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Quartalszahlen Auf diese fünf Punkte sollten Anleger bei der Munich Re achten

Wenn Munich Re am Mittwoch seine Quartalszahlen vorlegt, ist ein außergewöhnlich hoher Gewinn bereits bekannt. Doch Anleger sollten genau hinschauen.
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Die Aktie des Rückversicherers könnte in nächster Zeit wieder einmal ihren Ruf als krisenfestes Investment ausspielen. Quelle: dpa
Munich Re

Die Aktie des Rückversicherers könnte in nächster Zeit wieder einmal ihren Ruf als krisenfestes Investment ausspielen.

(Foto: dpa)

München Die Nachricht kam am 18. Juli so überraschend, dass die strenge Börsenregeln umgehend die Veröffentlichung forderten. Wegen nur geringer Großschäden hatte die Munich Re in den Monaten von April bis Juni einen Gewinn von rund einer Milliarde Euro erzielt. Der Kernbotschaft des Managements an die Aktionäre ist damit eindeutig: Munich Re ist auf Kurs. Nach mehr als 1,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr ist das Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr gut zu erreichen.

Dennoch sollten Anleger bei diesen fünf Punkten genau hinsehen.

1. Das zweite Halbjahr

Die Erinnerung an das Jahr 2017 ist noch frisch. Auch damals lag der weltgrößte Rückversicherer bei seinen Zahlen nach sechs Monaten bestens auf Kurs. Zahl und Umfang von Großschäden waren zu dieser Zeit gering. Dann aber kam der Herbst und besonders die drei schweren Hurrikans Harvey, Irma und Maria in der Karibik, den USA und im Golf von Mexiko. Am Ende blieb ein für die Ansprüche von Munich Re bescheidener Gewinn von knapp 400 Millionen Euro.

Wenige Wochen vor der nächsten Hurrikan-Saison gehen Experten im Moment von durchschnittlich schweren Stürmen aus. Das gilt auch für die Taifun-Saison in Asien, wo im vergangenen Jahr der Wirbelsturm Jebi zu erheblichen Schäden geführt hat. Für genaue Prognosen ist es jedoch noch zu früh. Oft entscheidet sich erst in den Stunden vor einer Naturkatastrophe, wie schwer diese ausfallen wird und vor allem, ob sie auf bewohntes Gebiet trifft.

2. Der Aktienkurs

Der Druck auf die Märkte hat zuletzt auch die Aktie der Munich Re nicht verschont. Dennoch zeigt der Kurs auch jetzt noch ein Plus von deutlich mehr als zehn Prozent seit Jahresanfang. Vielen Analysten ist jedoch das aktuelle Niveau von über 212 Euro für die Aktie noch immer zu hoch oder bestenfalls angemessen. Sehr viel Potenzial nach oben dürfen Anleger somit nicht erwarten.

Dafür könnte die Aktie in nächster Zeit wieder einmal ihren Ruf als krisenfestes Investment ausspielen, sollte es an den Börsen tatsächlich unruhiger werden. Auch die Dividende, die für das vergangene Jahr um 7,5 Prozent auf 9,25 Euro angehoben wurde, spricht für die Aktie. Für dieses Jahr rechnen Analysten mit 9,60 Euro, sollten sich die Geschäfte nach Plan entwickeln. Aber selbst in schlechten Jahren hielten die Münchener ihre Ausschüttung zumindest konstant.

3. Die Anlagepolitik

Reichlich Geld hat die MEAG, die Anlagegesellschaft der Munich Re, im Juli ausgegeben. 70 Millionen Euro flossen in den Ausbau des französischen Breitbandnetzes, eine ungenannte Summe wurde in portugiesische Autobahnen und in acht Regionalzüge im Großraum Berlin investiert. Insgesamt verwaltet die MEAG im Moment die gewaltige Summe von 268 Milliarden Euro.

Da es wegen der anhaltenden Niedrigzinspolitik weiterhin schwierig sein wird, eine auskömmliche Rendite zu erzielen, ist bei Munich Re mehr Kreativität in der Anlagepolitik nötig. Dafür haben sie seit dem Frühjahr mit dem Briten Nicolas Gartside extra einen ausgewiesenen Experten zusätzlich in den Vorstand geholt.

Der Bonds-Experte Gartside dürfte so das Anleihe-Portfolio der Münchener vermehrt in Richtung Unternehmenspapiere und Schwellenländeranleihen umbauen. Auch der Einstieg bei Infrastrukturprojekten dürfte weiter an Bedeutung gewinnen.

4. Die Rückversicherung

Sie ist nach wie vor das Kerngeschäft der Munich Re. 2,1 Milliarden Euro der erwarteten 2,5 Milliarden Euro soll sie in diesem Jahr zum Gesamtgewinn beisteuern.

Momentan ist die Sparte bestens auf Kurs, die womöglich kostspielige Phase der Hurrikans, Taifune und Waldbrände kommt aber erst noch. Dann wird sich auch zeigen, ob die Strategie von Konzernchef Wenning, aggressiver am Markt aufzutreten, ein Erfolg war oder ob damit auch mehr unvorhergesehene Risiken ins Haus geholt wurden.

Häufig lassen sich Schadenereignisse jedoch nicht in das Schema von Quartalsberichten pressen. Das zeigte sich im ersten Quartal, als die Endabrechnung des Taifuns Jebi in Japan vom vergangenen Herbst das Ergebnis der Rückversicherung um 27 Prozent schlechter als im Vorjahreszeitraum ausfallen ließ. Vorsicht ist somit auch bei guten Zahlen weiter angebracht.

5. Die Erstversicherung

Die Tochter Ergo hat sich zuletzt gut entwickelt. Die nicht immer schmerzfreien Umbaumaßnahmen schlagen sich bei dem Düsseldorfer Erstversicherer inzwischen auch in den Zahlen nieder. Besonders der Prozess der Digitalisierung, der vor über zwei Jahren begonnen wurde, kommt voran. Seither wachsen die Gewinne wieder, im vergangenen Jahr waren es über 400 Millionen Euro. Und auch das erste Quartal verlief erfolgversprechend.

Auffällig dabei ist, dass gerade der lange gescholtene Bereich der Lebensversicherung wieder kräftig wächst. Im ersten Quartal stieg der Gewinn auf 63 Millionen Euro nach 36 Millionen Euro ein Jahr davor. Generell zeigt sich in der Branche derzeit ein Trend, dass Anleger eine Gesamtverzinsung von deutlich über zwei Prozent als attraktiv erachten und oftmals auch hohe Einmalbeträge in neue Policen investieren.

Mehr: Die Allianz übertrifft mit ihren Halbjahreszahlen die Erwartungen der Analysten. Der Umbau des Sach- und Unfallgeschäftes ist in vollem Gange.

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