Quartalsbilanzen Barclays und ING überraschen die Analysten – Société Générale bestätigt sie

Die britische Großbank Barclays verdreifacht ihren Gewinn, auch die niederländische ING und der Wettbewerber aus Frankreich machen mehr Plus.
Update: 02.08.2018 - 09:51 Uhr Kommentieren
Bilanzen: Barclays, ING und Société Générale steigern die Gewinne Quelle: Reuters
Barclays-Schriftzug

Die britische Bank kann die Kosten für Rechtsstreitigkeiten deutlich zurückfahren.

(Foto: Reuters)

London/Amsterdam/ParisDavon kann die Deutsche Bank nur träumen: Dank nicht mehr angefallenen Kosten für Rechtsstreitigkeiten und Umstrukturierungen hat die britische Großbank Barclays ihren Gewinn im zweiten Quartal nahezu verdreifacht. Der Vorsteuergewinn lag um 188 Prozent höher bei 1,9 Milliarden Pfund (2,1 Milliarden Euro). Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet.

Doch Barclays droht immer noch Ungemach von den Behörden. Gegen die Bank laufen zahlreiche Untersuchungen wegen angeblicher Zinsmanipulationen und ihrem Verhalten im Devisenhandel.

Zudem fordert der aktivistische Investor Edward Bramson, der fünf Prozent an Barclays hält, eine Verkleinerung des Investmentbankings. Die jüngsten Ergebnisse in der Sparte können ihm nicht den Wind aus den Segeln nehmen: Im zweiten Quartal legten die Erträge hier nur um 2,7 Prozent zu.
An der Londoner Börse notierten die Barclays-Aktien trotz des Gewinnsprungs 0,3 Prozent im Minus.

Auch der größte niederländische Finanzdienstleister ING verdiente gut im zweiten Jahresquartal. Der Vorsteuergewinn stieg um 1,5 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro – und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. ING profitierte von einer starken Wirtschaft und einer wachsenden Kundenbasis.

Die Erwartungen der Experten erfüllen konnte die französische Großbank Société Générale. Sie hat im zweiten Quartal ihren Nettogewinn um 9,3 Prozent auf annähernd 1,2 Milliarden Euro gesteigert. Ein starkes Auslandsgeschäft glich leichte Schwächen auf dem heimischen Markt aus. Angetrieben durch Sonderfaktoren kletterten die Einnahmen um 24 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Für Rechtsstreitigkeiten legte die Bank im zweiten Quartal noch weitere 200 Millionen Euro zurück.
„Wir befinden uns in einem merkwürdigen Umfeld“, sagte Bankchef Frédéric Oudéa in einer Stellungnahme am Donnerstag. „Die aktuelle konjunkturelle Lage ist sehr gut, auch der mittelfristige Ausblick zeigt keine Schwächen. Gleichzeitig gibt es eine ganze Reihe von Risiken, die nur sehr schwer zu kalibrieren sind.“

Den Rückzug aus Nischenmärkten treibt Oudéa voran. Das Geldhaus verkauft seine Töchter in Bulgarien und Albanien an die ungarische OTP Bank, wie die Institute am Donnerstag mitteilten. Zum Kaufpreis äußerten sie sich nicht. Die französische Großbank will sich aus Ländern zurückziehen, in denen sie nicht über die kritische Masse verfügt und stattdessen ihre Positionen in Kernmärkten weiter ausbauen. Erst Anfang Juli kauften die Franzosen von der Commerzbank das Geschäft mit börsengehandelten Fonds (ETFs) und Aktienderivaten.

  • Bloomberg
  • rtr
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