative Anlagen und Aktien investieren und die Rendite damit wieder über drei Prozent bringen.

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