Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Allianz

Für Kunden soll vor allem der Service besser werden, versprach Konzernchef Oliver Bäte.

(Foto: dpa)

Quartalszahlen Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Allianz achten

Die Allianz wird am Dienstag wohl positive Quartalszahlen vorlegen. Auch auch Europas größter Versicherer kann sich nicht ganz vom Druck der Finanzmärkte freimachen.
Kommentieren

FrankfurtFür die Allianz in München und deren Aktionäre wird der Dienstagmorgen spannend: Ab sieben Uhr verschickt Europas größter Versicherer seine Zahlen fürs erste Quartal – und dem Konzern stehen gewaltige strategische Veränderungen an.

Neuigkeiten soll es zum Beispiel bei den angebotenen Produkten geben, beim künftigen Umgang mit den Kunden und in der internen Aufstellung einzelner Abteilungen und Bereiche. Für Kunden soll vor allem der Service besser werden. Das versprach Konzernchef Oliver Bäte in der vergangenen Woche auf der Aktionärshauptversammlung erneut.

Für die Märkte werden wohl Gewinn- und Umsatzentwicklung erst einmal relevanter sein sein. Wenn Finanzvorstand Giulio Terzariol am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr die neuesten Zahlen per Telefon-Call präsentiert, sollten Anleger auf diese fünf Punkte achten:

1. Gewinn

Vor einem Jahr stand an dieser Stelle ein operatives Ergebnis von 2,8 Milliarden Euro. Was andernorts allein der absoluten Zahl wegen für Jubelstürme gesorgt hätte, enttäuschte die verwöhnten Allianz-Aktionäre. Denn der Gewinn fiel 176 Millionen Euro geringer aus als im gleichen Quartal in 2017. Währungsumrechnungseffekte von 142 Millionen Euro und ein Pensionseffekt aus dem Vorjahr waren damals der der Grund für den Rückgang.

Die kleine Enttäuschung hielt jedoch nicht lange an: Bis zum Jahresende war der kleine Einbruch längst weggesteckt. Die Allianz verbuchte 2018 ein Rekordergebnis.

Auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hat Finanzvorstand Giulio Terzariol bereits durchblicken lassen, dass sich die Anleger auf gute Zahlen freuen dürfen. Analysten wie Claudia Gaspari von der britischen Großbank Barclays geht davon aus, dass der Winter für die Allianz wegen eher überschaubarer Naturkatastrophen und Großschäden normal verlaufen ist.

2. Strategie

Mehr und mehr Details kommen ans Licht, wie der geplante Konzernumbau im Detail aussehen soll. Der neue Online-Versicherer unter dem Namen Allianz Direkt soll demnach im November starten, hieß es zuletzt.

Beim Durchforsten der bisherigen Versicherungsbedingungen macht man bei der Allianz inzwischen gerne Scherze über so mache Kuriosität, die dort enthalten war. Erst in der vergangenen Woche berichtete Konzernchef Oliver Bäte von Flugdrachen, die man nur dann versichert habe, wenn die Leine nicht länger als 30 Meter lang war.

Künftig werde es solche Einschränkungen wie in vielen anderen Bereichen nicht mehr geben, versprach er. Dass in einem von Tradition geprägten Haus wie der Allianz solche Veränderungen nicht immer einfach vonstattengehen, dürfte klar sein. Umso spannender werden für Anleger mögliche weitere Details.

3. Sachversicherung

Rund die Hälfte des Gesamtergebnisses 2018 trug die Sach- und Unfallversicherung bei. Das dürfte so weitergehen, denn die Grundvoraussetzungen haben sich seither nicht verändert. An der Kostenquote wird weitergearbeitet. Großschäden durch Naturkatastrophen sind weitgehend ausgeblieben und auch die Beitragseinnahmen dürften weiter gestiegen sein.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, will die Allianz vor allem im Servicebereich zulegen. Der ist für Konzernchef Bäte vor allem dann gefragt, wenn es zum Schadensfall kommt. Kunden stört Umfragen zufolge besonders, wenn sie in einer solchen – oft auch emotionalen – Ausnahmesituation negativ überrascht werden. Das kann zum Beispiel passieren, wenn der Versicherer im Schadensfall wegen einer spitzfindigen Ausschlussklausel nicht zahlt.

Bätes Traum sei es deshalb, dass 80 Prozent aller Schadenfälle beim ersten Kontakt zwischen Versicherer und Kunde bearbeitet werden. Davon sei man heute weit entfernt, weil viele Mitarbeiter nicht entscheiden können oder dürfen. Ziel es deshalb, Entscheidungen im Schadensfall direkt an die Kundenschnittstelle zu verlagern. Spannend wird dabei, wie das in der Praxis umgesetzt wird.

4. Lebensversicherung

Lange Zeit sah es so aus, als würden die Auswirkungen der jahrelangen Niedrigzinspolitik an der Allianz abperlen. Früh schon hatte der Konzern das Angebot weg von der klassischen Garantieverzinsung und hin zu flexiblen Produkten ohne Garantie, aber mit höheren Renditechancen in die aus heutiger Sicht richtigen Bahnen gelenkt.

Im vergangenen Jahr war aber doch der operative Gewinn der Lebensversicherungssparte leicht von 4,4 auf 4,2 Milliarden Euro gefallen. Das ist einerseits Jammern auf hohem Niveau. Denn er Wert und auch die Marge des Neugeschäfts haben sich wieder verbessert.

Es zeigt aber doch, dass sich auch die Allianz nicht ganz vom Druck der Finanzmärkte lösen kann. Gerade Ende vergangenen Jahres belastete die hohe Volatilität an den Finanzmärkten das Kapitalanlageergebnis. Da es in den ersten drei Monaten des Jahres an den Börsen wieder nach oben gegangen ist, sollte diesmal wieder ein Zuwachs herausgekommen sein.

5. Zukäufe

Mit einer Großübernahme habe sich die Allianz zuletzt nicht wirklich beschäftigt, wiegelte Bäte kürzlich noch viele Fragen zu dem Thema ab. Aber dass sich die Allianz speziell in der Sachversicherung umsieht, wird nicht bestritten. In Bewegung ist deshalb einiges.

So hatten die Münchener schon vor gut zwei Jahren Teile der britischen Liverpool Victoria übernommen. Zum Jahresende soll es wie vereinbart die Mehrheit sein. Mittlerweile komplett besitzt die Allianz auch den Kreditversicherer Euler Hermes. Dort werden zurzeit die verschiedenen Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Industrieversicherer AGCS ausgelotet.

Gerüchten zufolge ist die Allianz auch in Spanien um die Versicherungssparte der dortigen Großbank BBVA. Und in Großbritannien werden der Allianz große Chancen beim Verkauf der Sachversicherungssparte des Vermögensverwalters Legal & General eingeräumt.

Eine von Oliver Bäte angesprochenen Großübernahme ist zwar keines dieser Projekte. Interessant im Hinblick auf die weitere Auslandsexpansion wären solche Zukäufe für Aktionäre aber allemal.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Quartalszahlen - Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Allianz achten

0 Kommentare zu "Quartalszahlen: Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Allianz achten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.