Quartalsergebnis Deutsche Bank schockiert mit Milliardenverlust

Die Deutsche Bank hat im letzten Quartal 2012 einen Milliardenverlust verbucht und damit Beobachter überrascht. Rechtsstreitigkeiten und Abschreibungen vermiesten das Geschäft. Dennoch sind die Chefs zuversichtlich.
Update: 31.01.2013 - 08:50 Uhr 37 Kommentare
Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt.

FrankfurtDie Deutsche Bank hat im Jahr 2012 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von gerundet 700 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr waren es noch 4,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis in den letzten drei Monaten des Jahres fiel mit einem Minus von 2,6 Milliarden Euro vor Steuern (minus 2,2 Milliarden nach Steuern) schwach aus. Im Vorjahreszeitraum war ein Minus von 400 Millionen Euro gemeldet worden.

Deutschlands größte Bank hatte bereits im Dezember für das vierte Quartal 2012 einen Gewinneinbruch angekündigt. Zahlreiche Probleme wie die Restrukturierung und die Integration der Postbank belasteten das Kreditinstitut. In einer Befragung durch die Nachrichtenagentur Reuters hatten Analysten allerdings für das vierte Quartal einen Vorsteuergewinn von 116 Millionen Euro erwartet.

Die Aktie der Deutschen Bank legte in den ersten Handelsminuten dennoch um 0,8 Prozent auf 37,43 Euro zu. Eine gesteigerte Kernkapitalquote senkte die Befürchtung vor einer Kapitalerhöhung, die Anteile an der Bank verwässern würde.

Als Gründe für die Verluste nannte das Institut in einer Mitteilung Rechtskosten in Höhe von einer Milliarde Euro und Abschreibungen auf Firmenwerte in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Die Abschreibungen erfolgten unter anderem in den Sparten Investment-Banking und der Vermögensverwaltung. Sie überdeckten unter anderem ein anziehendes Geschäft bei der Emission von Aktien und Anleihen. Juristisch und aufsichtsrechtlich steht die Deutsche Bank unter anderem wegen ihrer Verwicklung in die Libor-Affäre unter Druck.

Um die Aktionäre bei Laune zu halten, will die Bank für das vergangene Jahr eine unveränderte Dividende von 75 Cent je Aktie ausschütten. Die Deutsche Bank zahlte der Mitteilung zur Folge 2012 insgesamt 133 Millionen Euro an Bankenabgaben in Deutschland und Großbritannien.

„Während einige Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie 2015+ erwartungsgemäß einen beträchtlichen Einfluss auf unsere Zahlen im vierten Quartal hatten, betrachten wir die ersten Ergebnisse als ermutigend“, wurden die Co-Chefs der Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen in einer Mitteilung zitiert. Die Zuversicht beruht darauf, dass das Sparprogramm im zweiten Halbjahr 2012 zu Kostensenkungen von 400 Millionen Euro geführt habe und außerdem die Kapitalausstattung der Bank stieg.

Auf der Basis der Basel-3-Kapitalvorschriften sei die Quote des harten Kernkapitals („Core-Tier-1“) auf 8,0 Prozent gegenüber unter 6 Prozent zum Ende des Jahres 2011 gesteigert worden. Auch die Erträge steigerte das Institut im vierten Quartal und zwar um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 7,9 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr waren die Einnahmen mit 33,7 Milliarden Euro etwa konstant.

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37 Kommentare zu "Quartalsergebnis: Deutsche Bank schockiert mit Milliardenverlust"

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  • Wann werden die Menschen endlich unser Schuldgeldsystem ( Geld = Schuld ) verstehen und in Frage stellen???

    Jedem Euro steht ein Euro Schulden gegenüber!!!

    Geld wird nur über Kredit geschaffen!

    Private Banken-Kartelle schaffen Geld per Kredit aus dem nichts!!!

    Warum erfahren wir das nicht in den Medien?

    Wem gehören eigentlich die Medien AGs weltweit?

    Den Banken-Kertellen bzw. deren Eigentümer?

    Wer die Grundursache unserer versteckten Geldversklavung verstehen will sollte "unser" Geldsystem analysieren.

    Die wichtigste Frage lautet: Wie entsteht Geld???

    Schaffen private Banken Geld aus dem nichts?

    Hat der Staat den privaten Banken das Monopol der Geldschöpfung erteilt?

    Spielt es eine Rolle was die Welt kosten, wenn private Banken-Kartelle Geld aus dem nichts schöpfen können?

    Gehört die Welt ( Medienkonzerne, Energiekonzerne, Lebensmittelkonzerne, Pharmakonzerne, etc. ) den Banken-Kartellen?

    Wessen Interessen vertreten "unsere" Politiker, während sie das Geldsystem niemals hinterfragen???

    Sind Politiker, Konzern- und Medienbosse nur Marionetten der globalen Hochfinanz ( Banken )???


    AUFWACHEN!!!!!!!!!!!!
    Versteckte_Finanzdiktatur

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  • lol

    well done must not b well doned ladies^^.

  • Husten hat die Deutsche Bank,
    Management ist auch schon krank.
    Steuergeld ? Das will sie nicht;
    ob die Co-Bank dran zerbricht ?
    Wenn dort alles abgeschrieben,
    kaufen wir die Bank, Ihr Lieben,
    für 'nen halven Euro auf:
    Prost, Champagner schon mal drauf !

  • So ist es halt im Finanzgeschäft, die Gewinne des Einen sind immer die Verluste des Anderen und andersrum.
    Es gibt keine win win Geschäfte am Kapitalmarkt.
    Über das, sollte sich auch jeder Kleinanleger bewusst sein, wenn er "mitspielt".

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  • tja, "liebe" deutsche Bank, Betrug zahlt sich nicht immer aus, oder?
    Früher oder später kommt alles raus, nicht wahr?
    Habt ihr daraus etwas gelernt? Ich schätze mal: NEIN.
    Denn es werden euch andere krumme Dinge einfallen, wie man die Verluste gutmacht

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das dürfte kaum anzunehmen stehen, nochzumal Ackermann staatliche Hilfen kategorisch ausgeschlossen hatte.
    Es spräche also gegen das Haus, wenn der gegenwärtige Vorstand sich ohne weiteres von wesentlichen Inhalten trennen sollte.
    Sollte das indes geschehen, wäre man allerdings schlecht beraten gewesen, sich darauf nicht einzustellen.

  • Die Verantwortlichen der Deutschen Bank sollten ganz schnell bei Herrn Schäuble anrufen und ordenlich jammern, dass es bei der Kapitalisierung und vor allen bei den Bonizahlungn Engpässe gibt. Herr Schäuble wird sofort die fehlenden Milliarden überweisen, weil ja die Deutsche Bank systemrelevant ist und Hilfen alternativlos sind !!

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