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Quartalsbilanz Commerzbank rutscht tief in die roten Zahlen

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Mehr als eine halbe Millionen neue Kunden

Seit dem Start des Umbaus im Oktober habe die Commerzbank mehr als eine halbe Million Kunden gewonnen, 100.000 steuerte die Tochter Comdirect mit der Übernahme des Online-Brokers Onvista bei. „Im Kundenwachstum liegen wir über Plan, auch weil wir investiert haben“, sagte Vorstandschef Martin Zielke. „Bis sich das in Ertragswachstum niederschlägt, wird aber noch etwas Zeit vergehen.“ Normalerweise lohnten sich solche Investitionen in etwa eineinhalb Jahren.

Vorangekommen ist die Bank beim Abbau ihrer Schiffskredite. Im ersten Halbjahr sei das Portfolio von fast fünf Milliarden auf 3,9 Milliarden Euro geschrumpft, bis zum Jahresende soll es nur noch drei Milliarden schwer sein. Dabei halbierte sich der Verlust in der Abbau-Sparte auf 115 (Vorjahr: 251) Millionen Euro.

Die Abschreibungen auf faule Kredite halten sich dabei in Grenzen. Im Konzern rechnet die Commerzbank nun mit einer Risikovorsorge von 800 Millionen Euro. Bisher sollten auf die erwarteten 300 Millionen Euro aus dem operativen Geschäft bis zu 600 Millionen für Schiffskredite hinzukommen. Im ersten Halbjahr stiegen die Rückstellungen leicht auf 362 (335) Millionen Euro.

Finanzvorstand Stephan Engels stellte für das Gesamtjahr ein „leicht positives“ Ergebnis in Aussicht. Dazu tragen allerdings Sondereffekte von 390 Millionen Euro bei. 220 Millionen Euro bringt allein der Verkauf des Commerzbank-Towers an den südkoreanischen Samsung-Konzern. Die Bank bleibt aber Mieter in dem höchsten Gebäude Deutschlands, das bisher einem Commerz-Real-Fonds gehörte. Mehr als 80 Millionen Euro erwartet die Bank aus der Auflösung des Ratenkredit-Joint-Ventures mit BNP Paribas. 90 Millionen Euro bringt der Verkauf der Anteile am Kartendienstleister Concardis an die Finanzinvestoren Bain Capital und Advent.

Trotz der vielen Stellenstreichungen will die Bank betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, schließt sie aber nicht völlig aus. Etwa 1650 Stellen waren bis Ende März bereits weggefallen, auf Vollzeitbasis waren noch 41.600 Menschen bei der Bank beschäftigt.

Die Commerzbank leidet wie viele andere Banken unter den niedrigen Zinsen, die die Einnahmen schmälern. Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie faule Schiffskredite angesichts der Krise der Container-Reedereien.

  • dpa
  • rtr
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