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Quartalszahlen Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Deutschen Bank achten

Die Deutsche Bank legt am Mittwoch Halbjahreszahlen vor. Die Eckdaten sind bereits bekannt, offen sind aber einige spannende Details.
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Deutsche Bank: Auf diese fünf Punkte sollten Anleger achten Quelle: dpa
Zentrale der Deutschen Bank

Am Mittwoch legt Deutschlands größtes Geldhaus Quartalszahlen vor.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der große Knall bei der Deutschen Bank liegt nun schon zwei Wochen zurück. Und seither sind bereits die Eckdaten bekannt, die das Quartalsergebnis des größten deutschen Kreditinstituts tief in die roten Zahlen drücken werden.

Weil die Bank ihr Geschäftsmodell umbaut und große Teile ihres unprofitablen Investmentbanking-Geschäfts schließen möchte, fallen alleine in diesem Jahr Restrukturierungs- und Abfindungskosten in Höhe von 5,1 Milliarden Euro an. Alles in allem wird der Umbau sogar 7,4 Milliarden Euro kosten – für Abfindungen, Restrukturierungskosten und Wertminderungen. Davon will das Institut rund drei Milliarden Euro im zweiten Quartal verbuchen. Das führt zu einem Verlust von 2,8 Milliarden Euro nach Steuern.

Lässt man die Umbaukosten außen vor, hätte die Bank im zweiten Quartal aber auch nur 120 Millionen Euro nach Steuern verdient. Das ist noch einmal deutlich weniger als im ersten Quartal, als die Bank noch 200 Millionen Euro verdiente, und kein Vergleich zum Vorjahresquartal, als es netto noch rund 400 Millionen Euro waren.

Das ist deutlich weniger, als selbst Analysten der Bank zugetraut hatten: Die Finanzprofis hatten bei dem Institut im Durchschnitt mit 373 Millionen Euro Nettogewinn und 2,5 Prozent Rendite auf das materielle Eigenkapital gerechnet.

Doch auch wenn viele Eckdaten für das Quartal bereits bekannt sind, lohnt ein Blick auf einige Details, die die Bank veröffentlichen wird.

1) Was wirft die „neue“ Deutsche Bank ab?

Im zweiten Quartal wird die Deutsche Bank ihr Zahlenwerk noch entlang ihrer bisherigen Aufstellung und der bisherigen Ressortzuschnitte berichten. Allerdings wird sie zumindest grob aufzeigen, was das Geschäft abwirft, das sie auch künftig fortführen wird.

Anleger können damit rechnen, dass die Bank einige Angaben dazu veröffentlicht, wie die „Kernbank“, also das fortgeführte Geschäft, abschneidet und wie es um die Abwicklungseinheit, die „Capital Release Unit“ (CRU) bestellt ist. Im Jahr 2018 warf diese Kernbank magere 1,7 Prozent Rendite ab, bei der CRU lief eine Minus-Rendite von sechs Prozent auf, zeigt die Investorenpräsentation der Bank.

Angaben zu den künftigen vier Einzelsparten – Privatkundengeschäft, Unternehmerbank, Asset Management, Investmentbank – soll es nach aktuellem Stand nicht geben. In der Investorenpräsentation hat die Bank zumindest Einblicke gewährt, wo diese Sparten 2018 gestanden hätten: Am profitabelsten war demnach der Asset-Management-Zweig mit 18 Prozent Rendite, gefolgt von der Unternehmerbank mit neun Prozent Rendite. Das Privatkundengeschäft hinkte mit fünf Prozent Kapitalverzinsung hinterher, Schlusslicht war die Investmentbank – der Teil des Investmentbankings, den die Bank fortführen will – mit gerade einmal zwei Prozent.

2) Hätte die Bank ohne den Umbau ihr Renditeziel von vier Prozent erreicht?

Wie ein Mantra hat der Vorstand der Deutschen Bank am Versprechen festgehalten, in diesem Jahr eine Rendite von vier Prozent auf das materielle Eigenkapital zu erzielen. Zweiflern hielt das Institut entgegen, man habe immer geliefert, was man versprochen habe. Ein Blick auf die Details dürfte zeigen, dass der Umbau die Bank wohl davor bewahrt hat, dieses Versprechen zum Halbjahr einkassieren zu müssen.

Nach Angaben der Bank hätte sie ohne die Restrukturierung im zweiten Quartal netto 120 Millionen Euro verdient. Das liegt deutlich unter den Analystenschätzungen, die von 373 Millionen Euro ausgegangen sind und die auf dieser Basis auf eine Eigenkapitalrendite von 2,5 Prozent getippt hatten. Von vier Prozent liegt die Bank damit noch weiter entfernt als noch im ersten Quartal. Wenn man bedenkt, dass die höchsten Gewinne im Bankgeschäft üblicherweise in den ersten beiden Quartalen eines Jahres anfallen, lässt sich ausrechnen, dass der Vorstand dieses Versprechen niemals hätte halten können.

3) Wie fällt der Ausblick der Deutschen Bank aus?

Der Umbau der Bank ist auf Kante genäht. Um eine Kapitalerhöhung für den Kurswechsel zu vermeiden, senkt die Bank ihr Ziel für ihre risikogewichtete Eigenkapitalquote von zuvor „mehr als 13 Prozent“ auf 12,5 Prozent. Das liegt noch immer über allen gesetzlichen Vorgaben, der Puffer ist aber dünner geworden. Zugleich mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft in Deutschland abkühlt.

Umso wichtiger ist, dass die Bank keine bösen Überraschungen erlebt, die weiter an den Kapitalpuffern nagen könnten. Deshalb lohnt ein Blick in den Ausblick des Halbjahresberichts. Senkt die Bank wie im ersten Quartal ihre Ertragserwartungen? Wie stark wirkt sich die erneut gelockerte Geldpolitik auf das Geschäft aus? Gibt es Angaben zur Entwicklung der Hochzinskredite (Leveraged-Loan-Markt), wo die Bank stark engagiert ist?

4) Profitiert die Bank von den neuen Kreditderivaten?

Die schwachen Ratings und die im Vergleich zu ihren Wettbewerbern hohen Risikoprämien am Kreditderivatemarkt galten seit Längerem als Hemmschuh für das Derivategeschäft der Deutschen Bank. Entsprechend viel hat sich das Institut von einer Änderung im Mai erhofft: Wegen einer neuen Gesetzeslage kann die Bank seither sicherere Anleihen platzieren – und für diese Anleihen gibt es seither Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps), die weitaus günstiger sind als die alten CDS-Kontrakte. Aus einer Risikoprämie von 1,8 Prozentpunkten wurden damals über Nacht 0,99 Prozentpunkte, die mittlerweile auf 0,68 Prozentpunkte zusammengeschrumpft sind.

„So entstehen gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen den deutschen Banken und ihren Wettbewerbern“, meldete sich Finanzchef James von Moltke seinerzeit persönlich zu Wort. Die spannende Frage ist, ob sich das auch im Geschäft in irgendeiner Form positiv bemerkbar machte – und ob die Bank etwas dazu sagt.

5) Kann die Bank Zinsen auf ihre riskanten AT1-Anleihen zahlen?

Das Quartalszittern der AT1-Investoren hat ein Ende. Ein wichtiger Grund, warum Investoren bislang so sensibel auf das Zahlenwerk der Deutschen Bank achteten, waren deren ausstehenden nachrangigen Anleihen, im Fachjargon Additional-Tier1-Anleihen oder auch AT1-Bonds. Jedes Mal, wenn Investoren daran Zweifel hegten, dass die Bank die Zinszahlungen darauf bedienen kann, stürzte der Aktienkurs ab oder schnellten die – alten – CDS-Kontrakte in ungeahnte Höhen.

Eine Gesetzesänderung im Zuge der europäischen Eigenkapitalverordnung CRR 2 hat diesem Spuk mittlerweile ein Ende gesetzt: Durften Banken früher nur den im Berichtsjahr erzielten Gewinn nach HGB-Rechnungslegung für die Zinszahlungen auf diese Bonds verwenden, so können die Institute mittlerweile auch auf weite Teile ihrer bilanziellen Rücklagen zurückgreifen. Die übertreffen auch bei der Deutschen Bank die fälligen Zinszahlungen um ein Vielfaches.

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